Spielplan Premieren

September 2009

Der Vogelhändler

Premiere von Carl Zeller

Carl Zellers Operette wurde nach der Uraufführung 1891 schnell zu einem Pfeiler des Operettenrepertoires. Seinen sensationellen Erfolg verdankt "Der Vogelhändler" dem musikalischen Einfallsreichtum Zellers: Melodien wie "Ich bin die Christel von der Post", "Schenkt man sich Rosen in Tirol" und "Wie mein Ahnl zwanzig Jahr'" haben bis heute die Popularität von Volksliedern bewahrt. Für die nunmehr achte Inszenierung des "Vogelhändlers" an der Volksoper zeichnet Michael Schilhan verantwortlich. Der Regisseur und Intendant des Grazer Jugendtheaters Next Liberty präsentiert sich damit das erste Mal dem Volksopernpublikum.

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Oktober 2009

Rigoletto

Premiere von Giuseppe Verdi

Verdis siebzehnte Oper ermöglichte mit den beiden anderen Werken der "populären Trilogie" ("Il Trovatore", "La Traviata") den Durchbruch des Komponisten zu absolutem Weltruhm. Der ursprünglich vorgesehene Titel "La maledizione" wurde von der Zensur verboten, die "Rigoletto" auch sonst zusetzte. Doch Verdi kämpfte erfolgreich darum, die Freizügigkeit eines Herrschers darzustellen und einen Behinderten zur Hauptfigur zu machen. Victor Hugo, der zunächst gegen eine Vertonung war, musste schließlich die meisterliche musikalische Umsetzung bewundern, die realistische Szenen mit volkstümlichen Melodien wie der Canzone "La donna è mobile" abwechselte.

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Häuptling Abendwind

Premiere von Jacques Offenbach

Johann Nestroy lernte 1861 bei einem Wiener Gastspiel von Offenbachs Théâtre des Bouffes Parisiens dessen Operetten-Einakter kennen. Seine Bearbeitung und Einwienerung des "Häuptling Abendwind" ist ein satirisches Meisterstück, in dem die so genannte Zivilisation gnadenlos als bloße Staffage entlarvt wird. Bei der Wiener Premiere 1862 stieß die "Faschings-Burleske" eher auf Unverständnis. Erst in den letzten sechzig Jahren konnte sich das Werk in den Spielplänen deutschsprachiger Schauspielhäuser etablieren. Erstmals ist die Operette nun in einer Bearbeitung für Kammerorchester an der Volksoper zu erleben. Robert Meyer, der "Häuptling Abendwind" 2002 als Solo-Abend am Burgtheater gestaltet hat, führt nach Oscar Straus' "Lustigen Nibelungen" zum zweiten Mal am eigenen Haus Regie.

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November 2009

Ballett: Carmen

Premiere

Prosper Mérimées 1845 veröffentlichte Novelle "Carmen" übt seit jeher einen besonderen Reiz auf Choreographen aus - das erste "Carmen"-Ballett schuf noch im Erscheinungsjahr der Dichtung der damals am Beginn seiner Karriere stehende Marius Petipa. 2006 schloss sich der italienische Choreograph Davide Bombana der langen Reihe herausragender Ballettschaffender an, die das tragische Schicksal der Bühnenfigur Carmen um neue Facetten bereicherten. Nach einer von der Kritik ob ihrer "artistisch neuklassisch auflodernden Bewegungssprache" gerühmten einaktigen Fassung, die, für Toulouse entstanden, zuletzt in Toronto aufgeführt wurde, kreiert der erstmals in Wien arbeitende Choreograph nun für das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper seine definitive, abendfüllende Version des Stoffs. Als musikalische Hauptquelle zieht Bombana auch für seine Wiener Version Rodion Schtschedrins "Carmen-Suite", ein Neuarrangement von Musik aus Georges Bizets Oper, heran.

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Dezember 2009

Antonia und der Reißteufel

Premiere von Christian Kolonovits

Christian Kolonovits, dem Volksopernpublikum als kongenialer Arrangeur und Dirigent der "Weberischen" bekannt, hat gemeinsam mit Angelika Messner eine Pop-Oper geschaffen, die Kinder und Junggebliebene gleichermaßen begeistern wird. Die Regie liegt in den Händen von Direktor Robert Meyer.

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Jänner 2010

South Pacific

Premiere von Richard Rodgers

Für nicht wenige ist Rodgers' & Hammersteins "South Pacific" eines der bedeutendsten Musicals aller Zeiten: für das Publikum, das ihm von 1949 bis 1954 (in 1.925 En-Suite-Aufführungen!) die Treue hielt. Oder für die Verantwortlichen des Pulitzer-Preises, den "South Pacific" samt zehn der begehrten Tony Awards einstreifte. Wiewohl humorvoll-schmissige Nummern nicht fehlen, ist das Werk alles andere als leichte Unterhaltung. In der Uraufführung 1949 verkörperte Ezio Pinza die männliche Hauptrolle; bei der konzertanten Erstaufführung an der Volksoper wird der führende italienische Opernbassist unserer Tage, KS Ferruccio Furlanetto, erstmals diese seine "Traumrolle" singen. Auf einer US-Militärbasis im Südpazifik im Jahre 1942 verliebt sich eine Krankenschwester in einen französischen Plantagenbesitzer, die Gräuel des Krieges werden ebenso thematisiert wie Rassenvorurteile. Überwältigend die musikalische Umsetzung, mit Liedern wie "Some Enchanted Evening", "Younger than Springtime" oder "Bali Hai".

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Februar 2010

Die Blume von Hawaii

Premiere von Paul Abraham

Paul Abrahams Operette ist ein buntes Varieté, in dem jazzige Rhythmen und exotische Klänge ebenso ihren Platz haben wie Berliner Schlagerwitz: "Ich will in deinen Händen / happy enden." Zum ersten Mal ist Paul Abrahams "Kolonialoperette" mit Schlagern wie "Die Blume von Hawaii", "My Golden Baby" und "Ich hab' ein Diwanpüppchen" nun auf der Bühne der Volksoper in einer Rekonstruktion der originalen Orchesterfassung zu erleben. Regie führt Helmut Baumann, der durch seine Inszenierungen von "Pariser Leben" und "Orpheus in der Unterwelt" an diesem Haus bereits bestens bekannt ist.

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April 2010

Die Liebe zu den drei Orangen

Premiere von Sergej Prokofjew

Sergej Prokofjews vierte vollendete Oper - vom Komponisten selbst als "Mischung aus Märchen, Spaß und Satire" bezeichnet - wurde 1921 in Chicago uraufgeführt. Die österreichische Erstaufführung fand 1951 an der Volksoper statt. 2002 inszenierte Ernst-Theo Richter, nur wenige Monate vor seinem Tod, das Stück an der Hamburgischen Staatsoper als "funkelfrischen Südfruchtzirkus", wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtete. Die Volksoper übernimmt diese Inszenierung, mit der musikalischen Leitung ist Alfred Eschwé betraut, der die Produktion 2002 mit dem Regisseur erarbeitet hat.

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Juni 2010

Die Entführung aus dem Serail

Premiere von Wolfgang Amadeus Mozart

Die erste erfolgreiche deutsche Oper hatte Schablonen wie die "Türkenmode" zu bedienen, dem Auftrag Josephs II. über ein "Nationalsingspiel" zu entsprechen und war nicht gerade mit dem gelungensten Textbuch gesegnet. Doch Mozarts Genie formte aus den Vorgaben und Beschränkungen ein überragendes Opus, das den Reigen seiner Wiener Meisteropern eröffnete. Tief dringt er in die Psychologie menschlicher Beziehungen ein und gibt auch ein Stückchen eigener Biographie preis. Es ist nur scheinbar ein Zufall, dass die weibliche Hauptgestalt den Vornamen der Frau trägt, die Mozart wenig später gegen den Willen des Vaters heiratete: Constanze.

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Ballett Gala

Premiere

Gründe, ein Tanzfest - gemeinhin "Gala" genannt - zu veranstalten, gibt es sonder Zahl: einer ist, ein einschneidendes Ereignis festlich zu begehen, etwa einen Saisonabschluss oder aber eine bestimmte Ära mit einer Reihe außergewöhnlicher Darbietungen ausklingen zu lassen. Dabei werden die Mitglieder des eigenen Ensembles auch mit der Absicht herausgestellt, ihnen gleichsam als Dank Gelegenheit zu geben, sich einmal mehr von ihrer besten Seite zu präsentieren. Dieses Angebot wird noch verstärkt durch Gäste, die entweder ganz bestimmte tänzerische Nuancen oder selten Gesehenes vorstellen. Ein weiterer Grund für eine Ballettgala ist, Aspekte bestimmter Themenbereiche in den Vordergrund zu rücken, etwa durch das Feiern eines Jubiläums einer legendären Persönlichkeit der Tanzwelt. All diese Möglichkeiten vereinigt die Gala des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper, die am Ende der Saison 2009/2010 zelebriert wird.

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