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Kiss me, Kate

Premiere am 27. Oktober 2012


Im Februar 1956 erschloss „Kiss me, Kate“ der Wiener Volksoper und dem ganzen Land die Welt des Broadway-Musicals. Der Import des Musicals nach Österreich war die musikhistorische Leistung Marcel Prawys. Die mittlerweile vierte Neuinszenierung im Haus am Gürtel verspricht einige Hausdebüts, u. a. Andreas Lichtenberger als Fred Graham. Somit zeigt die Volksoper nach dem Überraschungserfolg von „Die spinnen, die Römer!“ demnächst mit „Kiss me, Kate“ ein weiteres Spitzenwerk des klassischen amerikanischen Musicals.

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„Another opening, another show …“
Wenn diese Worte – in der deutschen Übertragung: „Premierenfieber ist ein Gefühl“ – erklingen, beginnt eines der gelungensten Stücke, die das Unterhaltungstheater jemals hervorgebracht hat. Mit Geschick, Geschmack und einer großen Portion Humor verquickten Dichterkomponist Cole Porter und seine Textautoren die Bühnenwelt William Shakespeares mit einer unterhaltsamen Rahmenhandlung: Ein zerstrittenes Künstlerpaar hat „Der Widerspenstigen Zähmung“ darzustellen – Handgreiflichkeiten, mitreißende Tanzeinlagen und exquisite Broadway-Musik inklusive! Theater auf dem Theater, aber auch über das Theater und vor allem im Theater – das ist „Kiss me, Kate“. Auf der Bühne des Ford-Theaters in Baltimore beginnt das Spiel – in der Garderobe setzt es sich fort.

Berühmte Schauspieler-Ehepaare als Stoffvorlage
Die wahren Vorbilder für Fred Graham und Lilli Vanessi, die Protagonisten von „Kiss me, Kate“, sollen Alfred Lunt (1892-1977) und Lynn Fontanne (1887-1983) gewesen sein, zumindest wenn man dem Produzenten Arnold Saint Subber glauben schenken möchte. Er behauptete, die eigentliche Idee zu dem Musical sei ihm gekommen, als er 1935 als Regieassistent eine Produktion von Shakespeares „The Taming of the Shrew“ mit dem berühmten amerikanischen Schauspieler-Ehepaar samt deren Streitigkeiten hinter der Bühne begleitet hatte. Waren die Vorbilder wohl Lunt & Fontanne, mit der Durchführung von „Kiss me, Kate“ begann ein anderes kreatives Paar: Sam und Bella Spewack. Sie schrieben das Buch für das Musical, welches am 30. Dezember 1948 am „New Century Theatre“ in New York seine Uraufführung erlebte. Bei der ersten Tony-Verleihung 1949 wurde das Ehepaar Spewack mit dem Preis für „Best Book of a Musical“ ausgezeichnet. Ebenso heimsten Komponist Cole Porter, der Produzent Saint Subber, der Kostümbildner Lemuel Ayers und „Kiss me, Kate“ als „Best Musical“ insgesamt fünf Tonys ein. „Kiss me, Kate“, von der Volksoper zum kontinentaleuropäischen Siegeszug

„Triumphaler Erfolg des ersten Musicals in Österreich“
– mit Jubelmeldungen wie dieser begrüßten die Zeitungen Marcel Prawys „Kiss me, Kate“-Produktion im Februar 1956 an der Volksoper. Das acht Jahre zuvor uraufgeführte Werk blieb mit drei Neuinszenierungen und insgesamt 338 Vorstellungen an unserem Haus ein Lieblingsmusical des Publikums und wurde in der Vorstellungsanzahl nur von dem Dauerbrenner „My Fair Lady“ übertroffen. Fred Liewehr und Brenda Lewis verkörperten in der österreichischen Erstaufführung Petruchio und Kate. Weitere Neuproduktionen folgten 1982 mit Peter Minich und Dagmar Koller in den Hauptrollen (Regie: Heinz Marecek); 1986 trat neben Peter Minich erstmals Elisabeth Kales in der weiblichenTitelpartie auf (Regie: Monika Wiesler). Vor genau 17 Jahren, 1995, fand die letzte „Kate“-Produktion mit Mario Adorf als Petruchio und Julia Stemberger als Kate an der Volksoper statt. 

Das Team der Neuproduktion
Nun präsentiert ein Team um den erstmals an der Volksoper arbeitenden Regisseur Bernd Mottl den Klassiker in neuem Gewand. Peter Lund (der gegen Ende der Saison selbst „Frau Luna“ an der Volksoper inszeniert) hat die deutsche Fassung überarbeitet, es erklingt die Broadway-Orchestrierung von Don Sebesky aus dem Jahre 1999. Das Wiener Volksopernorchester dirigiert Lorenz C. Aichner, der im Januar 2012 mit „Die spinnen, die Römer!“ am Haus am Gürtel debütierte. Die Besetzung weist mit Andreas Lichtenberger als Petruchio, Franziska Becker als Kate und Robin Poell als Bill einige Hausdebüts auf. Auch bewährte Hausmitglieder kommen zum Einsatz, u. a. Johanna Arrouas als Bianca, Martin Bermoser als Paul und Kurt Schreibmayer als Harrison Howell. Die Erzkomödianten Boris Eder (neu als Ensemblemitglied) und Herbert Steinböck werden als Ganovenpärchen „Schlag nach bei Shakespeare“ anstimmen.

Voraufführung am Donnerstag, 25. Oktober 2012
Premiere am Samstag, 27. Oktober 2012

Weitere Vorstellungen am 30. Oktober, 9., 11., 18., 26. November, 1., 2., 4., 17. und 22. Dezember 2012