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Samstag
05.05.2012

Werkbeschreibung

"Die Entführung aus dem Serail" hatte Schablonen wie die "Türkenmode" zu bedienen und der Idee des Auftraggebers Joseph II. über ein "Nationalsingspiel" zu entsprechen. Das Textbuch Johann Gottlieb Stephanies entsprach den Gattungskonventionen, unterschied zwischen einem "hohen" und einem "niederen" Paar, karikierte in der Figur des Osmin den Türken, wie man ihn sich 100 Jahre nach der letzten Türkenbelagerung vorstellte, und idealisierte die Herrschergestalt des Bassa Selim. Doch Mozarts Geniev erstand es, die Vorgaben und Konventionen zu erfüllen und gleichzeitig zu unterlaufen. Mit der "Entführung aus dem Serail" formte er ein überragendes Opus, in dem er tief in die Psychologie menschlicher Beziehungen eindrang. Durch die äußere Fassade von Moral und Unerschütterlichkeit hindurch eröffnet er einen Blick auf das komplexe Innenleben seiner Figuren. Vier junge Menschen werden aus ihrem wohlgeordneten Leben gerissen und sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, in der fremden Umgeb ung eines Serails alles in Frage zu stellen, was bisher selbstverständlich erschien.

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