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Axel an der Himmelstür


In Holly-Holly-Hollywood …

Zum Saisonauftakt am 17. September bringt die Volksoper mit Ralph Benatzkys Axel an der Himmelstür einen Hauch Hollywood nach Wien. 80 Jahre nach der Uraufführung kommt die Geschichte über einen Reporter, der seine große Chance in einer Story über den Kinostar Gloria Mills sieht, erstmals auf die Bühne der Volksoper. Die Hauptrolle der exzentrischen Hollywoodgöttin Gloria Mills gestaltet Bettina Mönch, Andreas Bieber heftet sich als Reporter Axel Swift an ihre Fersen. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Peter Lund, Lorenz C. Aichner steht am Pult des Volksopernorchesters.

Alles in Schwarz-Weiß

Dass die Geschichte „garantiert stilecht und ohne ein Quäntchen Übertreibung“ sei, dafür verbürgte sich Textautor Paul Morgan. Der Berliner Schauspieler war 1930 dem Ruf Hollywoods gefolgt und hatte dort einen Blick hinter die Kulissen der Filmmetropole werfen können. Vorbild für die schillernde Figur der Gloria Mills war Greta Garbo, gespielt wurde sie von der 26-jährigen, damals noch unbekannte Zarah Leander. „Benatzkys Operette ist ein Stück über den Film. Wir werden so tun, als ob jede Szene immer wieder frisch am Schneidetisch entstehen würde, sagt Peter Lund über seine Inszenierung. Die Hollywood-Welt der 1930er Jahre soll mittels Projektionen erzählt werden. „Aus der Skizze entsteht erst ein Bühnenbildmodell und daraus dann die reale Bühne. Es ist ein lustvolles Spiel mit der weißen Leinwand. Optisch ließen sich Peter Lund, Daria Kornysheva (Kostüm) und Sam Madwar (Bühnenbild) vom Stummfilm inspirieren: „Alles ist in Schwarz-Weiß gehalten, es wird todschick“.

Zarah Superstar

Ralph Benatzkys Hollywood-Satire wurde am 1. September 1936 im Theater an der Wien in Anwesenheit aller Größen aus Politik, Wirtschaft und Kultur und mit einem wahren Aufgebot an Stars uraufgeführt: von Max Hansen als Reporter Axel Swift bis zu Paul Morgan als durchgeknallter Studioboss. Der wahre Höhepunkt der Produktion war jedoch die neue Diva Zarah Leander, die mit dem Stück ihren Durchbruch hatte und für die Ufa entdeckt wurde. Benatzkys Operette bescherte dem Wiener Publikum einen späten Operettentriumph: nur drei Monate nach der Uraufführung fand bereits die 100. Vorstellung statt. Die Musik war voll charmanter, musikalisch-parodistischer Anspielungen zwischen Gstanzln und Jodlern, Foxtrott und Tango, Blues und Wiener Walzern made in Hollywood, dazu kamen die brillanten Gesangstexte von Hans Weigel sowie das humoristische Textbuch der Librettisten Adolf Schütz und Paul Morgan. Mit Axel an der Himmelstür kam noch einmal frischer Wind in das Genre der Operette, bevor die Protagonisten des Genres endgültig aus dem deutschen Sprachraum vertrieben wurden.


Axel an der Himmelstür

Musikalisches Lustspiel von Ralph Benatzky, Paul Morgan und Adolf Schütz.Gesangstexte von Hans Weigel. Für die Volksoper bearbeitet von Peter Lund und Kai Tietje.

Premiere am 17. September 2016
Weitere Vorstellungen am 23., 25., 29. September, 
2., 4., 9., 11., 14., 17., 20., 24. Oktober, 
15., 27. Dezember 2016, 5. Jänner 2017

Dirigent: Lorenz C. Aichner
Regie: Peter Lund
Bühnenbild: Sam Madwar
Kostüme: Daria Kornysheva
Choreographie: Andrea Heil
Dramaturgie: Helene Sommer und Christoph Wagner-Trenkwitz

Gloria Mills, Filmstar: Bettina Mönch/Julia Koci
Axel Swift, Reporter: Andreas Bieber
Jessie Leyland, Sekretärin: Johanna Arrouas/Juliette Khalil
Theodor Herlinger, Friseur: Boris Eder/Peter Lesiak
Cecil McScott, Filmproduzent: Kurt Schreibmayer/Wolfgang Gratschmaier
Kriminalinspektor Morton: Gerhard Ernst
In weiteren Rollen: Stefan Bischoff, Maximilian Klakow, Oliver Liebl, Roman Martin, Jakob Semotan

Peter Lund

Peter Lund wurde in Flensburg geboren und studierte Architektur an der TU Berlin. Bereits während seines Studiums assistierte er bei John Dew, Günter Krämer und Richard Jones. 1985 gründete Lund die Gruppe „Comp & Co“. Seit 1987 führt er Regie u. a. bei „Così fan tutte“ am Staatstheater Braunschweig, „Die Wanze“ am Maxim-Gorki Theater, „Orpheus in der Unterwelt“ am Theater Bremen, „Die Dollarprinzessin“ in Erfurt, „Die Blumen von Hawaii“ an der Neuköllner Oper und „Die Dreigroschenoper“ am Staatschauspiel Dresden. Von 1996 bis 2004 war Peter Lund Leitungsmitglied der Neuköllner Oper in Berlin, die sich mittlerweile zu einem der kreativsten Uraufführungsorte für heutiges Musiktheater entwickelt hat. Seit 2002 ist er Professor am Studiengang Musical/Show der UdK Berlin. Als Autor verfasste Peter Lund satirische Bearbeitungen von Märchen und Kinderbüchern wie „Cinderella passt was nicht“, „Der gestiefelte Straßenkater“ oder „Maja und Co“. Seine Stücke wurden an zahlreichen deutschen Bühnen gespielt, das Kinderstück „Hexe Hillary geht in die Oper“ wurde an der Neuköllner Oper uraufgeführt und zählt zu Lunds erfolgreichsten Werken. Im Sommer 2010 debütierte Peter Lund mit dem „Zarewitsch“ bei den Seefestspielen in Mörbisch, 2012 inszenierte er „Orpheus und Euridice“ in Regensburg. Nun kehrt der Regisseur der Erfolgsproduktion „Frau Luna“ an die Volksoper zurück und setzt hier die Eröffnungspremiere von Ralph Benatzkys Operette „Axel an der Himmelstür“ in Szene.

Lorenz C. Aichner

Der gebürtige Salzburger erhielt seine Ausbildung am Salzburger Mozarteum (Klavier) sowie an der Musikhochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien (Dirigieren, Chorleitung, Komposition und Korrepetition). Gastspiele führten ihn u. a. zu den den Hamburger Philharmonikern, dem RSO Wien, dem Mozarteum Orchester Salzburg und dem Kasugai City Philharmonic Orchestra (Japan). Im Januar 2012 gab Lorenz C. Aichner sein Debüt an der Volksoper Wien mit dem Musical „Die spinnen, die Römer!“ von Stephen Sondheim. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er Kapellmeister des Hauses. Zu seinen Dirigaten gehören „Ein Walzertraum“ , „Die Zauberflöte“ , „Der Wildschütz“ , „Die lustige Witwe“ , „Eine Nacht in Venedig“ , „Der Zauberer von Oz“ , „Guys and Dolls“ , „Frau Luna“ sowie „Kiss me, Kate“ . In der vergangenen Saison übernahm Aichner die musikalische Leitung der Musical-Neuproduktion „Der Mann von La Mancha“ und stand außerdem bei „Fürst Igor“ und „Im weißen Rössl“ am Pult des Volksopernorchesters. Mit Ralph Benatzkys musikalischem Lustspiel „Axel an der Himmelstür“ eröffnet Lorenz C. Aichner die neue Spielzeit 2016/17 an der Volksoper Wien.

Bettina Mönch

Bettina Mönch stammt aus München und studierte am Konservatorium Wien Musical, Operette und Chanson. Engagements führten sie u. a. ans Ronacher und in den Berliner Admiralspalast (Ulla in „The Producers“ ), an das Saarländische Staatstheater (Lisa in „Jekyll and Hyde“ ), das Salzburger Landestheater (Bianca in „Kiss me, Kate“ , Polly in „Die Dreigroschenoper“ ), das Stadttheater Klagenfurt und die Oper Graz, das Stadttheater St. Gallen (Reno Sweeney in „Anything Goes“ ) und zu den Bad Hersfelder Festspielen (Sally Bowles in „Cabaret“ ). Bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Musicals „Shrek“ am Capitol Theater Düsseldorf verkörperte sie die Prinzessin Fiona. Am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz war Bettina Mönch in zahlreichen Rollen zu erleben, u. a. als Lina Lamont in „Singin‘ in the Rain“ und Sheila in „Hair“ . Aktuell ist sie etwa im Theater Bonn als Audrey im „Kleinen Horrorladen zu sehen“ . In Bonn wird sie auch die Titelrolle von „Evita“ verkörpern. An der Volksoper spielte Bettina Mönch die Philia in „Die spinnen, die Römer!“ und kehrt nun als Gloria Mills in „Axel an der Himmelstür“ hierher zurück.

Andreas Bieber 


Sein erstes Engagement führte Andreas Bieber 1989 ins Ronacher, wo er in „Cats“ als Tumblebrutus und Mungojerrie zu sehen war. Als Kronprinz Rudolf gehörte er später zur Originalbesetzung des Erfolgsmusicals „Elisabeth“ und verkörperte die Hauptrolle in „Jimmy Dean“ . 1995 war er in der ARD-Serie „Marienhof“ als Phillip zu sehen. Er übernahm in der deutschsprachigen Erstaufführung die Titelrolle in „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ . Des Weiteren spielte er den Hans im Glück in der Märchen-Neuverfilmung. Er trat als Conferencier in „Cabaret“ auf, spielte die Hauptrolle in der Rockoper „Tommy und den Roboter“ sowie Victor in der Weltpremiere von „Barbarella“ . In den letzten Jahren wandte er sich verstärkt dem Schauspiel zu, spielte Euphorion in „Faust II“ in Bad Hersfeld, Robert in „Feuerwerk“ am Essener Aalto-Theater und Leo Bloom in „The Producers“ in Wien und Berlin. In der Wiener Premiere von „Ich war noch niemals in New York“ war er als Fred zu sehen. An der Volksoper debütierte Andreas Bieber bereits 1991 als Mercedes in „La Cage aux Folles“ und kehrt nun für die Hauptrolle in „Axel an der Himmelstür“ an das Haus zurück.