Zaubermärchen, Erziehungsroman, Welttheater

Zur Neuproduktion von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“

Mozarts „Die Zauberflöte“ ist kollektives Kulturerbe und die meistgespielte Oper überhaupt. Sie vereint in sich Zaubermärchen und Erziehungsroman, Freimaurersymbolik und die Tradition des Wiener Vorstadttheaters aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist rätselhaft und widersprüchlich, und genau das ist ihre Qualität.

An der Volksoper Wien ist Mozarts universales Werk ein Fixstern des Repertoires: Seit dem Jahr 1906 war „Die Zauberflöte“ bisher in insgesamt sieben Inszenierungen an unserem Haus zu sehen. Henry Masons Neuinszenierung (zuletzt: „Der Zauberer von Oz“ und „Carousel“) und die musikalische Neueinstudierung unter der Leitung von Anja Bihlmaier laden uns zu einem frischen Blick auf dieses Werk ein, das wir längst zu kennen glauben. Voll von archetypischen und ästhetischen, historisch-politischen und interkulturellen Bezügen setzt diese Neubetrachtung die Zauberflöte in aktuelle Kontexte und Diskurse. Was bereits in Emanuel Schikaneders genialer wie kruder Handlung angelegt ist, wird von Henry Mason und dem Ausstatter Jan Meier – mutig und behutsam zugleich, mit fantasiereichem Gestaltungswillen und ebenso großer Demut vor dem Werk – einer zeitgenössischen Betrachtung zugeführt. Dabei ist es dem Regieteam besonders wichtig, eine „Welt aus dem Lot“ zu zeigen, die von einer neuen Generation in Gestalt von Tamino und Pamina geheilt werden soll.

Bei aller Ernsthaftigkeit bleibt „Die Zauberflöte“ aber freilich auch eine Komödie und Henry Masons Inszenierung will keinesfalls einer Theatersprache entbehren, die auch junges Publikum fasziniert und begeistert, denn: „,Die Zauberflöte‘ gehört zu den Stücken, die ebenso ein Kind entzücken wie den Erfahrensten der Menschen zu Tränen rühren, den Weisesten erheben können. Jeder Einzelne und jede Generation findet etwas anderes darin.“ (Alfred Einstein, Musikwissenschaftler)

Zu den Mitgliedern des Volksopern-Ensembles, die vom Publikum in ihren jeweiligen Partien bereits oft und gern gesehen wurden – darunter Rebecca Nelsen als Pamina und Stefan Cerny als Sarastro –, gesellen sich in unserer neuen „Zauberflöte“ folglich auch neue Gesichter: Die polnische Koloratursopranistin Anna Siminska gastiert an unserem Haus erstmals als Königin der Nacht und der Tiroler Tenor Martin Mitterrutzner gibt als Tamino seinen Volksopern-Einstand. Zudem gibt es ein hausinternes Rollendebüt in der Partie von Publikumsliebling Papageno: Ensemble-Mitglied Jakob Semotan wird Held Tamino als treuer und schelmischer Kumpan zur Seite stehen. 

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