Premiere: „Tosca“
Giacomo Puccini verfolgte klare Absichten mit seinem am 14. Jänner 1900 in Rom aufgeführten Meisterwerk: „Die Stimmung in der „Tosca“ ist nicht romantisch und lyrisch, sondern leidenschaftlich, qualvoll, düster. Mit „La Bohème“ wollten wir Tränen ernten, mit „Tosca“ wollen wir das Gerechtigkeitsgefühl der Menschen aufrütteln und ihre Nerven ein wenig strapazieren. Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein.“
Vor dem Hintergrund der napoleonischen Zeit rollt die Handlung der Oper binnen 24 Stunden ab. Neun Monate sind seit dem Sturz der römischen Republik vergangen, und Scarpia, Chef der römischen Polizei, hat ein Terrorregime errichtet, das jede republikanische Regung im Keim erstickt. Auch die Sängerin Floria Tosca und ihr Geliebter, der Maler Mario Cavaradossi, geraten in einen tödlichen Konflikt mit dem brutalen Polizeichef …
Premiere am 12. Oktober 2008
Am 20. Februar 1907 dirigierte Alexander von Zemlinsky die Wiener Erstaufführung der „Tosca“ an der Volksoper. In derselben Woche erlebte „Tosca“ ihre Erstaufführung an der New Yorker Met.
Zum 150. Geburtstag von Giacomo Puccini, 101 Jahre nach ihrer Wiener Erstaufführung an der Volksoper und 50 Jahre nach der letzten Wiener Neuinszenierung, bringt die Volksoper eine neue „Tosca" heraus. Mit Alfred Kirchner konnte ein international renommierter Regisseur für die erste Opernpremiere der Spielzeit gewonnen werden. Dem Wiener Publikum ist der langjährige Oberspielleiter des Burgtheaters unter anderem als Regisseur von „Chowanschtschina“ unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado an der Wiener Staatsoper in Erinnerung. Den „Ring des Nibelungen“ unter der Leitung von James Levine inszenierte er in Bayreuth, „Tristan und Isolde“ unter Sir Simon Rattle in Amsterdam.
Die musikalische Leitung von Puccinis Meisterwerk liegt in den Händen des Spaniers Josep Caballé-Domenech, der an der Volksoper bereits die Zarzuela-Gala und die Wiederaufnahme von „Die Hochzeit des Figaro“ leitete und im Juli 2008 im Theater an der Wien die Zarzuela „Luisa Fernanda“ mit Plácido Domingo und Patricia Petibon dirigiert hat. Die schwedische Sopranistin Ann-Marie Backlund, die zuletzt als Chrysothemis (Elektra) unter Sebastian Weigle in Barcelona Erfolge feierte, debütiert an der Volksoper als Tosca an der Seite des ungarischen Tenors János Bándi als Cavaradossi. Die Rolle des Scarpia wird von Morten Frank Larsen gesungen. Der Preisträger der Eberhard Wächter Medaille verkörperte zuletzt die Strauss-Rollen Mandryka (Arabella) und Jochanaan (Salome) an der Wiener Staatsoper. Sein Debüt an der New Yorker Met als Capriccio-Graf an der Seite von Renée Fleming steht bevor.
Leading Team:
Dirigent: Josep Caballé-Domenech / Alfred Eschwé / Andreas Schüller
Regie: Alfred Kirchner
Ausstattung: Karl Kneidl
Mit:
Ann-Marie Backlund / Amanda Mace (Tosca)
János Bándi / Mehrzad Montazeri (Cavaradossi)
Morten Frank Larsen / Sebastian Holecek (Scarpia)
Stefan Cerny / Karl Huml (Angelotti)
Martin Winkler / Yasushi Hirano (Mesner)
Karl-Michael Ebner / Christian Drescher (Spoletta)
PREMIERE AM 12. OKTOBER 2008, BEGINN: 19:00 UHR
Weitere Vorstellungen am 15., 23., 26., 29. Oktober 2008, 4., 20., November 2008,
6., 22., 27., Dezember 2008

