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„Almavivas Serenade tönt nachts in allen Straßen“

Zur Wiederaufnahme von Rossinis „Barbier von Sevilla“

Gleich mehrere Preise hätte sich Gioachino Rossini für seine 1816 uraufgeführte Komische Oper verdient. Einen Preis für Schnelligkeit: „… innerhalb von acht Tagen schrieb ich den ersten, in weiteren zwölf Tagen den zweiten Akt“. Einen für Mut: so wagte er es, dem großen Maestro Paisiello Konkurrenz zu machen, dessen „Barbiere di Siviglia“ ein unangefochtener Publikumsfavorit war. Wohl aus diesem Grund gab Rossini seinem Werk einen neuen Titel, „L’inutile precauzione“. Die „Vorsicht“ war auf lange Sicht allerdings „unnötig“, denn dieses Feuerwerk schwungvoller, witziger und charakteristischer Musiknummern sollte bald als Inbegriff der italienischen Opera buffa gelten.

Die Uraufführung am 20. Februar 1816 im Teatro Argentina in Rom war zunächst ein grandioser Misserfolg. Die Anhänger Paisiellos füllten das Theater und machten keinen Hehl daraus, was sie von Rossinis Werk hielten: Sie buhten, pfiffen und zischten es aus. Doch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Schon die zweite Aufführung verwandelte die anfängliche Niederlage in einen Triumph. Und vielleicht hat der Skandal Rossini letztlich sogar genützt: Mit dem "Barbier" wurde er in ganz Europa berühmt. „Almavivas Serenade tönt hier nachts in allen Straßen, Figaros große Arie ‚Largo al Factotum’ ist das Paradestück aller Bassisten und Rosinas Cavatine ‚Una voce poco fa’ das Abendlied, mit dem hier jede Schöne zu Bett geht, um morgens mit den Worten ‚Lindoro mio sarà’ zu erwachen“, schrieb Rossini stolz.

Am 7. Jänner 2017 kehrt Josef Ernst Köpplingers virtuose Regiearbeit aus dem Jahr 2008 mit dem jungen Ensemblemitglied Ben Connor in der Titelpartie auf die Bühne der Volksoper zurück. In weiteren Rollen sind JunHo You als Graf Almaviva und Beate Ritter als Rosina zu erleben, Martin Winkler schlüpft in die Rolle des Doktor Barolo. Am Pult des Volksopernorchesters steht Wolfram-Maria Märtig.

Der Barbier von Sevilla

Komische Oper in zwei Akten von Gioachino Rossini (1792–1868)
Text von Cesare Sterbini

Wiederaufnahme am 7. Jänner 2017
Weitere Vorstellungen am 10., 17., 24. Jänner,
3., 8., 16., 27. Februar, 6. März 2017

Graf Almaviva: JunHo You/Jörg Schneider
Doktor Bartolo: Martin Winkler/Wilfried Zelinka
Rosina, dessen reiches Mündel: Beate Ritter/Rebecca Nelsen
Figaro, Barbier: Ben Connor/Daniel Ochoa
Basilio, Musiklehrer Rosinas: Yasushi Hirano/Stefan Cerny
Fiorillo, Diener Almavivas: Alexandre Beuchat/Christoph Velisek
Ambrosio, Diener Bartolos: Martin Bermoser
Berta, Haushälterin Bartolos: Sulie Girardi