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Der Mantel / Gianni Schicchi

Premiere am Samstag, 26. Februar 2011

Auf höchst unterschiedliche Weise offenbart sich Puccinis Erfindungskraft in den beiden Einaktern "Der Mantel" und "Gianni Schicchi", deren Premiere am 26. Februar stattfindet. Düster ist das Szenario in dem blutrünstigen Eifersuchtsdrama "Der Mantel", das auf einem alten Schleppkahn auf der Seine spielt. In der turbulenten Komödie "Gianni Schicchi" hingegen wird das Sterbebett eines reichen Florentiners zur Spielwiese für einen von Ironie und grotesken Einfällen durchzogenen Erbschaftsstreit.

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"Der Mantel"
Knapp vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm die Idee Formen an: Puccini war von Didier Golds Kolportagereißer im Milieu der Seine-Schiffer, "La Houppelande", fasziniert. Giuseppe Adami schuf daraus das Libretto zum ersten Teil des "Trittico": "Il Tabarro" ("Der Mantel"). Michele, der Besitzer eines Schleppkahns auf der Seine, vermutet zu Recht, dass seine junge Frau Giorgetta einen Liebhaber hat – doch welcher seiner Arbeiter könnte es sein? Das Paar hat sich seit dem tragischen Tod ihres Kindes auseinandergelebt. Michele versucht, Giorgettas Liebe wieder zu gewinnen, doch diese plant bereits die Flucht mit dem Löscher Luigi. Als sich dieser zum geheimen Rendezvous aufmacht, wird er von Michele gestellt und umgebracht. Die Leiche verbirgt Michele unter seinem Mantel. Als sich Giorgetta, von Ahnungen geplagt, an ihren Mann schmiegt, lasst dieser den toten Liebhaber hervorgleiten. Noch einmal griff der reife Komponist mit dem „Mantel“ tief in die Requisitenkiste veristischen Schauertheaters. Realistische Genre-Schilderungen, die krasse Dissonanzen nicht scheuen, wechseln mit schwelgerischen Liebesduetten und blanker Brutalitat. Als ein Liederverkaufer am Seine-Ufer voruberzieht, zitiert Puccini augenzwinkernd aus einem früheren Welterfolg: der Paris-Oper "La Boheme“.

"Gianni Schicchi"
Von dem neuen, überaus tüchtigen Librettisten Giovacchino Forzano kam 1917 die Anregung, mit der rührselig-metaphysischen Kloster-Erzählung von der engelsgleichen Schwester – "Suor Angelica" –fortzusetzen. Eine schwungvolle Komödie sollte den Einakterabend abschliesen, und hier griff Forzano tatsächlich auf Dantes "Göttliche Komödie“ zurück: im XXX. Gesang aus dem Inferno fand sich die Geschichte des Gianni Schicchi dei Cavalcanti, der im Florenz des 13. Jahrhunderts durch Testamentsfälschung ein Vermögen erschlichen hat. Ein heiteres Stück inmitten der schrecklichen Kriegszeit? Es wurde ein Spass mit Widerhaken, über Bosheit und Habgier, mit deutlicher Sozialkritik.

Unter der musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigenten der Volksoper, Enrico Dovico, und in der Inszenierung durch Hausherrn Robert Meyer singen u. a. Sebastian Holecek, Melba Ramos und Michael Ende ("Der Mantel") sowie Martin Winkler, Joerg Schneider und Bernarda Bobro ("Gianni Schicchi").

Premiere am Samstag, 26. Februar 2011
Weitere Vorstellungen am 1., 3., 6., 10., 17., 20., 23. März 2011