Abenteuerliche Reise nach "Nimmerland"

Vesna Orlic wird mit ihrer ersten abendfüllenden Choreographie einmal mehr ihr theatralisches Gespür unter Beweis stellen, das sie bereits mit der Erfolgsproduktion „Carmina Burana“ (2012) für das Wiener Staatsballett zeigte.

Orlic legt ihr Werk traditionell und märchenhaft an, hält sich im Wesentlichen an die Vorlage des schottischen Autors James Matthew Barrie, dessen Bühnenstück „Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up“ 1904 in London erfolgreich aufgeführt wurde und Basis für den späteren Roman war. Durch zahlreiche Verfilmungen und Musicalinterpretationen erlangte die Figur des Peter Pan, der auf der fiktiven Insel „Nimmerland“ lebt und das einzige Kind ist, das niemals erwachsen wird, Popularität. Gemeinsam mit der fliegenden kleinen Fee Tinker Bell und dem Mädchen Wendy Darling sowie ihren Brüdern erlebt er eine Reihe von Abenteuern.

Keisuke Nejime (Peter Pan) und Suzanne Kertész (Tinker Bell) bei den Proben. © Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Orlic orientiert sich an der Ästhetik des Mediums Film, einerseits durch Videozuspielungen, um etwa die Illusion des Fliegens zu erzielen, andererseits durch die zum großen Teil von Gerald C. Stocker zusammenstellte Musik Oscar gekrönter Filmmusik-Komponisten, darunter Erich Wolfgang Korngold, Max Steiner, Franz Waxman, Miklós Rózsa, Bernard Herrmann sowie Kompositionen von Leroy Anderson, Sebastian Brugner-Luiz, Guido Mancusi und Isaac Albéniz. Die detailverliebte Ausstattung von Alexandra Burgstaller, inklusive Piratenschiff, wird unterstützt durch technische Effekte, die für Action sorgen. Tanz, Gesang, Musik und Ausstattung verschmelzen laut Orlic zu einem „Abend für die ganze Familie, der Phantasie, Spaß und Spannung vermitteln soll“!