Pressezentrum

Pressebüro der Volksoper Wien

Währinger Straße 78, 1090 Wien

Mag. Eva Koschuh
+43/1/514 44-3410
E-Mail

Mag. Miriam Damev
+43/1/514 44-3412
E-Mail

Der Berg ruft

Aron Stiehl inszeniert Alfredo Catalanis Opernrarität "La Wally"

Premiere am 25. März 2017

Bühnenbildentwurf von Frank Philipp Schlößmann© Barbara Pálffy/Volksoper Wien, zum einmaligen Abdruck freigegeben.

Von „La Wally“ ist bis heute vor allem die Arie der Titelheldin „Ebben? Ne andrò lontana“ in aller Ohren. Sie war eine der Paradepartien von Maria Callas und wurde als Soundtrack zum französischen Kultfilm „Diva“ aus dem Jahr 1981 populär. Die beinahe tragische Geschichte der Walburga Stromminger in Wilhelmine von Hillerns Heimatroman „Die Geier-Wally“ bildete die Vorlage für Alfredo Catalanis Oper. Catalani hatte 1887 in der Mailänder Zeitung „La Perseveranza“ einen Bericht über den Bestseller entdeckt und Gefallen an der Geschichte gefunden: Wally flieht vor der Zwangsverheiratung mit einem ungeliebten Mann in die Isolation des Hochgebirges und fordert ihr Recht auf Selbstbestimmung in einer patriarchalisch geprägten Welt ein. 

Vergessen und Wiederentdeckt

Nach der Uraufführung am 20. Jänner 1892 an der Mailänder Scala setzte sich vor allem Arturo Toscanini für das Stück ein. Toscanini, der als 19-Jähriger in Catalanis Oper „Edmea“ in Turin erfolgreich debütiert hatte und ein großer Bewunderer und enger Freund des Komponisten geworden war, dirigierte spätere Aufführungen von „La Wally“ u.a. in Lucca, Mailand und New York.

Gustav Mahler, Dirigent der deutschen Erstaufführung der Oper am 16. Februar 1893 in Hamburg, hielt Catalanis Werk gar für „die beste italienische Oper“. Dennoch verschwand das Stück von den Opernbühnen, auch weil der noch junge Komponist bald nach der Uraufführung an der Schwindsucht starb. Erst in den letzten Jahren erfährt das Werk eine kleine Renaissance; Neuinszenierungen fanden in Tirol, St. Gallen, Innsbruck und Mannheim statt.

Erstmals kommt am 25. März „La Wally“ auf die Bühne der Volksoper Wien. Die norwegische Sopranistin Kari Postma gibt als Wally ihr Haus- und Rollendebüt, Vincent Schirrmacher und Bernd Valentin verkörpern die beiden Konkurrenten Giuseppe Hagenbach und Vincenzo Gellner. Die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt Marc Piollet, die Inszenierung liegt in den Händen des Regisseurs Aron Stiehl.

Lawinenunglück

Im Gegensatz zum Roman gibt es für Wally und ihren geliebten Hagenbach in der Oper kein Happy End. Während im Buch das Paar nach langem Ringen endlich auf dem Gletscher zusammenfindet, macht auf der Opernbühne eine herabstürzende Lawine ihr Glück zunichte. „Die Oper läuft auf Wallys Liebestod geradezu hinaus“, sagt Regisseur Aron Stiehl. „Die große Herausforderung besteht darin, den Schluss glaubhaft dazustellen. Erst wird Hagenbach erschlagen und dann springt Wally ihm hinterher, wie Tosca von der Engelsburg – da ist Phantasie gefragt“. Aron Stiehl geht es darum, für komplizierte Vorgänge einfache, klare Bilder zu finden. Daher hat er sich mit seinem Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann und der Kostümbildnerin Franziska Jacobsen gegen folkloristische Kostüme und den Realismus eines Tiroler Bergdorfs entschieden. „Letztendlich geht es in ‚La Wally‘, wie so oft in der Oper, um Leben, Liebe und Tod – wobei Liebe und Tod, wie in Wagners ‚Tristan und Isolde‘, gleichgesetzt sind. Wally stirbt am Ende einen Erlösungstod."

La Wally

Lyrische Oper in vier Akten von Alfredo Catalani 
Libretto von Luigi Illica
nach dem Roman Die Geier-Wally von Wilhelmine von Hillern
Deutsche Übersetzung von Claus H. Henneberg
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am Samstag, 25. März 2017

Weitere Vorstellungen am 29. März, 
2., 5., 12., 20., 23. April, 4., 15., 17. Mai 2017

Dirigent: Marc Piollet
Regie: Aron Stiehl
Bühnenbild: Frank Philipp Schlößmann
Kostüme: Franziska Jacobsen
Choreinstudierung: Thomas Böttcher
Dramaturgie: Helene Sommer

Stromminger, Gutsherr aus Hochstoff: Kurt Rydl/Andreas Mitschke
Wally, seine Tochter: Kari Postma/Astrid Kessler
Giuseppe Hagenbach, Jäger aus Sölden: Endrik Wottrich/Vincent Schirrmacher
Vincenzo Gellner, Gutsverwalter des Stromminger: 
Bernd Valentin/Morten Frank Larsen
Afra, Wirtin aus Sölden: Annely Peebo/Martina Mikelic
Walter, ein Freund Wallys: Elisabeth Schwarz/Beate Ritter
Infanterist: Daniel Ohlenschläger