Limonen aus Sizilien

Die Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz

Im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Burgtheater bespielt die Volksoper erstmals das Kasino am Schwarzenbergplatz – ein idealer Ort, um Musiktheater des 21. Jahrhunderts zu präsentieren. Für die erste Produktion in dem etwa 250 Zuschauer fassenden Theaterraum fiel die Wahl auf ein Werk des deutschen Komponisten Manfred Trojahn (Jahrgang 1949).

Die Episoden-Oper „Limonen aus Sizilien“ basiert auf drei Kurzdramen von Luigi Pirandello und Eduardo de Filippo. Trojahn und sein Librettist Wolfgang Willaschek haben die sehr unterschiedlichen Episoden als zufällige Ereignisse im Leben eines Mannes zusammengefasst: Im ersten Teil, „Der Schraubstock“, ist Micuccio noch ein Kind. Er muss miterleben, wie seine Mutter in einer dramatischen Eifersuchtsszene zwischen ihrem Geliebten und ihrem Ehemann aufgerieben wird. Im zweiten Teil, „Limonen aus Sizilien“, ist Micuccio erwachsen, er begegnet seiner Jugendliebe wieder, die mittlerweile eine berühmte Opernsängerin ist. Doch statt gegenseitiger Wiedersehensfreude wird er bitter enttäuscht. Im dritten Teil, „Eine Freundschaft“, ist Micuccio alt und liegt im Sterben, seine Schwester pflegt ihn, sein bester Freund besucht ihn. Doch ausgerechnet diesen möchte er nicht sehen. Also nötigt die Schwester den Freund, in die Rollen derer zu schlüpfen, die Micuccio noch zu sehen wünscht. So gelangt Micuccios größtes Geheimnis an den falschen Adressaten …

Bühnenbildentwurf von Dietlind Konold.© Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Locker verbunden sind die drei Episoden durch das Motiv der Limonen aus Sizilien, Reminiszenzen an die Heimat, den eigenen Ursprung. Durch kurze Orchesterzwischenspiele sind die Episoden, die in ihrer Dramatik und ihrer Themenwahl an Puccinis Trittico erinnern, zu einer Einheit verbunden – dabei hat die gesamte Oper nur eine Spieldauer von etwa 70 Minuten.