Zur Premiere von Richard Heubergers Operette Der Opernball 

„Gehen wir ins Chambre séparée“, so lautet die verführerische Devise in Richard Heubergers Operette – und so heißt auch der bekannteste Schlager des Stücks. Dabei trifft das Wort „Schlager“ auf die edle, träumerische Musik gar nicht so ganz zu. Das Sujet geht auf das französische Lustspiel Les dominos roses von Alfred- Charlemagne Delacour und Alfred Hennequin zurück und mutet wie eine Mischung aus Jacques Offenbachs Pariser Leben und Johann Strauß’ Fledermaus an:

Ein Ehepaar aus der Provinz besucht Freunde in der Hauptstadt. Der Mann, Paul, stellt sich das Leben in der Stadt aufregend und frivol vor und möchte ein tolles (Liebes-) Abenteuer erleben. Seine Frau Angelika ahnt nichts Böses, bis ihre Gastgeberin, Margarete, den Argwohn über die Treue ihres Mannes in ihr weckt. Also stellen die Frauen ihre Männer auf die Treueprobe:

Jeder erhält eine Einladung zum Opernball, gezeichnet von einer geheimnisvollen Unbekannten, Erkennungszeichen: ein rosa Domino. Auf dem Ball, berauscht von Champagner und von der Lust am Verbotenen, jagen schließlich drei Männer drei rosa Dominos nach, und am nächsten Morgen weiß keiner, welche Frau ihm eigentlich in den Armen lag …

Richard Heubergers Operette aus dem Jahr 1898 war einer der letzten großen Erfolge der klassischen, „goldenen“ Wiener Operette. Die Handlung spielt ursprünglich in Paris. Doch wo sonst gehört der Opernball so sehr zum gesellschaftlichen Leben wie in Wien?

Deshalb verlegt Regisseur Axel Köhler, der erstmals an der Volksoper arbeitet, die Handlung hierher, in die heutige Zeit. Nur dass in diesem Jahr der Ball in der Staatsoper abgesagt ist; der Direktor der Volksoper erklärt sich kurzfristig bereit, als Gastgeber einzuspringen. Doch das Haus am Währinger Gürtel möchte dem Ball eine ganz unverwechselbare Note geben: So sind diesmal Masken erlaubt und der Ball bekommt das Motto: „Frei, ja frei sei die Liebe!“


Regisseur Axel Köhler beim Konzeptionsgespräch