Gräfin Mariza

Operette von Emmerich Kálmán

"Gräfin Mariza" ist einer der großen Hits der silbernen Operettenära!

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Zweite Saisonpremiere "Die Herzogin von Chicago" von Emmerich Kálmán

11. Dezember 2004

15.11.2004

11. Dezember 2004

Am 5. April 1928 erwartete ganz Wien die Premiere der neuesten Operette von Emmerich Kálmán. Mit der "Herzogin von Chicago" berührten Kálmán und seine Librettisten Brammer und Grünwald ein heikles Thema der leichten Muse jener Zeit: das Eindringen des Jazz in die geheiligten Bezirke der Wiener Operette. "Jazz gegen Csárdás" lautete denn auch die Überschrift der Uraufführungskritik in der Neuen Freien Presse. Während sich die Gegensätze im Stück annähern und gegenseitig befruchten, führte das "fremde" Element aus der Neuen Welt - der Jazz - in der von den Nazis beherrschten Alten Welt zum Aufführungsverbot der Operette. Man versah sie kurzerhand mit dem Etikett "Entartete Musik" - wie so viele andere "unliebsamen" Werke auch. "Die Herzogin von Chicago" konnte sich daher nicht auf den Bühnen Europas etablieren und ist seit vielen Jahrzehnten nun erstmals in einer Textbearbeitung von Regisseur Dominik Wilgenbus und Kálmán-Biograph Stefan Frey wieder in Wien zu sehen.

Im Jahr 1928 in Osteuropa. Erbprinz Sándor ist derart verschuldet, dass er sein Schloss verkaufen muss. Wie es der Zufall will, findet sich ein amerikanischer Käufer, der Dollarmillionär Benjamin Lloyd. Dessen Tochter Mary ist gerade auf Europareise und stellt das alte Schloss ganz nach amerikanischem Geschmack auf den Kopf. Aber sie bringt nicht nur ein neues Interieur ins Haus, sondern auch neue Musik: Jazz, Charleston, Slow-Fox...

Die zweite Saisonpremiere der Volksoper Wien, Emmerich Kálmáns Operette "Die Herzogin von Chicago" markiert nun den Schlusspunkt zum Themenschwerpunkt "Wieder entdeckte Musik" mit musikdramatischen Werken, die ehemals den Stempel "entartet" trugen. Der szenischen österreichischen Erstaufführung von Franz Schrekers "Irrelohe" (bis 17.12.) folgte Walter Braunfels "Die Vögel" (bis 13.12.) und Alexander von Zemlinskys "Der König Kandaules" (bis 14.12.).

PREMIERE
Samstag, 11. Dezember, 19.00 Uhr

Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald
Musik von Emmerich Kálmán (1882-1953)
Textbearbeitung von Dominik Wilgenbus und Stefan Frey
Musikalisch eingerichtet für die Volksoper von Béla Fischer

Musikalische Leitung: Karen Kamensek
Inszenierung: Dominik Wilgenbus

Mit Norine Burgess (Miss Mary Lloyd), Mehrzad Montazeri (Sándor Boris, Erbprinz von Sylvarien), Renée Schüttengruber (Prinzessin Rosemarie Sonjuschka von Morenien), Wolfgang Gratschmaier (Jonny James Jacques Bondy, Privatsekretär des Mister Lloyd), Peter Matic (König Pankraz XXVII. von Sylvarien), Josef Luftensteiner (Graf Bajazowitsch), Sándor Németh (Marquis Perolin, Staatsminister des königlichen Hauses in Sylvarien), Eugene Amesmann (Graf Negresco, Adjutant des Erbprinzen Sándor Boris), Klaus Ofczarek (Tihanyi, Direktor des „Grill am´ricaine" Budapest), Aliosha Biz (Kupp Mihály)

Weitere Vorstellungstermine: 15., 28. Dezember 2004; 7., 16., 20., 27. Januar; 4., 28. Februar; 3. März 2005


„VOR DER PREMIERE“
am 7. Dezember, 20.00 Uhr

Einführungssoirée mit Dominik Wilgenbus, Karen Kamensek, Sängerinnen und Sängern der Premiere; Moderation: Birgit Meyer

BIOGRAPHIEN

NORINE BURGESS
Die in Kanada geborene Mezzosopranistin studierte an der Universität von Calgary und an der Opernschule in Toronto. Parallel dazu war sie Ensemblemitglied der Canadian Opera Company, wo sie in „Electra“, „Suor Angelica“, „Lulu“ und „Der Rosenkavalier, „Le nozze di Figaro“ (Cherubino), „Ariadne auf Naxos“(Dryad), „La Traviata“ (Flora) sowie „Die Zauberflöte“ (2. Dame) mitwirkte. Opernhaus von Vancouver, Manitoba Opera, Calgary Opera, Edmonton Opera. 1997 debütierte Burgess bei den Salzburger Festspielen als 2. Dame („Die Zauberflöte“), sang 1998 Haydns „Harmoniemesse“, 2000 als Neris in Cherubinis „Medea“ unter Sir Charles MacKerras. In der Saison 1999 / 2000 konnte Burgess an der Vancouver Oper einen sensationellen Erfolg als Maddalena in „Rigoletto“ feiern.
Mit dem Philharmonischen Orchester von Calgary und Ehemann Michael Schade sang sie Händels „Messiah“. Nach der Geburt ihrer Zwillinge 2002 feierte Norine Burgess ihr Comeback auf der Konzertbühne in Toronto. In der vergangenen Saison wirkte sie an zwei großen Konzerten mit - beim Weihnachtskonzert in Wien und in der Carnegie Hall. Norine Burgess wird an der Volksoper Wien in der Rolle der Miss Mary Lloyd debütieren.

PETER MATIC
Der Schauspieler wurde 1937 in Wien geboren. Zunächst erhielt er seine Ausbildung an der Schauspiel-schule Kraus, dann bei Dorothea Neff. Debut am Theater in der Josefstadt 1960. Theater Basel, Kammerspiele München. 1972-94 Staatliche Schauspielbühnen Berlin, seit 1994 am Wiener Burgtheater. Zahlreiche Gastspiele. Große Bekanntheit erlangte Peter Matic durch seine Aktivitäten als Synchronsprecher, u.a. von Filmstar Ben Kingsley. 2001 wurde ihm der Albin Skoda-Ring verliehen. An der Volksoper Wien wird Peter Matic in der Rolle des königlichen Onkels von Erbprinz Sándor Boris in „Die Herzogin von Chicago“ sein Debüt geben.

MEHRZAD MONTAZERI
Der 1962 in Teheran geborene Österreicher erhielt seine Ausbildung am Schubertkonservatorium in Wien, an der Musikhochschule Wien sowie am Konservatorium der Stadt Wien (Opernstudium bei KS Waldemar Kmentt). Er ist Preisträger des Opernwettbewerbes Wien (1988) und des Dostalwettbewerbes (1989), auch erhielt Montazeri 1998 ein Stipendium der Bayreuther Festspiele. Umfangreiches Rollenrepertoire und Konzerttätigkeit. Engagements führten in nach Deutschland, in die Schweiz, nach Frankreich, Italien. Seefestspiele Mörbisch 1999 und 2003. Derzeit singt es den Don José in der aktuellen „Carmen“-Inszenierung am Stadttheater Klagenfurt. Als Erbprinz Sándor Boris wird er sich nun erstmals dem Publikum der Volksoper Wien vorstellen.

DOMINIK WILGENBUS
wurde 1966 geboren und beendete sein Regiestudium bei Professor August Everding 1991 an der Münchner Musikhochschule. Seitdem ist Wilgenbus freischaffend tätig. Dominik Wilgenbus war 1998 unter den Mitbegründern des "Metropol-Theaters" München und ein Jahr später des "kleinsten Opernhaus Münchens" in der "Pasinger Fabrik". Inszenierungen u.a. für das Landestheater Innsbruck („Eine Nacht in Venedig“), das Dortmunder Opernhaus, das Staatstheater Meiningen, den Münchner Barocksommer, die Pasinger Fabrik, das Staatstheater am Gärtnerplatz und im Wiener Ronacher („Bezauberndes Fräulein“), Theater Sommer Haag. Dominik Wilgenbus unternimmt oft eigene Übersetzungen und Bearbeitungen der Textvorlagen, so auch bei „Die Herzogin von Chicago“, gemeinsam mit dem Kálmán-Biograf und Operettensezialisten Stefan Frey. Neben der ernsten Oper (La Bohéme, Händels Tamerlano) und der Komödie (Cyrano de Bergerac, Amadeus, Woody Allens Bullets over Broadway) steht das unterhaltsame Musiktheater im Zentrum von Wilgenbus Interesse. So finden sich in seiner "Werkliste" komische Opern, Operetten und Musicals, zuletzt in Leipzig die Uraufführung des Musicals „Heidi“ nach Johanna Spyri. Erste Arbeit an der Volksoper Wien.

STEFAN FREY
wurde 1962 in Heilbronn geboren, studierte Theaterwissenschaft und Germanistik in München und Heidelberg. Über Franz Léhar veröffentlichte er neben seiner Dissertation eine Biografie im Insel Verlag. Nach Wanderjahren an verschiedenen Theatern und als Leiter des Theaters in der Tenne, Maierhöfen, ist er nun publizistisch vor allem im Rundfunk tätig. 2003 erschien im Henschel Verlag seine Emmerich Kálmán Biografie „Unter Tränen lachen“.

KAREN KAMENSEK
wurde in den USA (Chicago) geboren und erhielt ihre Ausbildung an der Indiana University. Sie dirigierte bereits das Brooklyn Philharmonic Orchestra und beim New York Shakespeare Festival, bevor sie ihr europäisches Dirigierdebüt beim Jeunesse Musicale Festival in Weikersheim gab. Im Rahmen internationaler Festspiele und Opernproduktionen erarbeitete sich Karen Kamensek ein breites Repertoire und gastierte an der Houston Grand Opera, in Zug, beim Spoleto Festival, an der Deutschen Kammerphilharmonie München und beim Orchestra Sinfonica Nacinoal de Honduras. Darüber hinaus machte Karen Kamensek mit der New York City Opera ("La Boheme") eine Tournee (1997), dirigierte das Louisville Orchestra und die Bochumer Symphoniker. 1998 und 1999 wurde Karen Kamensek gefeiert, als sie die Weltpremieren von "Patience and Sarah" und "The Raven King" in Banff (Kanada) dirigierte. Von 2000 bis 2002 war die junge Dirigentin fix an der Volksoper Wien engagiert. Seit der Saison 2003/04 ist Karen Kamensek Generalmusikdirektorin am Theater Freiburg im Breisgau.


SONDERAUSSTELLUNG - "Jazz gegen Csárdás"
Emmerich Kálmán und seine "Herzogin von Chicago"
Eine Ausstellung der Volksoper Wien im HAUS DER MUSIK vom 10. November 2004 – 9. Jänner 2005

Das HAUS DER MUSIK präsentiert in seinem Sonderausstellungsraum im November und Dezember 2004.

"Jazz gegen Csárdás" - Emmerich Kálmán und seine "Herzogin von Chicago"

Eine Ausstellung der Volksoper Wien im HAUS DER MUSIK.

Zu besuchen ab Mittwoch, dem 10. November 2004; Dauer der Ausstellung: 10. November 2004 - 09. Januar 2005; Geöffnet täglich 10 - 22 Uhr - Eintritt frei!

In dem kleinen Schauraum, der über den Innenhof bei freiem Eintritt täglich von 10 - 22 Uhr erreichbar ist, sowie in zwei angrenzenden großen Vitrinen im Innenhof präsentiert das HAUS DER MUSIK im Zweimonatsrhythmus ausgewählte Sonderausstellungen.

Erstmals ist die Volksoper vertreten - mit einer Schau zu der bevorstehenden Premiere von Kálmáns "Herzogin von Chicago" (11. Dezember 2004). Dem heute weitgehend vergessenen Sensationserfolg Kálmáns ("Jazz gegen Csárdás" lautete die Schlagzeile einer Uraufführungskritik1928) soll mit seiner Erstaufführung an der Volksoper zu seinem Recht verholfen werden.

Diese Schau ist der Beginn einer Kooperation zwischen dem Haus der Musik und der Volksoper Wien, die mit Ausstellungen zu Lehárs Operetten "Die lustige Witwe" (Anfang Mai bis Ende Juni 2005) und "Der Graf von Luxemburg" (Mitte September bis Ende Oktober 2005) fortgesetzt wird.