Werkbeschreibung
Die Fledermaus
Erster Akt
Erstes Bild
Kann ein Ehemann sich wie ein Liebhaber benehmen?
Bella, eine schöne, junge Frau der guten Gesellschaft, in einer hochherrschaftlichen Wohnung, irgendwo, in Wien, Budapest oder sonst wo; das ist nicht wichtig: es muss nur eine Hauptstadt des alten Österreich-Ungarn sein. Johann, der Ehemann Bellas, liebt er sie? Nur das ist die Frage. Und Ulrich, der Freund des Hauses? Was will er von ihr? Und da ist er schon! Er erscheint immer im richtigen Augenblick und hat Geschenke für alle. Aber warum schenkt er Bella eine Schere?
Zweites Bild
Kann ein Mann davonfliegen?
Als im Schlafzimmer von Bella und Johann das Licht ausgeht, enthüllt sich der erstaunten jungen Frau die Wahrheit: Nachts verwandelt sich ihr Mann in eine Fledermaus und fliegt davon.
Drittes Bild
Was eine verlassene Frau von einem ergebenen Freund zu erwarten hat.
Wem kann sich Bella anvertrauen? Ulrich eilt herbei. Er versichert Bella, in seinem großen Koffer, den er wie zufällig bei sich hat, habe er die einzigen Mittel, um der Situation Herr zu werden. Und er gibt Bella folgenden Rat: Wenn sie einen lebenslustigen Mann festhalten wolle, müsse sie immer die Gleiche und doch eine Andere sein. Ihr Mann dürfe nicht im Vorteil sein und sich verwandeln können.
Es folgt eine Lektion über den Charme, über die Arglist, über die Art zu lachen.
Viertes Bild
Ein Mann ist ein Mann.
In einem Nachtlokal, wo viele Frauenstimmen durcheinander schwirren, hat Johann seine Flügel abgelegt. Er erlebt, wie man so sagt, "einen schönen Augenblick". Aber Bella - dank der Lektion ihres Lehrmeisters in Sachen Verführung - beobachtet ihn unbemerkt. Wird er sie erkennen? Sie verschwindet, taucht wieder auf, verschwindet; jedes Mal ist sie anders, jedes Mal nicht wiederzuerkennen.
Die Lehren Ulrichs zeigen Wirkung; Johann, seinerseits überrascht, legt seine Fledermaus-Flügel wieder an und macht sich auf die Verfolgung der Unbekannten.
Zweiter Akt
Fünftes Bild
Wo man lernt, wie eine Frau diese Fledermaus von Ehemann in Schach halten kann.
Bella erscheint auf dem Maskenball in sehr auffallendem Kostüm. Ihr Ehemann, der sie noch nicht erkannt hat, folgt ihr auf Schritt und Tritt. Er wird immer aufdringlicher und versucht, sie zu verführen.
Ulrich mischt sich unter die Gäste. Er beobachtet, wie sein wundervoller Plan Wirklichkeit wird. Bella erscheint im Zigeuner-Kostüm, Hauptdarstellerin des Intermezzos. Johann, im Gewand der Fledermaus, erliegt der unwiderstehlichen Anziehungskraft dieser "Unbekannten". Er will sie umfassen und an sich ziehen. Die Zigeunerin wehrt sich, und einige Gäste mischen sich ein. Es kommt zum handgreiflichen Streit. Das Erscheinen eines Polizei-Kommissars und seiner Wachleute macht dem Skandal ein Ende. Die Walzer-Musik geht weiter, aber ohne Johann, der ins Gefängnis gewandert ist.
Sechstes Bild
Ah! Das Leben eines Verführers ist nicht nur Vergnügen!
Johann im Käfig! Eingesperrt und in Quarantäne. Kein Walzer mehr! Die Liebe genießen nun die anderen. Keine Serenaden mehr für ihn; andere Stimmen, nicht die seine, singen von Liebe unter dem Balkon der Frauen.
Aber plötzlich erscheint die "Unbekannte", die ihn bedrängt. Sie bittet den Kommissar, den seltsamen Gefangenen freizulassen.
Endlich sind die beiden allein, und alles ist vorbei: die beiden Eheleute verhalten sich wie Liebende, während Ulrich, der diese Situation herbeigeführt hat,sie weiter überwacht.
Im gleichen Augenblick, in dem der wiedereroberte Ehemann dem Charme seiner Frau erliegt, reicht Ulrich Bella ihre Tasche mit der kostbaren Schere. Ohne zu zögern, schneidet sie der Fledermaus die Flügel ab, so wie einst Dalila Samson die Haare.
Siebentes Bild
Pantoffel, das Pfand ehelichen Glücks.
Nach den Augenblicken der Angst, der Zweifel, des Champagners und des Übermuts ist Bella wieder die gutsituierte Dame des ersten Bildes. Die Fledermaus mit denamputierten Flügeln ist ein braver Ehemann, etwas zu gehorsam akzeptiert er die Pantoffel von seiner Frau.
Nun, da die Welt wieder in Ordnung ist, was bleibt zu tun? Wir sind im Land des Walzers. Also tanzen Sie, meine Damen, meine Herren, und lassen Sie sich von der Musik überwältigen...