„Gütiger Mond hoch am Himmelszelt, weit sendest du deine Blicke …“,

so besingt die Titelheldin in Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“ den Erdtrabanten. Er möge dem Prinzen eine Liebesbotschaft von ihr bringen, denn als Mensch kann er die kleine Nixe nicht sehen. So stark ist Rusalkas Liebe, dass sie die Hexe Ježibaba bittet, sie in ein Menschenmädchen zu verwandeln. Den Zauber bezahlt sie mit ihrer Stimme – und geht ein großes Risiko ein, denn sie muss die Liebe und Treue des Prinzen dauerhaft gewinnen, sonst droht ihr eine geisterhafte Existenz zwischen Leben und Tod. Der Prinz aber verliert schon bald das Interesse an dem ätherischen Mädchen, dessen Stummheit er als Kälte missversteht. Er wendet sich der leidenschaftlichen fremden Fürstin zu.

Antonín Dvořáks Variante des Märchens von der Seejungfrau entstand im Jahr 1900: Liebevoll charakterisierte er die Sphäre der Wald- und Wassergeister und kontrastierte sie mit den volkstümlich-liedhaften Klängen in der Welt der Menschen. Renaud Doucet und Andre Barbe inszenierten die Oper 2010 als Parabel über die Entfremdung von Mensch und Natur: In der Faszination des Prinzen für die geheimnisvolle Rusalka ist zwar die Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln spürbar, aber die Natur in ihrem puren, willenlosen Sein wird ihm schnell langweilig. Er steht für eine Welt, die von Achtlosigkeit, Dekadenz und Konsum geprägt ist. Aber seine Haltung hat katastrophale Auswirkungen …

Rusalka

Oper von Antonín Dvořáks
Lyrisches Märchen in drei Akten
Text von Jaroslav Kvapil
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Wiederaufnahme am 25. März 2018
Weitere Vorstellungen am 27. März, 3., 5., 10., 15., 23. April 2018

Weitere Infos und Karten