Spielplan

Samstag
29.06.2013

Frau Luna

Operette

Volksoper Wien

Samstag 29. Juni 2013
Beginn: 19:00 Uhr

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Dauer: 2 Stunden 30 Minuten, Pausen: 1

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Wie es sich wohl auf dem Mond leben lässt, fragte schon Joseph Haydn in seiner Oper "Il mondo della luna", und Jacques Offenbach ließ die Protagonisten seiner Fortschrittssatire "Voyage dans la lune" in einer vergrößerten Tabaksdose zum Mond fliegen. In Paul Linckes Berliner Operette "Frau Luna" schließlich ist es ein Mondomat, der die Berliner Jungs Steppke, Lämmermeier und Pannecke zum Mond bringt. Peter Lund, der bereits für die Fassungen der Operetten "Orpheus in der Unterwelt" und "Die Blume von Hawaii" verantwortlich zeichnete, führte mit "Frau Luna" erstmals an der Volksoper Regie und landete einen großen Erfolg bei Publikum und Presse.

Mit englischen Übertiteln

Werkbeschreibung

Ein Mondomat bringt die Berliner Jungs Steppke, Lämmermeier und Pannecke zum Mond. Frau Luna, die Herrin des Monds, ist begeistert: Endlich passiert mal was in ihrem langweiligen Reich, in dem der Erdauswanderer Theophil vor Jahren der letzte Neuling war. Theophil wurde in Berlin die ganze Zeit über vermisst von Frau Pusebach. Die ist zufällig mitgereist zum Mond. Frau Luna interessiert sich für Steppke, doch das stört ihren langjährigen Verehrer Prinz Sternschnuppe. Erde und Mond kommen einander - in Gefühlsdingen und auch sonst - gefährlich nah, ehe die Erdlinge wieder dort sind, wo sie hingehören: in der "Berliner Luft".

Pressestimmen

"FRAU LUNA" IST SCHAU−VERGNÜGEN
Paul Linckes Operette „Frau Luna“ ist an der Volksoper ein grandioses (Schau)−Vergnügen.

Ein Fest für die Augen und (großteils) auch ein Fest für die Ohren – mit Paul Linckes Operette „Frau Luna“ hat die Wiener Volksoper einen echten Hit gelandet. Denn die 1899 in Berlin uraufgeführte Operette – es gibt mehrere Fassungen – zeigt in der neuen Version von Regisseur Peter Lund: Ja, es geht! Man kann eine scheinbar angestaubte Revue−Operette in die Gegenwart, ins Heute holen, dabei der Nostalgie huldigen und dennoch hoch aktuell, zeitlos, witzig und geistreich sein.

Interstellare Affären
Doch der Reihe nach: Die Berliner haben nun auch das Haus am Gürtel erobert, und der sympathische Luftikus Fritz Steppke darf samt seiner Kumpanen Lämmermeier und Pannecke sowie der eher ungeliebten Quartiergeberin Frau Pusebach auf den Mond reisen. Besser, in die Mondmonarchie, wo ein gewisser Herr Theophil, der interstellaren Abenteuern nie abgeneigt ist, über die ewige Keuschheit der Mondgöttin wacht. Dass diese Frau Luna sich aber nur zu gern auch körperlich „erforschen“ ließe, spielt in dem folgenden Chaos aus Liebe, Triebe, und preußischen Machtgefühlen auch keine kleine Rolle ...
Es ist Regisseur Peter Lund (dessen Neu−Adaption großartig ist) und seinem genialen Bühnenbildner Sam Madwar zu danken, dass diese „Frau Luna“ ein optisches Spektakel ist. Da gibt es ein herrliches Sternzeichen−Ballett (Choreografie: Andrea Heil), da dürfen Glühwürmchen tanzen, da sorgen futuristische Video−Projektionen für Star−Wars−Feeling. Da lässt an der nächsten Ecke wiederum Molnárs vom Himmel auch nicht gerade begünstigter „Liliom“ grüßen. Großartig dabei die Kostüme (Daria Kornysheva), die imperial−stilisierten Mondglanz mit frischer „Berliner Luft“ perfekt verbinden. Das hat Stil, Charme, Witz und Esprit. Es funkelt und glitzert in der Wiener Volksoper: Knapp drei Stunden lang ziehen Kostüm− und Bühnentechnik bei Peter Lunds Inszenierung der Operette "Frau Luna" von Paul Lincke alle Register.

Lustiger Weltuntergang
Ach so, irgendwann geht die Welt unter; die Party davor aber macht mächtig Spaß. Und vielleicht war ohnehin alles nur ein Traum, dem der Berliner Steppke da huldigt. Daniel Prohaska singt diesen tatkräftiger Träumer wunderbar und berlinert dabei wie es schöner kaum geht. Ja, dieser Steppke, ein „bisschen zu viel lieb gehabt“ hat er seine Marie (die Johanna Arrouas hinreißend gestaltet und sehr gut singt) – der Nachwuchs ist unterwegs. Ein Erlebnis ist Isabel Weicken als kess−fordernde Frau Pusebach. Miete und Liebe – beides ist für sie wichtig. Weicken erscheint und ist da. So soll es sein. Vielleicht nicht für Theophil, der sich mit der einst von ihm amourös eroberten Erdenbewohnerin jetzt herumschlagen muss, und den Boris Eder zu einem Ereignis macht. Protokollarisch−korrekte (immer österreichische) Haltung trifft auf preußisches Tempo – allein das sorgt für Lacher. Denn auch Mondbewohnerin Stella, Theophils Frau, macht in Gestalt der starken Regula Rosin ihr eheliches Anrecht geltend. Da können Prinz Sternschnuppe (vokal blass: Thomas Paul) und Frau Luna (sicher: Julia Koci) nur zuschauen. Andreas Daum als Lämmermeier, Carlo Hartmann als Bismarck−Pannecke und die zarte Venus von Martina Dorak sind da aus einem anderen Holz geschnitzt. Wie auch Dirigent Gerrit Prießnitz, der mit dem tollen Orchester alle Hits von Lincke zum Klingen bringt. Ja, die Berliner Luft tut dem Haus am Gürtel sehr, sehr gut. Jubel.
KURIER−Wertung: **** von *****
(Kurier)

SCHAUVERGNÜGEN!
Traurig, dass solche Operettenproduktionen in Wien (und fast überall) zu Raritäten geworden sind: Peter Lund inszenierte an der Volksoper Paul Linckes Evergreen „Frau Luna“. Und zeigte, was man mit diesem – wenn auch etwas zusammengestoppelten – Werk machen kann. Eine hinreißend fröhliche Produktion!
„Unterhaltsam, charmant, großstädtisch!“, urteilte Burgstar Michael Heltau, ein Kenner des Metiers. Und begeistert war auch das gesamte Publikum, das das Produktionsteam wie das Ensemble begeistert feierte. Der Berliner Peter Lund hat bereits beim „Zarewitsch“ in Mörbisch gezeigt, wie bravourös er Ausstattungsrevuen führt. Das ist auch diese „Frau Luna“, die 1899 im Berliner Apollotheater uraufgeführt wurde. Deren Schlager – wie „Schlösser, die im Monde liegen“, „Glühwürmchen“, die „Berliner Luft“ – damals zu Gassenhauern wurden. Attraktion der Aufführung sind die phantasievoll witzigen Bühnenbilder Sam Madwars mit nostalgischen Berlin−Anno−1900−und effektvollen Mondprojektionen. Ein Schauvergnügen, das von der Berliner Arme−Leute−Mansarde des Fritz Steppke direkt ins schimmernde, sternenflimmernde Reich der Frau Luna führt, wo das Deutsche Kaiserreich und Wilhelm II. gezupft und gerupft wird. Schick und geschmackvoll die weiß−schwarzen Mondkostüme. Pure Mond−Haute−Couture von Daria Kornysheva. Phantasievoll ihre Ausstattung für das Ballett der goldenen Planetenzeichen. Quirlig: Andrea Heils Choreographie. Peter Lund ist zur Charakterisierung der Figuren Originelles eingefallen. Von erlebnis− und liebeshungrig, kapriziös und mondän zickig – wie Luna selbst – bis liebenswert dodelhaft – wie Theophil, der getürmte Lover der Frau Pusebach! Gerrit Prießnitz geht mit Linckes Partitur – eingerichtet von Lund mit Stücken aus dem „Reiche des Indra“ u. a. – sicher um. Er lässt die Melodien schmelzen und die Schlager knallen. Das Volksopernorchester führt aus, was er sich vorstellt. Im Mittelpunkt: das klassische Operettenpaar, das – da alles nur ein Traum! – nicht zueinanderfindet: „Frau Luna“ Julia Koci, gelangweilt kapriziös, gierig nach neuem Leben, eine hübsche schlanke Stimme; und „Fritz Steppke“, der arbeitslose Mechaniker, den Daniel Prohaska handfest stämmig und deftig singt. Boris Eder ist ein perfekter, geziert schrulliger Schwerenöter Theophil mit Charme, […] Isabel Weicken eine hantige, in ihrer Berliner Schnoddrigkeit mit Schnauze liebenswerte Frau Pusebach, Johanna Arrouas eine schlichte Marie, die auf ihren Fritz wartet, Thomas Paul ein gezierter, stets gut ondulierter Fashionfreak Prinz Sternschnuppe. Gut besetzt die anderen Rollen: Regula Rosins Stella, Andreas Daums Lämmermeier und Carlo Hartmanns Pannecke. Hingehen, anschauen!
(Kronen Zeitung)

„FRAU LUNA“: DIE VOLKSOPER BEGEISTERT MIT WIENERN AUF DEM MOND
Es funkelt und glitzert in der Wiener Volksoper. Egal ob als goldenes Ganzkörperkostüm, sternenübersäter Himmel oder leuchtender LED−Blumenstrauß: Knapp drei Stunden lang zogen Kostüm und Bühnentechnik am Samstagabend bei der Premiere von Peter Lunds Inszenierung der Operette "Frau Luna" von Paul Lincke alle Register. Kritiker bekritteln zwar, dass die Leistung von Ensemble und Orchester von fliegenden Autos, Glitzer sprühenden Ballons und der allgemeinen Kostümgewalt verdeckt wurde, doch dem Publikum gefiel es. Die Zuschauer applaudierten lange mit Begeisterung. Die Welt ist für den Ingenieur Fritz Steppke (Daniel Prohaska) im Berlin des anbrechenden 20. Jahrhunderts einfach zu klein, zusammen mit seinen Freunden, dem Dichter August Lämmermeier (Andreas Daum) und "Oberst" Pannecke (Carlo Hartmann), möchte er zum Mond fliegen. Im Weg steht diesem Traum zunächst aber nicht nur seine Vermieterin Frau Pusebach (Isabel Weicken), sondern auch deren Nichte Marie (Johanna Arrouas). Immerhin erwartet diese ein Kind von Fritz. Dennoch funktioniert er sein kleines Untermieterzimmer zur Raketenstation um und entschwindet mitsamt seinem Bett Richtung All. Das aufwendige Bühnenbild von Sam Madwar wird zusätzlich durch Projektionen ergänzt. Erzählt die Vermieterin von ihrem verlorenen Liebsten, erscheint ein Männergesicht am Vollmond, seufzt Marie, ziehen Wolken durch. Und auch das Bett des Mondfahrers hebt am Ende tatsächlich von der Bühne ab. Das Berliner Setting unterstreichen die Darsteller auch durch einen kräftigen Dialekt – allerdings berlinert es je nach Szene mal mehr, mal weniger. Am Mond angekommen, steht der Verwandlung der Bühne in ein funkelndes Sternenzelt mit metall−silbrigen Elementen nichts mehr im Wege. Hier treffen sich zwei konträre Welten. Denn – bisher unentdeckt – lebt hier das Mondvolk, regiert von ihrer gelangweilten Monarchin Frau Luna (Julia Koci). Österreichische Gemütlichkeit ist hier an der Tagesordnung, vor allem der Kommandant der Mondpolizei, Theophil (Boris Eder), hält die stark an k. und k.−Österreich erinnernden Sitten hoch. Beinahe alles ist hier aus weißem Tüll, auch die Gesichter der Mondbewohner sind in passendes Weiß getaucht. Die Neuankömmlinge bringen allerdings nicht nur jede Menge "Berliner Luft" (mit Glitzer), sondern auch allerhand Umsturzideen mit. Der Rest ist das Aufeinanderprallen von Fortschrittsgedanke und Behäbigkeit, Demokratie und Monarchie, Preußen und Österreich und von Buletten und Fleischlaberl. Auch die eine oder andere amouröse Verwirrung darf natürlich nicht fehlen. Dabei lebt das Stück vor allem von witzigen Dialogen – auch wenn die eine oder andere Zweideutigkeit überstrapaziert wird – und vielen Referenzen an österreichisches und deutsches Kulturgut. Von "ein großer Schritt für die Menschheit" bis "es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut" ist hier alles dabei.
(APA)

SO MUSS OPERETTE SEIN ...
Volksoper: Premiere von Paul Linckes „Frau Luna“ in einer grandiosen Inszenierung von Peter Lund
Operette wie sie sein soll, wo alles an seinem Platz bleibt, wo man nicht versucht, krampfhaft modernisieren und sinnlos interpretieren zu wollen. „Frau Luna“ ist nicht nur massive Kritik an der zur Jahrhundertwende katastrophalen Wohnungsnot in Berlin, sondern Kritik an der Technikgläubigkeit und an einer Feudalgesellschaft, die schon damals kräftig am eigenen Ast sägte. Heinz Bolten−Baeckers Libretto mag naiv einfach sein, aber bringt die Themen auf den Punkt.
Peter Lund lässt die Mondgesellschaft noch autoritärer, absolutistischer und hinterwäldlerischer erscheinen. Treffend auch, dass man gerade auf dem Trabanten nicht malocht, sondern in aristokratisch noblem Wienerisch parliert. Rechnung getragen hat man auch der Tatsache, dass sich die Operette von 1899 bis hin zur großen Ausstattungsrevue (1922) entwickelt hat, in der der in der Urfassung noch fehlende Schlager von der Berliner Luft zum Höhepunkt mutierte. Die Lust am Schauen, Staunen dominierte auch Peter Lunds Regie. Das beginnt bei den monumentalen Bühnenbildern und Projektionen von Sam Madwar, den fantasievollen Kostümen von Daria Kornysheva wie der feinen Choreographie von Andrea Heil und endet bei perfekt arrangierten Szenen und einer überzeugenden Personenregie. Musikalisch stand der Abend unter der Leitung von Gerrit Prießnitz mit schwungvoller, detailverliebter Lesart der Partitur, der das gut aufgelegte Orchester und den bestens studierten Chor führte und ein ideales Fundament für das insgesamt optimal besetzte Ensemble bereitstellte. Stimmlicher wie schauspielerisch. So entwickelte sich Julia Koci von der mondän kühlen Mondfrau zur emotional und gesanglich überkochenden Frau Luna, schwelgte der ehemalige Florianer Sängerknabe Thomas Paul als ihr ewig verlobter Prinz Sternschnuppe in höchsten tenoralen Leidenschaftstönen, und mimten Regula Rosin, Boris Eder und Isabel Weicken eine perfekte, komische Mond−Erde−Ménage−à−trois. Daniel Prohaska führte gekonnt und sympathisch als Steppke das Entdeckertrio an, das mit Andreas Daum als fein sächselnder August Lämmermeier und Carlo Hartmann als Pseudo−Generalissimo Pannecke lustvoll ergänzt wurde. Johanna Arrouas war eine feine Marie und auch für die kleineren Rollen wie Venus und Mars stellte man mit Martina Dorak und Heinz Fritzka beste Protagonisten bereit. So macht Operette endlos Spaß!
Volksoper: Paul Linckes Operette „Frau Luna“, 8. 6.,
OÖN Bewertung: ******
(Oberösterreichische Nachrichten)

„FRAU LUNA“: BERLIN FINDET WIEN AUF DEM MOND
Die Volksoper landet mit Paul Linckes schmissiger Berliner Operette einen Inszenierungserfolg. […] Nach Bäumen, Pferden, Kohleöfen und nassem Hund riecht sie also, die „Berliner Luft, Luft, Luft“, die 114 Jahre nach der Uraufführung von „Frau Luna“ nun erstmals an der Volksoper besungen wird und das willig inhalierende Publikum begeistern konnte. Zumal unter der musikalischen Leitung von Gerrit Prießnitz kein Platz für klischeegemäß martialische Zackigkeit war: Sowohl bei diesem Äquivalent zum Radetzkymarsch als auch dort, wo im schwebenden Walzertakt „Schlösser, die im Monde liegen“ gebaut werden, waltete jene schmissige Kantabilität, die einem Werk der silbernen Operettenära wohl ansteht […]. Sentimentalität war dem Berliner Paul Lincke und der von ihm inaugurierten Spielart der Operette eher fremd, er setzte sein Ohrwurmtalent im Zweifel lieber für schneidig−flotte Nummern statt für melancholische Arien ein. Aber wenn die bunten Orchesterdetails so schön Pingpong spielen wie etwa in „Wenn die Sonne schlafen geht“, dann darf man sich über eine gelungene Einstudierung freuen. Noch stärker gründet sich der Erfolg auf Peter Lunds Inszenierung und Textbearbeitung. Er erstellte eine auf halbem Wege zwischen zeitkritischer Singspielunterhaltung und großer Revue inklusive Balletteinlagen angesiedelte Fassung, wobei ihm Sam Madwar mit Bühnenbild und Filmprojektionen ebenso gut hilft wie Daria Kornysheva (Kostüme).
(Die Presse)

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