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Salome

Premiere am Samstag, 15. Oktober 2011, 19:00 Uhr

„Wie schön ist die Prinzessin Salome heute nacht!“

Freuen Sie sich mit uns auf die Neuproduktion von Richard Strauss’ „Salome“, der ersten Opernpremiere der Spielzeit 2011/2012. Rief vor einem Jahrhundert Salomes „Sinnlichkeit“ noch die Verfechter der „Sittlichkeit“ auf den Plan – gilt die dritte Oper von Strauss, die auf einem Drama des Skandalschriftstellers Oscar Wilde fußt, heute als eines der epochemachenden Meisterwerke des Musiktheaters. Wussten Sie, dass Richard Strauss am 9. April 1911 eben jenen Einakter an der Volksoper dirigierte? Am 15. Oktober 2011, rund 100 Jahre später, feiert „Salome“ in der Inszenierung der jungen deutsch-französischen Regisseurin Marguérite Borie an der Volksoper Premiere.  „Eine ‚Salome’ der anderen, ja besonderen Art“ – so lobte die Kritik Marguérite Bories Inszenierung der Strauss-Oper in Monte-Carlo im vergangenen Februar. Nun wird diese Produktion an die Volksoper übernommen, als dritte „Salome“-Premiere unseres Hauses (nach 1910 und 1944) und erste Wiener Neuinszenierung des Werkes seit fast vier Jahrzehnten.
Premiere am Samstag, 15. Oktober 2011, 19:00 Uhr
Weitere Vorstellungen am 18. Oktober, 4., 8., 13., 16., 20., 23. und 27. November 2011

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Die Geschichte der jungen Prinzessin von Judäa, die den Kopf des eingekerkerten Propheten Jochanaan als Belohnung für den Tanz der sieben Schleier von ihrem lüsternen Stiefvater, dem Tetrarchen Herodes Antipas fordert, löste bei der Uraufführung in Dresden im Jahr 1905 einen Publikumserfolg aus, dem mehrheitlich Zeitungsverrisse gegenüberstanden. Die Meinungen spalteten sich in begeisterte Zustimmung und empörte Ablehnung – kalt ließ diese Oper niemanden. Während Cosima Wagner, die Witwe von Strauss’ Idol schlichtweg meinte: „Das ist Wahnsinn … Nichtiger Unfug, vermählt mit Unzucht!“, urteilte ein Dresdener Kritiker: „Eine Sensation von ähnlicher Bedeutung hat unsere Hofoper seit Wagners letztem Werke nicht gehabt.“ Innerhalb von zwei Jahren erschien „Salome“ auf fünfzig Bühnen, während sie mancherorts mit Zensurschwierigkeiten zu kämpfen hatte: In New York und London war die Oper vorübergehend verboten; an der Wiener Hofoper bemühte sich Direktor Gustav Mahler vergeblich um die Erlaubnis zur Erstaufführung, die erst 1918 stattfand, sieben Jahre nach der Volksopern-Aufführung unter der Leitung von Alexander Zemlinsky. Spätestens dann hatte sich das Stück als eines der aufregendsten Meisterwerke der Opernliteratur überhaupt durchgesetzt.

Das Team der Neuproduktion
An der Seite von Sebastian Holecek (Jochanaan) gibt die niederländische Sopranistin Annemarie Kremer mit Salome ihr Rollendebüt. Die am Konservatorium Maastricht ausgebildete Sängerin war bereits an vielen renommierten Opernhäusern zu Gast und verkörperte zuletzt an den Opernhäusern in Essen, Stuttgart, Dortmund und Wiesbaden Partien wie Tosca, Cio-Cio-San und Luisa Miller. Nun ist sie erstmals auf der Bühne der Volksoper Wien zu erleben. Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, einer der bekanntesten Charaktertenöre unserer Zeit, übernimmt die Rolle des Herodes. Seine Gattin Herodias singt Irmgard Vilsmaier, dem Volksopernpublikum als Fata Morgana in „Die Liebe zu den drei Orangen“ und als Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“ in bester Erinnerung. Im Jahr 2013 wird die Sopranistin in Taipei in Richard Wagners „Walküre“ als Brünnhilde zu erleben sein, in Stuttgart wird sie 2012/13 alle drei Brünnhilden singen. Als Dirigent wurde Roland Böer verpflichtet, der an der Volksoper bereits „Tiefland“ dirigierte. Er hat zuletzt an der Mailänder Scala mit einer „Zauberflöten“-Neuproduktion einen großen Erfolg gefeiert und wird u. a. in dieser Saison die „Fledermaus“-Neuproduktion an der Opéra National du Rhin in Straßburg leiten und am Königlichen Opernhaus in Kopenhagen Brittens „Albert Herring“ wiederaufnehmen. Regisseurin Marguérite Borie ist seit mehreren Jahren in Paris, Monte-Carlo und an der Opéra Royal de Wallonie (Lüttich) als Regisseurin tätig, wo im vergangenen Juni nicht nur ihre „Salome“-Produktion, sondern zuvor auch ihre Inszenierung der „Chouette enrhumé“ von Bruno Montovani zu sehen war.