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Gypsy

Zur Volksopern-Erstaufführung von Jule Stynes Musical 
Maria Happel (Foto: Johannes Ifkovits)

1957 war ein gutes Jahr für Gypsy Rose Lee. Die gefeierte „burlesque queen“ war auch als Schauspielerin gut im Geschäft und hatte eben ihre Autobiographie veröffentlicht – eine schonungslose Abrechnung mit ihrer dominanten Mutter, die sie und ihre Schwester June als Kinder zu Showstars dressiert und über die Vaudeville-Bühnen Amerikas gescheucht hatte. 

Theaterproduzent David Merrick sah darin die ideale Geschichte für ein Musical, 1959 wurde Gypsy am Broadway uraufgeführt. Den sensationellen Erfolg hatten alle Beteiligten nicht zuletzt auch dem „Wunderteam“ von West Side Story zu verdanken: gemeinsam mit Buchautor Arthur Laurents und Liedtexter Stephen Sondheim schuf Komponist Jule Styne mit Nummern wie „Everything‘s coming up Roses“ oder „Let me entertain you“ Hits für die Ewigkeit. Übrigens sollte Sondheim ursprünglich auch die Musik schreiben, doch die Hauptdarstellerin Ethel Merman vertraute dem Neuling nicht …

Gypsy trägt zwar den Namen der Tochter, stellt aber ihre „stage mother“ („Eislaufmutter“) in den Mittelpunkt der Handlung: Mama Rose verfolgt ohne Rücksicht auf Verluste ihren Lebenstraum, ihre Töchter im Rampenlicht zu sehen. Und sie verliert viel: Die jüngere Tochter June entzieht sich ihr, der Verehrer Herbie verlässt sie, und als sich das hässliche Entlein Louise zum Striptease-Star Gypsy mausert, steht die Mutter alleine da …

An euphorischen Äußerungen über das Stück mangelt es wahrlich nicht: Für die amerikanischen Musikschriftsteller Ben Brantley und Frank Rich ist Gypsy das „wahrscheinlich größte aller Musicals“ bzw. „die frivole Antwort auf König Lear“. Am vielsagendsten ist wohl die Bezeichnung „Mutter aller Musicals“, denn eine Power-Mutter steht im Zentrum der Handlung. Die Hauptrolle (Clive Barnes: „einer der wenigen wirklich komplexen Charaktere des amerikanischen Musicals“) war seit der Uraufführung die Domäne großer Darstellerinnen: Auf Merman folgten u. a. Angela Lansbury und Patti LuPone.

Bei der Gypsy-Erstaufführung an der Volksoper wird Mama Rose von einer der herausragenden Charakterdarstellerinnen unserer Zeit verkörpert: Maria Happel. Regisseur Werner Sobotka kehrt nach Sondheims Die spinnen, die Römer! an die Volksoper zurück. Danny Costello und Stephan Prattes zeichnen erstmals für Choreographie bzw. Bühnenbild verantwortlich, und auch die Besetzungsliste verzeichnet einige Debütantinnen, darunter Tania Golden als Alternativbesetzung zur Hauptdarstellerin Maria Happel, Lisa Habermann (Louise) und Marianne Curn (June). Am Pult des Volksopernorchesters steht Lorenz C. Aichner.

Gypsy

Musical in zwei Akten Jule Styne. Liedtexte von Stephen Sondheim, Buch von Arthur Laurents nach Gypsy: A Memoir von Gypsy Rose Lee
Deutsche Fassung von Henry Mason, für die Volksoper eingerichtet von Werner Sobotka. 

Premiere am Sonntag, 10. September 2017
Weitere Vorstellungen am 12., 14., 17., 23., 25., 28. September,
1., 4., 9., 12., 17., 19., 28. Oktober,
4., 11., 12. November 2017

Dirigent: Lorenz C. Aichner
Regie: Werner Sobotka
Choreographie: Danny Costello
Bühnenbild: Stephan Prattes
Kostüme: Elisabeth Gressel
Licht: Michael Grundner
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz

Rose: Maria Happel/Tania Golden
Herbie: Toni Slama
June: Marianne Curn
Louise: Lisa Habermann
Tessie Tura: Christian Graf
Miss Electra/Miss Cratchitt: Martina Dorak
Miss Mazeppa/Renée: Maren Kern
Tulsa: Peter Lesiak
Kansas: Oliver Liebl
Yonkers/Pastey: Simon Stockinger
L.A.: Maximilian Klakow
Papa: Wolfgang Hübsch
George/Weber/Cigar: Jens Claßen
Mr. Goldstein: Georg Wacks