„Auf der Suche nach meinem Flamingo“ 

Drew Sarich über seine Rolle als Albin/Zaza in "La Cage aux Folles"

Die Rolle des Albin war immer auf meiner Wunschliste. Er ist gleichzeitig fragil und ein „Show-Tier“, auch im Leben. Es gibt kaum eine bessere erste Szene, in der so viele Farben exponiert werden Albin kämpft mit einer Auflaufform und ist überzeugt, dass ihn sein Mann betrügt. Und im Laufe des Stückes bekommt er noch zehnmal so viele Farben dazu! Alle können sich mit dieser Angst identifizieren ausgegrenzt zu sein, und zwar nicht politisch, sondern von der eigenen Familie, weil man peinlich sein könnte. Ich habe zwei Kinder, denen ist man ja immer peinlich …

„Ich bin, was ich bin“ – dieses Lied wurde auch in der Popwelt ein Riesenhit. Aber was ist Albin eigentlich? Ist er transsexuell? Oder ein schwuler Mann, der sich einfach gerne in Drag kleidet? Im zweiten Teil des Stückes verkleidet er sich als Mutter, und das ist wieder eine ganz andere Rolle. Ich liebe den Dialog, wenn Georges zur Verteidigung von Jean-Michels Mutter sagt: „Sie hat ihn neun Monate lang getragen“, und Albin antwortet: „Ich hätte nur acht gebraucht.“

Ich freue mich auf die Arbeit mit Viktor Gernot ich schätze sein Comedy-Talent enorm. Und ich übe seit Wochen täglich in meiner Wohnung mit den Zaza-Stöckelschuhen zu gehen! Gott sei Dank habe ich eine Frau mit langen Beinen, die mir Tipps geben kann.

Bei der Erarbeitung von Rollen suche ich mir immer tierische Vorbilder; Vivaldi war ein Rennpferd mit einem gebrochenen Bein, der Prinz in "Into the Woods" war eine Dogge, die versucht, ein Matheaufgabe zu lösen. Und bei Albin freue ich mich darauf, meinen „Flamingo“ zu finden – aber irgendwo in diesem prächtigen Wesen wohnt auch ein zerbrechliches Mäuschen, das beschützt werden möchte.



LA CAGE AUX FOLLES

Ab 20. März 2022 nur an der Volksoper Wien!

→ Weitere Informationen, Termine und Besetzung finden Sie hier.