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Rusalka

Premiere: 23. Oktober 2010

Die Proben zu Antonín Dvoráks Märchenoper „Rusalka", einer spätromantisch-fantastische Märchenparabel, in der Natur und Künstlichkeit, Traum und Realität, Liebe und Leidenschaft unversöhnlich einander gegenüber stehen, haben begonnen!

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"Rusalky" bezeichnet im Russischen weibliche Wassergeister, wunderschön und mit magischen Fähigkeiten ausgestattet. Fabelwesen ihrer Art geistern durch alle westlichen Kulturen, heißen andernorts Melusine oder Undine und verstricken sich für gewöhnlich in eine Liebesgeschichte mit einem Menschen - meistens zum Unglück beider.

Zu allen Zeiten hat die tragische Geschichte vom Wasserweibchen, das sich in einen Menschen verliebt, Dichter und Musiker inspiriert. Antonín Dvoráks Librettist Jaroslav Kvapil hat bei der Entstehung von „Rusalka“ verschiedene Quellen herangezogen: Andersens „Kleine Meerjungfrau“ stand ebenso Pate wie die altfranzösische Sage um die schöne Melusine oder Friedrich de la Motte-Fouqués „Undine“. Die Arbeit an „Rusalka“ beflügelte den 58-jährigen Dvorák derart, dass er die Komposition in nur fünf Monaten vollendete. „Ich bin voll Begeisterung und Freude, dass mir die Oper so gut gelingt“, schwärmte er im Jahr 1900.

Auf der Höhe seines künstlerischen Schaffens hat Dvořák dieser Oper ein besonders farbenreiches Klangbild gegeben; auf das liebevollste charakterisierte er die Naturwesen und ihre Umgebung und kontrastierte sie mit den von volkstümlich-liedhaften Klängen dominierten Welt der Menschen. Es entstand eine spätromantisch-fantastische Märchenparabel, in der Natur und Künstlichkeit, Traum und Realität, Liebe und Leidenschaft unversöhnlich einander gegenüber stehen:

Die Wasserfee Rusalka will Mensch werden, weil sie den Prinzen liebt. Jezibaba, die Hexe, erfüllt ihr den Wunsch, doch der Einsatz ist hoch: Mit Stummheit geschlagen, muss Rusalka die bedingungslose Treue des Geliebten gewinnen, sonst drohen Verdammnis und Tod. Der Prinz erwidert ihre Liebe, doch ihr kühles Wesen bleibt ihm fremd. Schon bald wendet er sich der heißblütigen fremden Fürstin zu. Die Auswirkungen sind verheerend: Eine Rückkehr zu Ihresgleichen ins Wasser ist Rusalka nur möglich, wenn sie das Herz des Prinzen mit einem von Ježibaba gereichten Messer durchbohrt …

Das franko-kanadische Team Renaud Doucet und André Barbe, das an der Volksoper mit großem Erfolg „Sound of Music“ und „Turandot“ in Szene gesetzt hat, zeichnet für die zweite Neuinszenierung von „Rusalka“ an unserem Hause verantwortlich. Die Titelrolle des Wasserweibchens gibt Ensemblemitglied Kristiane Kaiser. Darüber hinaus sind in der Neuproduktion von „Rusalka“ zahlreiche Volksoperndebütanten zu erleben: Die Russin Victoria Safronova ist als fremde Fürstin erstmals an unserem Haus zu hören, die in Dubrovnik geborene Dubravka Musovic singt die Partie der Hexe Jezibaba. Ales Briscein, Ensemblemitglied der Staatsoper Prag, ist in der Rolle des Prinzen zu erleben, den Wassermann gibt der russische Bass Mischa Schelomianski. An das Pult des Volksopernorchesters kehrt ein bewährter Gast zurück: Henrik Nánási dirigiert nach Carl Zellers „Vogelhändler“ in der vergangenen Saison wieder eine Premiere an unserem Haus.

Premiere am 23. Oktober 2010, 19:00 Uhr
Weitere Vorstellungen am 28., 30. Oktober, 1., 9., 11. 16., 24. November, 1. Dezember 2010

Im Vorfeld der Premiere wird Stefan Mickisch nach einjähriger Abwesenheit einen Einführungsabend zu Antoín Dvořák „Rusalka“ geben, bei dem er mit gewohnter Leichtigkeit und auf humorvolle Weise Verbindungen des Werkes quer durch die Musikgeschichte schafft.
Stefan Mickisch spielt und erklärt „Rusalka“ am 20. Oktober 2010, 19:30 Uhr