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Zur Premiere von Korngolds „Das Wunder der Heliane“ 

Annemarie Kremer (Heliane)© Johannes Ifkovits/Volksoper Wien, zum einmaligen Abdruck freigegeben

Was es vor den Zeiten des allgemeinen Rauchverbots alles gegeben hat: Ende der 1920er Jahre taufte die Österreichische Tabakregie zwei Zigarettenmarken nach den aufsehenerregendsten Opernpremieren der Zeit, „Johnny (spielt auf)“ und „(Das Wunder der) Heliane“. Erich Wolfgang Korngold konnte sich freuen, dass „seine“ Zigarette um einige Groschen teurer war als jene, die man nach der Jazzoper Ernst Kreneks benannt hatte … 1927, sieben Jahre nach Korngolds nachhaltigstem Erfolg, „Die tote Stadt“, wurde „Das Wunder der Heliane“ in Hamburg uraufgeführt. Noch in demselben Jahr gelangte das Werk mit Lotte Lehmann und Jan Kiepura an die Wiener Staatsoper. Die gefeierte Sopranistin bezeichnete die Heliane als eine ihrer Lieblingsrollen, und zumindest eine Diva von heute dürfte diese Meinung teilen: Die große Arie der Titelheldin, „Ich ging zu ihm“, findet sich auf einem Solo-Recital der Amerikanerin Renée Fleming. Heliane rechtfertigt sich hier für unglaubliche Vorgänge:

„Ich ging zu ihm, der morgen sterben sollt’.
Der Abend neigte sich, da ging ich hin.
Er bat mich um mein Haar. Ich gab es ihm.
Er bat um meine Füße. Aus den Schuhen trat ich
und gab ihm die entblößten Füße.
Er warf sich hin, erflehend meinen Leib.
Da löst’ ich das Gewand von mir und stand,
wie mich der Herr erschaffen, vor ihm: nackt …“

Wie konnte es dazu kommen? Ein junger Fremder wurde kürzlich verhaftet, weil er unter die verängstigten Menschen Freude bringen wollte. Nun harrt er seiner Hinrichtung – der grausame Herrscher duldet kein Glück in seinem Reich. Wohl aber sucht er Rat bei dem Inhaftierten, wie er die Liebe seiner jungen Frau Heliane erringen könnte, die sich ihm verweigert. Auch Heliane besucht den Jüngling in seiner Haft. Ihr Mitleid schlägt in Liebe um und sie entkleidet sich vor ihm. Als der Herrscher sie ertappt, wird Heliane vor Gericht gestellt. Um nicht gegen sie aussagen zu müssen, tötet sich der junge Fremde selbst. Der Herrscher zwingt Heliane, sich einem Gottesurteil zu unterwerfen: Um ihre Unschuld zu beweisen, muss sie den Toten zum Leben erwecken. Durch das titelgebende Wunder gelingt ihr dies – die Macht des Herrschers ist gebrochen, die Liebenden sind vereint.

Zum 120. Geburtstag des Komponisten und 90 Jahre nach der Uraufführung nimmt sich die Volksoper erstmals des symbolträchtigen spätromantischen Meisterwerkes an. Als Heliane kehrt Annemarie Kremer an die Volksoper zurück, wo sie 2011 als Salome debütiert hat. An ihrer Seite singen Martin Winkler den Herrscher und der Hausdebütant Daniel Kirch den Fremden. Martina Mikelic ist als Botin zu erleben. Dirigent Jac van Steen, zuletzt mit Wagners „Ring an einem Abend“ und „Don Giovanni“ an der Volksoper erfolgreich, wird die opulente Partitur umsetzen.

Das Wunder der Heliane (konzertant)

Oper in drei Akten von Erich Wolfgang Korngold
Text von Hans Müller nach dem Mysterienspiel „Die Heilige“ von Hans Kaltneker

Premiere am 28. Jänner 2017

Weitere Vorstellungen am 2. und 5. Februar 2017

Dirigent: Jac van Steen
Choreinstudierung: Holger Kristen
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz

Heliane: Annemarie Kremer
Der Herrscher: Martin Winkler
Der Fremde: Daniel Kirch
Die Botin: Martina Mikelic
Der Pförtner: Andreas Mitschke
Der Schwertrichter: Mehrzad Montazeri
Der junge Mensch: Szabolcs Brickner
Sechs Richter: Karl-Michael Ebner, Christian Drescher, Ben Connor, Michael Havlicek, Daniel Ohlenschläger, Yasushi Hirano