Eine Musical-Reise ins Unbewusste

Zur Premiere von Kurt Weills Lady in the Dark
Ab 18. Dezember 2021

„Die Krise als Chance begreifen.” – wer kennt diese Lebensweisheit nicht? Doch der Chefredakteurin des Modemagazins Allure, Liza Elliott, bleibt in ihrer persönlichen Lebenskrise gar keine andere Wahl. Nach einem Nervenzusammenbruch sucht die New Yorker Karrierefrau Hilfe bei Doktor Brooks, einem Psychoanalytiker. Ohne zu zögern, ermutigt dieser Liza zu einer intensiven, ersten Therapiesitzung, die ihr ein Lied aus der Kindheit in Erinnerung ruft. Die folgende Psychoanalyse führt sie durch drei große Traumsequenzen, die innerhalb des Musicals zu schillernden und absurd-komischen Musical-Einaktern anwachsen, und schließlich zu einer Entscheidung, die ihr Leben in eine neue Richtung lenkt.

Kurt Weills Schaffen wird retrospektiv in zwei zentrale, stilbildende Perioden eingeteilt: der „europäische Weill”, der als Komponist von Bertolt Brechts Dreigroschenoper Theatergeschichte schrieb, und der „amerikanische Weill”, der nach seiner Emigration sein Schaffen am Broadway im Genre Musical weiterentwickelte. In Lady in the Dark vereinten die beiden Textautoren zwei Gegenpole: die Welt der größtmöglichen Innerlichkeit, die Psychoanalyse, und jene maximaler Oberflächlichkeit, die Modeindustrie. Kurt Weill hat dazu eine klassisch-amerikanische Partitur der 1940er Jahre geschaffen, die schillernd und jazzig-farbenfroh Hits wie „Die Saga von Jenny”, das rasante Bravourstück „Tschaikowski” und die Ballade „Mein Schiff ” beinhaltet.

Für Ensemblemitglied Julia Koci ist die „Leading Lady” Liza Elliott eine Paraderolle: Die vielseitige Sopranistin mit Wurzeln in Wien erhielt in New York ihre Ausbildung und brillierte an der Volksoper bereits als Gloria Mills in Ralph Benatzkys Axel an der Himmelstür oder als Bäckersfrau in Steven Sondheims Into the Woods. Mit dem Leitungsteam aus dem Dirigenten James Holmes, einem der führenden Kurt Weill-Spezialisten weltweit, und dem Regisseur Matthias Davids (Sweeney Todd, Wonderful Town) darf die Volksoper zudem zwei Könner des klassischen Broadway-Musicals erneut am Haus willkommen heißen.

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