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Im weißen Rössl

„Da steht das Glück vor der Tür!“ 

Im Hotelgasthof „Weißes Rössl“ tummelt sich eine illustre Gesellschaft zur Sommerfrische. Doch in der wonnigen Kulisse des Salzkammerguts brodelt es gewaltig: Da wird nicht nur heftig geflirtet und geturtelt – die amourösen Irrungen und Wirrungen rund um die resche Rössl-Wirtin Josepha Vogelhuber und den in sie verliebten Kellner Leopold werden auch noch von den Rivalitäten zweier Unterwäsche-Fabrikanten überschattet. Ob da am Ende seine Majestät, Kaiser Franz Joseph, helfen und den Liebesknoten entwirren kann?

Vom Lustspiel zum Singspiel

Oscar Blumenthal schrieb das Stück vom liebenden Oberkellner und der resoluten Rössl-Wirtin 1896 in seiner Villa nahe der Stadt Bad Ischl. Für den Berliner war das Salzkammergut eine zweite Heimat, hier hatte er – laut eigenen Worten – „stets die besten Schaffensphasen“. Inspirieren ließ er sich für das romantische Lustspiel von den Liebeleien und Eifersüchteleien in der Ischler Gesellschaft der Jahrhundertwende. Die Handlung siedelte Blumenthal im ehemaligen Gasthaus „Zum Weißen Rössl“ im Ischler Ortsteil Lauffen an, wo er selbst gern gesehener Gast war. Erst Jahrzehnte später wurde das Stück unter der musikalischen Leitung von Ralph Benatzky vertont und als Revue-Operette adaptiert. Die Handlung verlegte man an den Wolfgangsee, uraufgeführt wurde das „Singspiel in 3 Akten“ von Erik Charell am 8. November 1930 im Großen Schauspielhaus Berlin. Die Premiere war ein Sensationserfolg, der binnen kurzer Zeit die Welt eroberte. Seither galoppiert das „Rössl“ mit großem Erfolg rund um den Globus. 

Mitreißende Original-Revuefassung in Wien

Nach über zehn Jahren kehrt die turbulente Liebesg‘schicht nun an die Volksoper zurück und erklingt hier erstmals in der rekonstruierten Originalfassung der Berliner Uraufführung von 1930 mit einer Jazz-Combo im Orchestergraben und einem Zither-Trio. Regisseur Josef E. Köpplinger schickt das Publikum auf eine opulente, wilde Reise durch die emotionalen Höhen und Tiefen des Postkartenidylls im Herzen des Salzkammerguts. Mit dabei: Sigrid Hauser als Rössl-Wirtin, die an der Volksoper bereits in Produktionen wie „Hello, Dolly!“ und „Guys and Dolls“ große Erfolge feierte, Daniel Prohaska als Zahlkellner Leopold, Burgschauspieler Markus Meyer als schöner Sigismund, Bernd Birkhahn als Wilhelm Giesecke, Mara Mastalir als Ottilie, Carsten Süss als Rechtsanwalt Dr. Siedler und der Schauspieler Wolfgang Hübsch als Kaiser.

Einmal gehört bleiben die flotten Lieder und die unsterblichen Melodien vom „Weißen Rössl“ noch lange im Ohr, darunter Evergreens wie „Die ganze Welt ist himmelblau“, „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ oder „Es muss was Wunderbares sein“. Ja, „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein!“ In diesem Sinne: „Tritt ein und vergiss deine Sorgen!“ 


Im weißen Rössl 

Singspiel in drei Akten von Ralph Benatzky u.a. 
Rekonstruktion der Originalfassung von Matthias Grimminger und Henning Hagedorn. Libretto von Hans Müller und Erik Charell Gesangstexte von Robert Gilbert.

Premiere am Sonntag, 6. September 2015
In Zusammenarbeit mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz München 

Dirigent: Michael Brandstätter/Lorenz C. Aichner
Regie und Licht: Josef E. Köpplinger 
Bühnenbild und Kostüme: Rainer Sinell 
Choreographie: Karl Alfred Schreiner 
Choreinstudierung: Thomas Böttcher 
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz 

Josepha Vogelhuber: Sigrid Hauser/Ursula Pfitzner
Leopold Brandmeyer: Daniel Prohaska/Boris Eder
Wilhelm Giesecke: Bernd Birkhahn
Ottilie, seine Tochter: Mara Mastalir/Renate Pitscheider
Dr. Otto Siedler: Carsten Süss/Alexander Pinderak
Sigismund Sülzheimer: Markus Meyer/Peter Lesiak
Prof. Hinzelmann: Hans Dieter Knebel
Klärchen, seine Tochter: Juliette Khalil/Franziska Kemna
Der Kaiser: Wolfgang Hübsch Ketterl: Franz Suhrada
Reiseleiterin/Frau Weghalter: Helga Papouschek
Piccolo: Simon Jung/Simon Fischerauer
Franz: Mathias Hanin
Kathi: Sophie Aujesky
Kreszenz: Christian Schleinzer
Lois: Oliver Liebl
Hias/Bürgermeister: Stefan Bischoff
Bartholomä/Bräutigam: Frank Berg


Michael Brandstätter

Michael Brandstätter wurde in Graz geboren und studierte in seiner Heimatstadt Dirigieren und Korrepetition bei Wolfgang Bozic, Martin Turnovsky und Arturo Tamayo. 1997 ging er nach St. Petersburg, um bei Ilija Musin und Alexandr Polljischuk am Rimskij-Korsakow-Konservatorium zu studieren. Michael Brandstätter war erst Korrepetitor, später musikalischer Assistent am Grazer Opernhaus und wurde 2004 schließlich hier als Kapellmeister verpflichtet. 2007 bis 2012 war er als Erster Kapellmeister am Stadttheater Klagenfurt engagiert, wo er u. a. „Ariadne auf Naxos", „Miss Saigon", Monteverdis „L’Incoronazione di Poppea“ sowie die Uraufführung der revidierten Fassung von Herbert Willis’ Oper „Schlafes Bruder“ dirigierte. Im Bereich der Neuen Musik leitete Michael Brandstätter 2001 die Uraufführung von Gerd Kührs Oper „Aglaia Federweiß“ beim Festival „steirischer herbst“ , die österreichische Erstaufführung von Steve Reichs „Tehillim“ beim Festival „psalm 03“ sowie Konzerte im Rahmen des Grazer Kulturmarathons u. a. mit Werken von Arthur Honegger. Seit der Spielzeit 2012/13 ist er als Erster Kapellmeister am Staatstheater am Gärtnerplatz in München engagiert und dirigierte dort u. a. „Im weißen Rössl", „Dornröschen", „Martha", „Anything Goes", „Berlin 1920 – Eine Burleske", „Die Entführung aus dem Serail“ sowie die Uraufführung von Wilfried Hillers „Der Flaschengeist". Mit der Premiere von „Im weißen Rössl“ gab Michael Brandstätter im September 2015 sein Debüt an der Volksoper Wien.

Josef E. Köpplinger

Der Niederösterreicher studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Von 2004 bis 2007 war er Schauspieldirektor am Theater in St. Gallen. 2005 rief er den Stückewettbewerb St. Galler Autorentage ins Leben und war im Jahr darauf Mitbegründer der St. Galler Festspiele. 2007 bis 2012 leitete Josef E. Köpplinger als Intendant das Stadttheater Klagenfurt. Dort gründete er 2010 den M.U.T-Wettbewerb für musikalisches Unterhaltungstheater und inszenierte u.a. die Uraufführungen von Peter Turrinis „Silvester“ und die bis dahin verschollene Cherubini-Oper „Koukourgi", die von 3Sat live übertragen wurde. Als Gastregisseur inszenierte er u.a. „Show Boat“ (Opéra national du Rhin, 2002), „Der tollste Tag“ (Volkstheater Wien, 2003), „Gräfin Mariza“ (2004) und „Der Opernball“ (2005) am Gärtnerplatztheater, „Il barbiere di Siviglia“ (National Opera Tokyo, 2005), die Deutsche Erstaufführung von Hans Werner „Henzes L’Upupa“ (Hamburgische Staatsoper, 2006), „Les Misérables“ (2007), „West Side Story“ (2008) und „Le nozze di Figaro“ (2010) an der Grazer Oper, „Das weite Land“ (Theater in der Josefstadt Wien, 2010) und „La Traviata“ (Aalto-Theater Essen, 2012). Mit der Spielzeit 2012/2013 hat Josef E. Köpplinger die Intendanz des Gärtnerplatztheaters übernommen und inszenierte hier seitdem u.a. „Anything Goes“, die Uraufführung von Friedrich Cerhas Oper „Onkel Präsident“ (Koproduktion mit der Volksoper), „Der Mann von La Mancha", die europäische Erstaufführung von „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ und „Die Zirkusprinzessin“. An der Volksoper waren in den letzten Jahren zahlreiche Inszenierungen von Josef E. Köpplinger zu sehen, so u.a. Kienzls „Der Evangelimann“ (2006), Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ (2008), Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ (2009), Hermanns „Hello, Dolly!“ (2010) und zuletzt die Österreichische Erstaufführung von Friedrich Cerhas „Onkel Präsident“ (2014).