La Wally

Alfredo Catalanis Oper nach dem Roman „Die Geier-Wally“ erzählt die tragische Geschichte einer starken, unnahbaren Frau. Wally, die Tochter des reichen Grundbesitzers Stromminger, liebt den hitzigen Hagenbach und weist deshalb das Werben des Verwalters Gellner zurück. Besessen von ihren Gefühlen für Hagenbach, sieht sie nicht, wie Gellner eine Intrige anzettelt, die darin gipfelt, dass Hagenbach Wally auf einem Fest zum Gespött der Leute macht. Wutentbrannt trägt sie Gellner auf, Hagenbach zu ermorden. Doch dieser hat sich beim Tanz auf dem Fest in Wally verliebt. Die Ötztaler Berge bieten die Kulisse für das dramatische Finale der Oper.

Die musikalische Leitung der Neuproduktion an der Volksoper übernimmt Marc Piollet, die Inszenierung liegt in den Händen des international erfolgreichen Regisseurs Aron Stiehl. Ganz im Sinne Catalanis geht es Stiehl in seiner Interpretation darum, die innere Handlung zwischen den Figuren deutlich zu machen. Mit seinem Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann und der Kostümbildnerin Franziska Jacobsen hat er sich für eine Stilisierung der Tiroler Bergkulisse entschieden. Für ihn geht es in der Oper um „die Todessehnsucht der Protagonistin, die nicht in die kleinbürgerliche Welt hineinpasst, in der sie lebt. Sie sehnt sich nach einer Liebe, die letztlich nur im Tod erfüllt wird.“

Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann, Kostümbildnerin Franziska Jacobsen und Regisseur Aron Stiel bei der Bauprobe.

Aus „La Wally“ konnte sich bis heute vor allem die Arie der Titelheldin „Ebben? Ne andrò lontana“ auf den Opernhitlisten halten. Dabei war gerade diese Episode die Keimzelle für den Heimatroman Wilhelmine von Hillerns: In einem Geschäft in Innsbruck entdeckte die Schriftstellerin ein Gemälde, das eine junge Frau beim Ausheben eines Adlernests zeigt – ein damals üblicher Brauch, um die Schafherden zu schützen. Völlig ungewöhnlich aber war, dass eine Frau die waghalsige Aktion ausführte. Das Bild war ein Selbstporträt der Malerin Anna Stainer-Knittel. Die Begebenheit mit dem Raubvogelnest verarbeitete Wilhelmine von Hillern zu einem düsteren Heimatroman, angesiedelt im sagenreichen Ötztal: Dessen Protagonistin, Walburga Stromminger, ist die Tochter eines wohlhabenden Bauern. Ihr Vater zieht sie wie einen Buben auf. Ihren einzigen Kuss vom Vater bekommt sie, als sie den Geierhorst ausräumt und damit die jungen Burschen des Dorfes an Mut weit übertrifft. Wallys Leben ist gezeichnet von Missachtung, Kälte, Brutalität. Als sie den Hof ihres Vaters erbt, ist sie durch die vielen erlittenen Grausamkeiten verhärtet und unnahbar geworden.

Weitere Informationen und Karten

Kurt Rydl, Elisabeth Schwarz, Daniel Ohlenschläger, Endrik Wottrich, Annely Peebo (beide im Hintergrund) beim Konzeptionsgespräch