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Das Wundertheater / Der Bajazzo

Premiere am Samstag, 31. März 2012, 19:00 Uhr


Hans Werner Henzes Einakter „Das Wundertheater“ und Ruggero Leoncavallos veristische Oper „Der Bajazzo“ – zwei Werke, die auf unterschiedliche Weise die Frage nach Spiel, Realität und „Wahrheit“ auf dem Theater stellen – sind ab 31. März erstmals in dieser ungewöhnlichen Kombination an der Volksoper zu erleben. Thomas Schulte-Michels, Nestroy-Preisträger 2011 für die beste Ausstattung bei „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ am Wiener Volkstheater, zeichnet gemeinsam mit der Kostümbildnerin Tanja Liebermann für die Neuinszenierung verantwortlich. Das Volksopernorchester wird von Gerrit Prießnitz („Das Wundertheater“) und Enrico Dovico („Der Bajazzo“) geleitet.

Premiere am Samstag, 31. März 2012, 19:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 5., 13., 15., 18., 23. und 25. April 2012

 

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„DAS WUNDERTHEATER“

Das Intermezzo von Miguel de Cervantes, nach dem Hans Werner Henzes „Das Wundertheater“ zunächst 1948 entstand, erzählt von der Macht der Manipulation und der gruppendynamischen Kraft des Theaters: Chanfalla, der Direktor des Wundertheaters, erklärt seinem Publikum, dass die Spektakel des Wundertheaters nur sehen könne, wer ein „sauberer“ Christ ist. Auf der Bühne passiert – nichts. Doch die Zuschauer kommentieren lautstark die „Vorstellung“. Als ein fremder Soldat den Raum betritt, ist zunächst die Unsicherheit unter den Zuschauern groß, ob er eine weitere Attraktion des Wundertheaters sei oder gar ein echter Soldat. Als er die Vorstellung als pures Nichts entlarvt, wird er zum Sündenbock gemacht. Im Mai 1949 wurde Henzes „Oper für Schauspieler“ in Heidelberg uraufgeführt. Henze erläutert in seiner Autobiographie „Reiselieder mit böhmischen Quinten“ warum er zunächst für Schauspieler schrieb: „Ich hatte damals meine Probleme mit Opernsängern, fand sie plump und platt, war daher als Theatermacher auf Schauspieler und am liebsten auf den Tanz angewiesen.“ Aber auch als Komponist hatte Henze keine Erfahrung im Umgang mit Opernsängern und Stimmen. Mit „Boulevard Solitude“, „König Hirsch“, „Der Prinz von Homburg“ und „Elegie für junge Liebende“ entstand in den 50er und frühen 60er Jahren eine Reihe von bedeutenden Opern. 1964 arbeitete er schließlich „Das Wundertheater“ um, indem er die gesprochenen Texte zu Gesangspartien auskomponierte. Die Uraufführung der zweiten Fassung fand am 30. November 1965 in Frankfurt statt.

Mit: Jörg Schneider /Alexander Pinderak (Chanfalla), Martina Dorak/Renate Pitscheider (Chirinos), Alexander Trauner (Der Gobernadór), Martin Winkler (Benito Repollo, Alcalde) u. a.

Im Anschluss an Hans Werner Henzes „Das Wundertheater“ widmet sich der zweite Teil des Opernabends einem Meisterwerk von Ruggero Leoncavallo.

„DER BAJAZZO“

„Il teatro e la vita non son la stessa cosa“ – „Das Theater und das Leben sind nicht die gleiche Sache.“ Mit diesen Worten nimmt Canio, der Bajazzo, das tragische Ende von Leoncavallos Oper vorweg: Tagtäglich spielt er mit seiner wandernden Komödiantentruppe die Rolle des gehörnten Ehemannes. Würde ihn seine Nedda aber wirklich betrügen, würde die Geschichte anders ausgehen. Die Rolle, die er auf der Bühne spielt, ähnelt schließlich so sehr seiner eignen Erfahrung, dass Canio nicht mehr imstande ist, das Spiel mitzuspielen. Was der Belustigung des Publikums auf der Bühne dienen sollte, schlägt in bitteren Ernst um. Blankes Entsetzen ergreift die Zuschauer, denen echtes Leid vor Augen geführt wurde. Mit den lakonischen Worten „La commedia è finita“ – „Die Komödie ist zu Ende“ – werden die Zuschauer entlassen, nachdem ihnen auf drastische Weise die private Tragödie der Schauspieler vor Augen geführt wurde.

Mit: Ray M. Wade Jr./Michael Ende (Canio), Melba Ramos/Elisabeth Flechl (Nedda), Morten Frank Larsen/Alik Abdukayumov (Tonio/Taddeo), JunHo You/Paul Schweinester (Beppo/Harlekin), Mathias Hausmann/Klemens Sander (Silvio) u. a.