Orpheus in der Unterwelt

Wiederaufnahme am Sonntag, 2. Juni 2019
Weitere Vorstellungen am 6., 10., 14., 20., 25. Juni 2019
 
Einfach respektlos und unverschämt unterhaltsam
Einfach respektlos und unverschämt unterhaltsam, wie Jacques Offenbach mit der hehren Götterwelt umsprang – und dabei vor allem die Kläglichkeit der aktuellen Politik meinte. Dies gilt auch für die erste abendfüllende Operette des Meisters, dessen 200. Geburtstag wir heuer begehen, „Orphée aux Enfers“ (1858): Orpheus kann die Finger nicht von seinen Geigenschülerinnen lassen, seine gelangweilte Gattin Eurydike beschließt, dem attraktiven Nachbarn (es ist niemand anderer als der Höllenfürst Pluto) zu folgen. Die Familienverhältnisse im Olymp stellen sich keineswegs ordentlicher dar: Der Haussegen von Jupiter und Juno hängt schief, und dass er sich – als Stubenfliege verkleidet! – dem attraktiven Neuzugang im Hades (Eurydike langweilt sich auch hier) nähert, entgeht der aufmerksamen Göttergattin nicht. Stachel im Fleisch der unmoralischen Besatzung von Ober- und Unterwelt ist die Öffentliche Meinung (Regula Rosin) – bis sie durch Erfrischungen an der Höllenbar außer Gefecht gesetzt wird … 

Eröffnungspremiere der Direktion Meyer 
Als Eröffnungspremiere der Direktion Meyer feierte Helmut Baumanns Inszenierung von „Orpheus in der Unterwelt“ (Textfassung von Peter Lund – sein erstes Lebenszeichen an unserem Hause!) einen regelrechten Triumph. Nun kehrt die schwungvoll-farbenfrohe Produktion nach neun Jahren Pause mit fast vollkommen neuer Besetzung auf den Spielplan zurück: so ist u. a. Carsten Süss der Titelheld, Vincent Schirrmacher der Höllenfürst, Martin Winkler der treulose Göttervater, Christian Graf seine Gemahlin und Regula Rosin die Öffentliche Meinung. Wie 2007 mit dabei ist der Hausherr Robert Meyer als Styx, der sich erinnert: „Als ich noch Prinz war von Arkadien …“.

Dirigent: Guido Mancusi 
Regie: Helmut Baumann
Bühnenbild: Mathias Fischer-Dieskau
Kostüme: Uta Loher und Conny Lüders
Choreographie: Roswitha Stadlmann
Choreinstudierung: Thomas Böttcher
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz
 
Pluto (Aristeus): Vincent Schirrmacher
Jupiter: Martin Winkler
Orpheus: Carsten Süss/Thomas Sigwald
Hans Styx: Robert Meyer/Boris Eder
Merkur: Gernot Kranner
Eurydike: Rebecca Nelsen/Julia Koci
Juno: Christian Graf
Diana: Birgid Steinberger
Cupido: Jakob Semotan
Minerva: Elvira Soukop
Mars: Daniel Ohlenschläger/Heinz Fitzka
Venus: Martina Mikelić
Öffentliche Meinung: Regula Rosin