In den letzten Monaten war rosalie mit der Arbeit an Bühnenbild, Kostümen und Lichtobjekten für Roméo et Juliette befasst. Die Uraufführung des Wiener Staatsballetts in der Choreographie von Davide Bombana findet im Dezember 2017 an der Volksoper statt.

rosalie (Gudrun Müller 1953-2017) wurde in Gemmringheim (Deutschland) geboren und studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart; Malerei, Grafik, Plastisches Arbeiten und Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1994/95 war sie für zwei Semester an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste als Gastprofessorin für den Studiengang Bühnen- und Kostümbild tätig.

Die Künstlerin war mit ihren Ausstellungsprojekten in der zeitgenössischen Bildkunst, Lichtkunst sowie mit ihren Theater- und Bühnenbildprojekten international präsent. Sie hat in diesen künstlerischen Disziplinen neue Sprachen der Ästhetik entwickelt und mediale Vernetzungen in innovativen Grenzüberschreitungen realisiert.

Wichtige Werke aus jüngster Zeit sind die kinetischen Lichtinstallationen Helios (2007-2009), Séraphin (2007), HYPERION_Fragment (2008-2009) sowie CHROMA_LUX, als permanente Lichtskulptur bis Ende 2010 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ausgestellt. 2008 wurde ihre interaktive Lichtinstallation HELIOS – La nube luminosa auf der 3. Internationalen Biennale für zeitgenössische Kunst in Sevilla präsentiert. 2013 realisierte rosalie für das Museum der bildenden Künste Leipzig drei groß dimensionierte, kinetisch-interaktive Licht- und Raumskulpturen als medial-gesteuerte Rauminszenierungen. Zuletzt zeigte sie ihre begehbare und 15 Meter hohe Lichtskulptur Lichtwirbel im Schauwerk Sindelfingen (13.3.2016-2.7.2017). Peter Weibel gab ihren Werkkatalog LightScapes heraus.

Mit ihren Räumen für Oper, Schaupiel und Ballett war rosalie als Bühnen- und Kostümbildnerin in stets neuen In(ter)ventionen unterwegs. Ihre Theaterarbeit war in zahlreichen Werkzyklen sowohl dem klassischen Repertoire als auch der Moderne gewidmet. Insbesondere seit den szenischen Licht-Bild-Räumen für Der Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen 1994 bis 1998 unter der musikalischen Leitung von James Levine war rosalie einer internationalen Öffentlichkeit bekannt. Nach Wagners Tristan und Isolde 2005 und Tannhäuser 2012 hat ihre Produktion Lohengrin am New National Theatre Tokyo große Aufmerksamkeit erregt. Eine besonders enge Zusammenarbeit verband sie dabei mit dem Choreographen Uwe Scholz (1958-2004), auch mit Davide Bombana gestaltete sie mehrere Produktionen.

1988 erhielt rosalie den ersten Preis der 1. Münchener Biennale – Internationales Festival für neues Musiktheater, 2008 den Europäischen Kulturpreis für ihr künstlerisches Gesamtwerk, 2009 den Walter-Fink-Preis des ZKM | Karlsruhe für intermediale Disziplinen und 2013 den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.

Seit 1995 war sie Professorin und hatte einen Lehrstuhl für Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, seit 2000 war sie Gründungsmitglied und Mitglied des Vorstands der Hessischen Theaterakademie HTA, Frankfurt am Main.