Spielplan

Sonntag
25.11.2012

Die Hochzeit des Figaro

Oper

Volksoper Wien

Sonntag 25. November 2012
Beginn: 19:00 Uhr

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Dauer: 3 Stunden 30 Minuten, Pausen: 1

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Marco Arturo Marelli reüssierte mit den drei Opern von Mozart und Da Ponte Ende der 1980er Jahre an der Volksoper als Regisseur und Bühnenbildner in Personalunion. Seither hat er "Die Hochzeit des Figaro" in Madrid, Lausanne und zuletzt 2008 in Toulouse erarbeitet. An der Volksoper inszenierte er mit seiner geschmackvollen Ästhetik und mit stets weiter wachsendem Verständnis des Werks seinen "Figaro" 2012 erneut. Die Erfolgsproduktion steht nun wieder auf dem Spielplan!

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Werkbeschreibung

Im Jahr 1785 griffen Wolfgang Amadeus Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte einen französischen Stoff mit revolutionärer Sprengkraft auf: Beaumarchais' Komödie "Der tolle Tag". Den brisanten Konflikt zwischen Adel und Bürgertum spielten Mozart und Da Ponte im Privaten durch - als Kampf zwischen frivoler Anmaßung des Herrn und ehrlichem Gefühl des Dieners. Graf Almaviva sucht aus reiner Langeweile kleine amouröse Abenteuer abseits seiner Ehe. Stets kommt ihm dabei der pubertäre Page Cherubino in die Quere, der von seiner Verliebtheit in alles, was weiblich ist, von einer zur anderen getrieben wird. Seinen Kammerdiener Figaro macht sich der Graf zum Gegner, als er dessen Braut, Susanna, nachstellt. Um die Hochzeit überhaupt zu verhindern, stachelt er Marcellina, die Haushälterin des Arztes Dr. Bartolo, auf, ihre alten Rechte geltend zu machen: Sie hat Figaro ein Darlehen gewährt, doch dafür musste er ihr im Falle der Zahlungsunfähigkeit die Ehe versprechen. Figaro und Susanna wiederum haben die betrogene Gräfin auf ihrer Seite und spinnen ebenfalls eine Intrige gegen den Grafen: Susanna vereinbart zum Schein ein Stelldichein im nächtlichen Garten, zu dem die als Kammerzofe verkleidete Gräfin erscheint. Im Dunkel des Gartens steuern die Verwicklungen auf den Höhepunkt zu, um sich schließlich in Wohlgefallen aufzulösen.

Pressestimmen

"Die Wiener Volksoper zeigt eine gelungene deutsche Fassung von Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“. Mozarts „Le nozze di Figaro“ kennt er in− und auswendig, schließlich hatte der Regisseur und Bühnenausstatter Marco Arturo Marelli schon 1989 an der Volksoper einen großen Erfolg damit und hat das Werk mittlerweile mehrfach inszeniert. An der Volksoper brachte er mit dem damaligen Direktor Eberhard Waechter die drei Da−Ponte−Opern in deutscher Sprache heraus, was – seit der weitreichenden Einführung von Übertiteln – völlig aus der Mode gekommen ist. Der jetzige Volksoperndirektor Robert Meyer meint es gut mit seinem Publikum, nimmt den Bildungsauftrag ernst und lässt wiederum auf Deutsch spielen, mit deutschen Übertiteln, es kann einem gar nichts mehr entgehen an Sinn, Tiefsinn und Unsinn. Nicht nur das kam beim Publikum gut an, die Premiere der neuen Produktion am Sonntag wurde einhellig gut angenommen. Man durfte sich blendend unterhalten fühlen, ein Abend für Herz und Hirn. Nach vielen Experimenten und konzeptuellen Gedankengebäuden landet man in der Volksoper wieder in einer Aufführung, die das Libretto von Lorenzo da Ponte beim Wort nimmt, sogar den historischen Hintergrund des Absolutismus im Untergang. Aus barocken Gemälden entwickelte Marelli dafür eine raffinierte Rundarchitektur, das Finale findet in einem Punkt statt, die zeitgemäßen Kostüme stammten von Dagmar Niefind. An der Übersetzung hatte unter andrem Nicolas Brieger gearbeitet, es war geradezu erstaunlich, wie sie auch im rasanten Parlando funktioniert, obwohl das Ensemble international besetzt war. Und vor allem sehr jung. Das hohe Paar und die bedrängten Diener waren quasi gleiche Generation, abgesehen davon, dass der triebgesteuerte Graf in seiner Unsicherheit an Machtzipfelchen und Standesdünkeln festhalten will, herrschte beinahe ein freundschaftlicher Umgang. Wie am Schnürchen funktionieren die Intrigen und Gegenintrigen, zuletzt erhält Almaviva die erbetene Verzeihung seiner liebenden Gattin, das Dienerpaar kann Hochzeit feiern. Alles wie bei Mozart vorgesehen, auch das Orchester schlug sich unter der kompakten Leitung von Dirk Kaftan wacker.
Besonders die Frauenstimmen gefielen gut, Jacquelyn Wagner rührte als Gräfin mit innigen Momenten, Rebecca Nelsen war eine erfrischende Susanna, Mara Mastalir bezauberte als Barbarina. Konstantin Wolff war ein viriler Graf […]. Dorottya Láng (Cherubino), Sulie Girardi (Marcellina), Stefan Cerny (Bartolo), Paul Schweinester (Basilio) und Martin Winkler (Antonio) sowie der Chor bildeten das durchwegs komische Personal."

(Salzburger Nachrichten, 2012)


Volksoper: Premiere von Mozarts „Hochzeit des Figaro“, Dirk Kaftan, M. A. Marelli
Jung, sympatisch und kultiviert!

Es ist bereits sein zweiter „Figaro“ an der Volksoper. Und dieser zweite ist noch überzeugender, intensiver, souveräner geworden: Marco Arturo Marelli begeisterte mit dieser „Hochzeit des Figaro“ sein Publikum, das ihn und das gesamte Ensemble mit langem Jubel feierte. Mit ein Grund war dabei wohl, weil Marelli – wie er sagt – zuerst einmal „Diener am Werk“ sein will … Marelli versetzt den „Figaro“ weder in einen Gemeindebau, noch in eine Tankstelle oder sonst wohin. Für ihn sind Mozart, Daponte und Beaumarchais Bezugspersonen, auf die er im Spiel und im Bühnenraum verweist. Also entwarf er für seine komödiantisch witzige Inszenierung einen noblen Bühnenraum, der Fresken Francisco Bayeus, des Schwagers Goyas, und Daniel Grans zeigt: Der Kampf der Götter und Giganten, also der Generationen, und die Entrückung der Jagdgöttin Diana spielen auf die Handlung des „Figaro“ an. Dagmar Niefind entwarf elegant einfache Kostüme, die die desolate Welt des Grafen spiegeln. Eine kultivierte Produktion mit viel Tempo, die wohl ein „Renner“ werden wird. Auf Tempo setzt auch Dirk Kaftan. Ein ausgezeichneter junger Dirigent, der vom Anfang an die sprudelnden Tempi angibt und das Orchester ausgezeichnet führt. Ordentlich Tempo gibt er auch für die Sänger vor. Ein junges, sympathisches Ensemble, das Marellis Spielwitz ebenso wie Kaftans Intensität trifft. Konstantin Wolff gefällt als Almaviva, der sich in seinen Ränken verstrickt. Ein junger, kraftvoller Bariton. Jacquelyn Wagner ist eine kultiviert leidende Gräfin voll Sehnsucht, Rebecca Nelsen die quirlig hantige Susanna – sehr nobel ihre „Rosenarie“. […] Für effektvolle Karituren sorgen Sulie Girardi (Marcellina), Stefan Cerny (Bartolo), Paul Schweinester (Basilio) und Martin Winkler (Antonio). Entzückend Mara Mastalirs Barbarina.

(Kronen Zeitung, 2012)


Volksoper: Figaro, nostalgisch verpackt

"Never change a winning team: Vor über zwanzig Jahren begann die Regiekarriere von Marco Arturo Marelli mit einem Da−Ponte−Zyklus an der Wiener Volksoper. Jetzt kehrte er für „Die Hochzeit des Figaro“ noch einmal zurück und lieferte, was man erwarten konnte: einen schönen, gut und harmonisch funktionierenden Abend. Unter den Sängern stechen Konstantin Wolff und Jacquelyn Wagner als Graf und Gräfin hervor. Am Pult hatte Dirk Kaftan alles fest im Griff. Mit den in bester Mozart−Laune aufspielenden Musikern sorgte er für schön ausdifferenzierte Orchesterbegleitung. Alles in allem ein nicht gerade revolutionärer, aber erwartbar runder Abend, dem sich das Publikum protestlos und begeistert ergab."

(Die Presse, 2012)


Es gibt sie doch noch – Abende, an denen die Opernwelt offenbar ganz in Ordnung ist. Jubel, jede Menge Beifall auf offener Bühne und am Ende sogar Begeisterung für den Regisseur – Marco Arturo Marelli – und sein Team (Enrico De Feo und Dagmar Niefind). Am Währinger Gürtel gibt man die Mozart−Da Ponte−Oper auf Deutsch (Übersetzung Nicolas Brieger) und bietet ein junges internationales Ensemble auf, das von Dirk Kaftan mit Drive und Liebe zum Detail auf jenem schmalen Pfad geführt wird, der die „Hochzeit des Figaro“ nach wie vor zu einem Schlüssel−Stück der internationalen Opernbühne macht. Ursprünglich war nur eine von Marelli geprobte Wiederaufnahme der Beaumarchais−Vertonung geplant. Dann stellte sich heraus, dass die Kulissen schon skartierte waren. Und so stolperte man quasi am Währinger Gürtel in diesen großen Premieren−Erfolg, bei dem weder der Vorabend der Französischen Revolution in ein anderes Jahrhundert verlegt noch die intelligente Mehrdeutigkeit des Textes von Lorenzo da Ponte verloren geht. Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg ist aber einmal mehr eine exzellente Besetzung. Etwas die Gräfin der US−Sopranistin Jacquelyn Wagner –sie hat einfach alles: Lyrik, Dramatik und Humor, Persönlichkeit und Wortdeutlichkeit. Kein Zufall, dass sie in der Volksoper auch schon als Traviata reüssierte. Und das gilt auch für die Susanna von Rebecca Nelsen. Die Texanerin, die über die Neue Oper Wien, ihre internationale Karriere startete, ist eine eher „resche“ Kammerzofe. Aber wenn sie die Rosenarie oder das Briefduett ansetzt, dann kommt in das herbe Timbre jene süße Schwerelosigkeit, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Eine große Leistung erbringt Yasushi Hirano als Figaro. Der japanische Wahlösterreicher gilt seit Jahren als „Geheimtipp“ am Währinger Gürtel – und er erfüllt alle Erwartungen. Spielfreudig, sympathisch und mit einer Prachtstimme ausgestattet, gehört er zu den Architekten des Premieren−Erfolges. Hier bahnt sich eine große Karriere an. Auch der Cherubin der ungarischen Mezzo−Sopranistin Dorottya Láng gehört auf die Haben−Seite dieser Produktion. Nur wenn der Page des Grafen über die nötige Erotik verfügt, kann es zu jenem „Tollen Tag“ kommen, der nach wie vor Grundlage des Textes ist. Dorottya Láng, die in Wien u.a. bei Christa Ludwig und Hilde Zadek studiert hat, bringt jedenfalls dafür alle Voraussetzungen auf die Bühne. Köstlich auch das Buffo−Paar Marcellina –Bartolo: Sulie Girardi und Stefan Cerny werten die beiden Rollen wahrlich auf und bringen sie auf Augenhöhe mit den anderen Solisten. Hinreißend in seiner skurrilen Spielfreude (samt Belcanto−Vortrag) auch der Basilio des Paul Schweinester, eine Charakterstudie der „versoffene“ Antonio des Martin Winkler und seine bildhübsche Nichte Barbarina – Mara Mastalir. Alles in allem – die Volksoper hat eine neue Attraktion, der junge deutsche Dirigent des Abends Dirk Kaftan bringt das Volksopern−Orchester samt Volksopern−Chor zu Höchstform und das Regietheater kann auch höchst amüsant sein. Man sollte sich diesen Figaro rasch ansehen: die Seele ist offenbar ein weites Land – das haben schon Mozart und Da Ponte am Vorabend der Französischen Revolution richtig erkannt. Und dieser Produktion kann man Kult−Status vorhersagen!
(Der neue Merker, 2012)

Termine

Februar 2015
28.Samstag 19:00KartenBesetzung
März 2015
06.Freitag 19:00KartenBesetzung
11.Mittwoch 19:00KartenBesetzung
13.Freitag 19:00KartenBesetzung
18.Mittwoch 19:00KartenBesetzung
21.Samstag 19:00KartenBesetzung

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