Mein Vermächtnis – Damit von meiner Begeisterung für Kultur etwas zurückbleibt

Im Gespräch mit Dr. Isabella Ackerl –
Jahrgang 1940, Historikerin, Germanistin, Autorin

Dr. Isabella Ackerl

Wie war Ihr erster Kontakt mit Kultur, wann haben Sie zum ersten Mal ein Musiktheater besucht?

Meine ersten Musiktheaterkontakte fanden über das Theater der Jugend-Abo in der Schule statt. Das war im Jahr 1953, ich war 13 Jahre alt, zu dieser Zeit gab es nur die Volksoper. Das Theater an der Wien war damals nicht für Schüler zugänglich. Ich erinnere mich noch heute an drei verschiedene Produktionen, die damals einen unglaublichen Eindruck auf mich gemacht haben. Das waren Die verkaufte Braut, wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere, hat damals Richard Eybner eine kleine Rolle gespielt; das zweite Stück war Der Bettelstudent, dessen Ohrwurm „Ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst“ mir unvergesslich blieb; schließlich Notre Dame von Franz Schmidt, ein Thema, das bald darauf mit Lollobrigida verfilmt wurde. Heute kennt man nur das Zwischenspiel aus dieser doch ein wenig schwülstigen Oper, aber es ist gute Musik, auch wenn Franz Schmidt schon fast wieder der damnatio memoriae verfallen ist.

Warum haben Sie besonders die Volksoper Wien ins Herz geschlossen?

Die Volksoper liebe ich wegen ihrer Programmvielfalt, ihrer über jeden Zweifel erhabenen Qualität, was das Musical betrifft. In dieser Hinsicht verdient die Volksoper Drei Sterne. Ähnliches gilt auch für die Operette, die man sonst nur selten erleben kann. Abrundend ist auch das Opernprogramm sehr sehens- und hörenswert. Auch das Ballett begeistert mich mit seiner hohen Qualität. Besonders gefällt mir die Jugendförderung, sowohl bei den Zuschauern als auch beim Kinder- und Jugendensemble. Die Erziehung des künftigen Publikums, es für das Erlebnis Musiktheater zu begeistern kann ja nie früh genug beginnen. So bleibt die Volksoper auch für zukünftige Generationen erhalten. Daher unterstütze ich auch die Aktivitäten des Förderkreises der Volksoper, der sich auch für die Junge Volksoper sehr einsetzt.

Als Mitglied des Förderkreises unterstützen Sie die Volksoper bereits sehr aktiv und überlegen nun auch, die Volksoper mit einer testamentarischen Spende zu bedenken. Warum haben Sie sich entschieden ein Testament zu verfassen?

Ein Testament ist eine selbstverständliche Pflicht, zunächst der Familie gegenüber.

Was war Ihr Beweggrund für eine testamentarische Spende an die Volksoper?

Dass ich in Annexen zu meinem schon lange bestehenden Testament die Volksoper bedenken werde, ergibt sich aus meinen Erfahrungen mit den immer zu geringen staatlichen Förderungen für alle Kulturinstitutionen. Es ist dies eine Tendenz, die wächst. Umgekehrt ist es durch „Vergissmeinnicht“ möglich, auch mit bescheideneren Beträgen Positives zu bewirken. Für mich ist nicht wichtig, dass mein Andenken weiterlebt, sondern die Institution, die mir viele Jahre viel Freude beschert hat.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass eine so wichtige kulturelle Institution wie die Volksoper, die in allen Bemühungen ihrem Namen gerecht wird, weiterbesteht.

So können Sie die Volksoper Wien mit Ihrem Vermächtnis unterstützen.