David Charles Abell 

geboren 1958 in Jacksonville, North Carolina, wurde schon früh in Violine, Klavier, Orgel und Trompete sowie Gesang unterrichtet. An der Uraufführung von Bernsteins "Mass" (1971) wirkte er im Knabenchor mit. Nach Studien an der Yale University und der Juilliard School of Music (u.a. bei Nadia Boulanger) wurde Leonard Bernstein sein Mentor und Förderer. Er assistierte dem Maestro in den frühen 80er Jahren bei zahlreichen Projekten, machte sich um die wissenschaftliche Edition von dessen Partituren verdient und feierte sein professionelles Dirigentendebüt 1982 wieder mit dessen "Mass" in der Deutschlandhalle in Berlin. Es folgten Dirigate an der Washington Opera, der New York City Opera und der Royal Albert Hall. 1996 verlegte Abell seinen Lebensmittelpunkt nach London, wo er etwa die – auch auf CD festgehaltene - Uraufführung von "Martin Guerre" (Claude-Michel Schönberg) am Prince Edward Theatre leitete. Die Zusammenarbeit mit dem BBC Symphony Orchestra intensivierte sich bald, sodass er mittlerweile fünf Mal die legendären Proms geleitet hat. Einen Höhepunkt bildete die Feier von Stephen Sondheims 80. Geburtstag 2010 mit Judy Dench und Bryn Terfel. Im selben Jahr war er musikalischer Leiter der Uraufführung von Andrew Lloyd Webbers "Love Never Dies" am Adelphi Theatre (Londoner West End). Um Sondheim machte er sich weiters durch einige französische Erstaufführungen am Pariser Théâtre du Châtelet verdient (2011 "Sweeney Todd", 2013 "Sunday in the Park with George", 2014 "Into the Woods"). "Sweeney Todd" (mit Terfel und Emma Thompson) sollte auch 2015 sein Einstandswerk an der English National Opera werden.

Die Breite von Abells Repertoires zeigen seine Dirigate an der Cincinnati Opera 2016 ("Die Fledermaus"), an der Oper von Philadelphia 2017 ("Die Zauberflöte" in der Regie von Barrie Kosky) und am Hawaii Opera Theatre 2018 ("Eugen Onegin"). Auch bei internationalen Festivals ist Abell immer wieder zu Gast, so etwa 2003 in Bregenz mit "West Side Story" oder 2007 beim Festival dei Due Mondi in Spoleto mit Gian-Carlo Menottis "Maria Golovin", beim Glimmerglass Festival 2018 folgt wieder "West Side Story". Danach debütiert Abell an der Zürcher Oper mit "Sweeney Todd" (in der Inszenierung von Andreas Homoki singen Bryn Terfel und Angelika Kirchschlager).

In Wien hat Abell bereits mit den Wiener Symphonikern gearbeitet und mit der Wiener Akademie ein semidokumentarischen Film Strauss: Dance and Dream gedreht. An der Volksoper steht er erstmals im Mai 2019 am Pult - bei der Wiederaufnahme von "Carousel", das er schon 2017 an der English National Opera mit großem Erfolg geleitet hat.