Ein Reigen

Choreograph Ashley Page und sein Ausstatter Antony McDonald evozieren jene fast explosionsartige Kreativität, die das Wien der Jahre zwischen 1900 und 1914 kennzeichnet.

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Angelika Kirchschlager

Sophie's Choice von Nicholas Maw
Premiere am 26. Oktober 2005

31.8.2005

„At Auschwitz, tell me, where was God?“ – „Where was man?“

Sommer 1947. In einem Mietshaus in Brooklyn, New York, begegnen sich drei Menschen: Sophie, Nathan und Stingo. Sophie, eine junge katholische Polin, die den Holocaust überlebt hat, und der jüdische Paranoiker Nathan, der sich als Biologe ausgibt, sind aussichtslos aufeinander angewiesen. Ihre Liebe ist „wie ein taubstummes Kind, das mit ausgebreiteten Armen und lachendem Gesicht dahin rennt, dessen Mund sich aber langsam zum Weinen verzieht, weil keiner es versteht und weil es kein Ziel sieht.“ (Imre Kertesz)

Stingo, ein Jungschriftsteller aus den Südstaaten [der als Ich-Erzähler auftritt], schreibt an seinem ersten Roman. Im Laufe der Freundschaft erzählt Sophie ihm von ihrer Vergangenheit: Nach Auschwitz 1943 deportiert, musste sie sich bei ihrer Ankunft im Lager entscheiden, welches ihrer beiden Kinder – Jan oder Eva - sie opfert, und welches sie rettet ...

Der von William Styron 1979 geschriebene Roman, der Maw’s Oper zugrunde liegt, wurde 1982 durch Alan J. Pekular mit Meryl Streep und Kevin Kline in den Hauptrollen verfilmt und mit einem Oscar ausgezeichnet. Die vieraktige Oper „Sophie’s Choice“ des britischen, in den USA lebenden Komponisten Nicholas Maw (*1935), die als Auftragswerk an Londons Royal Opera House am 7. Dezember 2002 mit Angelika Kirchschlager in der Titelpartie und Sir Simon Rattle am Pult uraufgeführt wurde, feiert die Österreichische Erstaufführung an der Volksoper Wien am österreichischen Staatsfeiertag – als Beitrag zum Gedenkjahr 2005.

Angelika Kirchschlager wird wieder als Sophie - jene Rolle, die sie endgültig zum international gefeierten Opernstar bei Publikum und Kritik machte – zu erleben sein. Leopold Hager gibt seinen Einstand als neuer Chefdirigent der Volksoper. Die Regie ist dem Newcomer Markus Bothe anvertraut. Der Regisseur entschied sich für eine zweisprachige Fassung, die dem jeweiligen Ort des Geschehens – Auschwitz und Brooklyn - Rechnung trägt. Die Koproduktion mit der Deutschen Oper Berlin und der Washington National Opera ist die erste Neuinszenierung des Werkes nach der Uraufführung.

Premiere: 26. Oktober 2005 (Staatsfeiertag) -
Ein Beitrag zum Gedenkjahr 2005

Österreichische Erstaufführung
Sophie’s Choice
Oper in 4 Akten von Nicholas Maw (* 1935)

Libretto von Nicholas Maw
basierend auf einer Novelle von William Styron

In englischer und deutscher Sprache
Übersetzung der deutschen Passagen von Wolfgang Willaschek
Koproduktion mit der Deutschen Oper Berlin und der Washington National Opera

Weitere Vorstellungen:
29. Oktober, 1., 6., 9., 18., 20., 23. November 2005

Musikalische Leitung: Leopold Hager
Inszenierung: Markus Bothe
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Dorothea Katzer

Besetzung:
Sophie: Angelika Kirchschlager/Daniela Sindram
Nathan: Morten Frank Larsen
Stingo: Matthias Klink
Narrator: Lenus Carlson
Wanda: Melba Ramos
Zbigniew Bieganski: Wicus Slabbert
Rudolph Frank Höss: Kurt Schreibmayer
Larry: Mathias Hausmann
Bartender: Einar Th. Gudmundsson
Doktor: Markus Brück

Einführungssoirée
am 19. Oktober 2005, 20.00 Uhr
mit Sängerinnen und Sängern der Produktion
Moderation: Birgit Meyer


Nicholas Maw
Maw, geboren 1935, einer der wichtigsten, britischen Komponisten, studierte in London bei Lennox Berkeley und in Paris bei Nadia Boulanger. Seinen ersten großen Erfolg konnte er 1962 mit „Scenes and Arias“ bei den BBC Proms feiern. Maw hat zwei komische Opern geschrieben: „One man show“ (1964) und die 1970 beim Glyndeboure Festival aufgeführte Oper „The Rising of the Moon“. Ab 1984 pendelte Maw zwischen den USA und Großbritannien. In Sir Simon Rattle, damals Direktor des Birmingham Symphony Orchestra, fand Maw einen bewundernden Förderer. Dies führte zur Aufnahme des Orchesterwerkes „Odyssey“, einem monumentalen Werk bestehend aus 96 Minuten symphonischer Musik – gespielt ohne Pause. „Odyssey“ entwickelte sich zu „one of the best selling clasical CDs both sides of the Atlantic“. Joshua Bell’s Aufnahme von Maw’s Violinkonzert wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. 2002 feierte seine dramatische Oper „Sophie’s Choice“, ein Auftragswerk des dritten Radioprogramms der BBC, gemeinsam mit dem London Royal Opera House ebendort am 7. Dezember mit Angelika Kirchschlager in der Titelpartie, Inszenierung Sir Trevor Nunn und Sir Simon Rattle am Pult ihre Uraufführung. 2004 wurde Maw’s „The World in the Evening“ in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt. 2004 hat ihn das Philadelphia Orchestra mit der Komposition eines Konzerts für English Horn beauftragt. Nicholas Maw unterrichtet regelmäßig am Peabody Institute der John Hopkins Universität in Baltimore, USA. Der Komponist lebt in Washington DC und verbringt die Sommer in seinem Haus in Frankreich nahe Bordeaux.


Markus Bothe
Der in Basel lebende Regisseur Markus Bothe, geboren 1970, inszenierte Opern und Schauspiele u. a. in Basel, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Freiburg, Kiel, Aachen, Linz und Bremen, darunter zahlreiche Ur- und Erstaufführungen. Besondere Anerkennung erhielt er für die Inszenierung der Uraufführung von Franz Schrekers „Flammen“ in Kiel, seine Inszenierung der Uraufführung S. Sciarrinos „Infinito nero“ gastierte bei den Salzburger Festspielen, beim Festival d’Automne in Paris und am Teatro la Fenice in Venedig. In der Schweiz erarbeitete er zusammen mit dem Dirigenten Jürg Henneberger u. a. die Erstaufführungen von M. Kagels „Der mündliche Verrat“ und H. Birtwistles „Punch and Judy“. Daneben ist er Mitglied der künstlerischen Leitung der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden und Frankfurt.
An der Volksoper Wien wird Markus Bothe Nicholas Maws Oper „Sophie’s Choice“ (Österreichische Erstaufführung) in Szene setzen.


Angelika Kirchschlager
stammt aus Salzburg, wo sie am Mozarteum zunächst Klavier studierte. 1984 ging sie an die Wiener Musikakademie, wo sie sich bei Walter Berry ausbilden ließ. 1991 gewann sie drei Preise beim „Belvedere-Gesangswettbewerb“. Angelika Kirchschlager ist in kurzer Zeit zu einer der meistgefragten Mezzo-Sopranistinnen auf den internationalen Bühnen avanciert. Sie ist in den großen Häusern dieser Welt zuhause und teilt sich ihre Zeit mit Opernvorstellungen und Liederabenden in Europa, Nordamerika und Fernost. Als Konzertsängerin mit umfangreichem Repertoire von Bach, Brahms, Korngold, Mahler, Ravel bis Rossini, Schubert, Schumann, Weill und Wolf trat Angelika Kirchschlager bereits u. a. in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien auf. Die Künstlerin hat mit vielen angesehenen Dirigenten wie Claudio Abbado, Bertrand de Billy, Sir Colin Davis, John Eliot Gardiner, Christopher Hogwood, James Levine, Kurt Masur, Kent Nagano, Seiji Ozawa, Donnald Runnicles, Kurt Sanderling, Peter Schneider, Gerard Schwarz und Sir Simon Rattle zusammengearbeitet.
An der Wiener Staatsoper debütierte sie 1994 als Cherubino in „Le nozze di Figaro“. 1997 debütierte Angelika Kirchschlager an der Metropolitan Opera New York und 2002 an der Carnegie Hall mit dem Orpheus Chamber Orchestra. 1999 trat sie erstmals am Teatro alla Scala (Mailand) auf. Im Jahre 2002 sang sie die Titelpartie in der Uraufführung von „Sophie’s Choice“ am Royal Opera House Covent Garden (London). Sie stand ebenso in Frankfurt, Lausanne, Genf, Leipzig, Moskau, Tokio, Seattle, Paris, in San Francisco und beim den Festivals in Ravenna, Glyndebourne und den Salzburger Festspielen auf der Bühne.

An der Volksoper Wien war Angelika Kirchschlager von 1994 bis 1997 Ensemblemitglied und debütierte 1994 in der Rolle des Orlofsky in „Die Fledermaus“.


Daniela Sindram
Die in Nürnberg geborene Mezzosopranistin studierte in Berlin und Hamburg Gesang, u. a. bei Prof. Judith Beckmann. Meisterkurse bei Brigitte Fassbaender, Anna Reynolds und Aribert Reimann.
1995 bekam sie Stipendien von der Otilie-Selbach-Redslob-Stiftung und der Edwin-Amsinck-Stiftung und 1998 das Stipendium des Richard Wagner- Verbandes. 2001 verlieh ihr das Bremer Theater den Kurt Hübner-Preis.

Von 1996 bis 2001 war die Künstlerin festes Ensemblemitglied am Bremer Theater. In dieser Zeit führten sie Gastverträge mit großen Rollen ebenso an die Deutsche Oper Berlin, die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und nach Frankfurt.
In der Spielzeit 2001/2002 war Daniela Sindram am Nationaltheater Mannheim engagiert, wo sie in den großen Mezzopartien Mozarts und als Octavian im „Rosenkavalier“ auf der Bühne stand. Im Sommer 2002 debütierte Daniela Sindram bei den Bayreuther Festspielen in den Partien Siegrune in „Die Walküre“ und Wellgunde in „Das Rheingold“ und „Die Götterdämmerung“.
Seit der Spielzeit 2003/2004 ist Daniela Sindram Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper München.
Die Partien im Opernrepertoire von Daniela Sindram reichen von Dorabella, Cherubino, Sextus und Annius, Orlowsky und Orpheus bis hin zu Octavian und Marina („Boris Godunow“). Ihr Repertoire beinhaltet auch reichhaltige Konzerttätigkeit.

An der Volksoper Wien debütierte Daniela Sindram 2004 als Orlofsky in „Die Fledermaus“.