Ksch Robert Meyer
Im September 2007 übernahm Burgschauspieler Robert Meyer die Direktion der Volksoper. Mit einem ambitionierten Spielplan (9 neue Produktionen, 1 Neu-
einstudierung, 4 Wiederaufnahmen, 17 Repertoirewerke) gelang es rasch, Publikumsschichten zurückzugewinnen, die Auslastung von 78 % auf 84 % zu erhöhen und die Einnahmen zu steigern. Auch der Abonnentenschwund konnte gestoppt und die Zahl der Wahlabonnenten vervierfacht werden. Mit einem kinderfreundlichen Programm, Kinder-Workshops, Ermäßigungen, speziellen Kinder-Zyklen, Schulprojekten und Führungen wird Kindern der Zugang zur Welt des Musiktheaters erleichtert.
Charakteristisch für Meyers Direktion ist das Anliegen, das Ensemble des 1300 Plätze fassenden Reper-
toiretheaters zu stärken und Regisseure wie Helmut Baumann („Orpheus in der Unterwelt“), Beverly Blankenship („Das Land des Lächelns“), Prof. Robert Herzl („My Fair Lady“), Josef Ernst Köpplinger („Der Barbier von Sevilla“) zu engagieren, die er als „erst-
klassige Handwerker“ schätzt. Als richtungweisend hat sich die Entscheidung erwiesen, Opern-Neu-
produktionen nur noch in deutscher Sprache herauszubringen.
Besonderes Augenmerk legt Meyer in seiner Programmierung auf die viel gescholtene Gattung Operette, an deren Aufwertung er konsequent arbeitet. Daneben zählen Opern, klassisches Musical und Ballett zu den Repertoiresäulen der Volksoper. Mit „Volksoper Spezial“ wurde eine 5. Sparte geschaffen, die Soireen, Kabarettistisches und Parodistisches umfasst und die Bedeutung von Schauspieler-Musiktheater an der Volksoper unterstreicht. Neben Schauspielerkollegen aus Burgtheater, Josefstadt und Volkstheater steht Publikumsliebling Robert Meyer selbst in zahlreichen Vorstellungen auf der Bühne der Volksoper (u. a. als Hans Styx in „Orpheus in der Unterwelt“, Njegus in „Die lustige Witwe“, Gefängnisdirektor Frosch in „Die Fledermaus“, in „Tannhäuser in 80 Minuten“, als Doolittle in „My Fair Lady“ und als Schikaneder / Cilly Weber in „Die Weberischen“.
Geboren wurde Robert Meyer 1953 in Bad Reichenhall/Bayern. Nach dem Abschluss seiner Lehre als Baustoffkaufmann studierte er ab 1971 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. 1974 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab, war aber schon seit 1973 Gast am Landestheater Salzburg. Von 1974 bis 2007 war Robert Meyer Mitglied des Wiener Burgtheaters, wo er über 90 Rollen spielte und auch Ensemblesprecher war.
Seine erste Hauptrolle am Burgtheater spielte er 1977 als Arthur in Johann Nestroys „Umsonst“. Es folgten unter anderem Läuffer in „Der Hofmeister“ (Lenz/Brecht, 1978, Akademietheater), Chlestakoff in „Der Revisor“ (Gogol, 1979, Burgtheater), „Gust“ (Achternbusch, 1985, Kasino am Schwarzenbergplatz), Prof. Ebenwald in „Professor Bernhardi“ (Arthur Schnitzler, Burgtheater), Titus Feuerfuchs in „Der Talisman“ (Nestroy, 1993, Burgtheater).
Mit zahlreichen überaus erfolgreichen Soloabende wie Nestroys „Häuptling Abendwind“, Johann Nestroy: Briefe und Couplets, Wilhelm Busch: „Max und Moritz und andere gereimte Sachen", „Heiteres über das Reisen" Texte von Tucholsky, Thoma, Kishon, u. a und der Opernparodie „Tannhäuser in 80 Minuten“ von Binder/Nestroy mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln sorgte Robert Meyer am Burgtheater stets für ein volles Haus.
Zuletzt war er im Burgtheater zu sehen in Schnitzlers „Reigen“ als Der Ehemann, in Botho Strauß’ „Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia“ als Alfredo, in Shakespeares „Hamlet“ als Claudius, in Nestroys „Zettelträger Papp oder Meine Frau hat eine Grille“ als Papp/Hr.Bernhard/Muffl, in Thomas Bernhard „Die Macht der Gewohnheit“ als Der Jongleur sowie in Nestroys „Zu ebener Erde und erster Stock“ als Georg Michael Zins.
Große Erfolge feierte Robert Meyer im Musiktheater u. a. an der Volksoper Wien als Sigismund Sülzheimer in „Im weißen Rössl“ (1993), als Sancho Pansa in „Der Mann von La Mancha“ (1996) und als Alfred P. Doolittle in „My Fair Lady“ (2003) sowie an der Wiener Staatsoper als Gefängniswärter Frosch in Johann Strauß „Die Fledermaus“.
Seit 1993 führt Robert Meyer auch Regie u. a. bei dem Sommertheater Reichenau, im Schauspielhaus Graz, bei den Operettenfestspielen Bad Ischl, im Akademietheater Wien sowie im Burgtheater Wien („Zettelträger Papp oder Meine Frau hat eine Grille“, „Tannhäuser in 80 Minuten“).
Robert Meyer hat bei zahlreichen Filmen als Schauspieler mitgewirkt u. a. als Erich in „Geschichten aus dem Wienerwald“ (Regie: Maximilian Schell), als Adlatus Fuchs in „Herr Ober“ (BRD, Regie: Gerhard Polt), Die Ameisenstrasse (Regie: Michael Glawogger).
Ebenso war Robert Meyer in zahlreichen deutschen und österreichischen Fernsehproduktionen zu sehen: u. a.: „Derrick“, „Der Alte“, „Tatort“, „Julia“, „Schlosshotel Orth“, „Der Bestseller“, „Soko Kitzbühel“, Soko Donau Wien“, „Der Bulle von Tölz“.
Robert Meyer ist Träger des Nestroy Rings (1993) und der Kainz-Medaille (1999). 1997 wurde er zum Kammerschauspieler ernannt.
* Verwendung der Fotografie nur für Zwecke der aktuellen Berichterstattung über die Volksoper Wien
