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Wo die Limonen blühen 

Die Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz

Zur Premiere von Manfred Trojahns Oper „Limonen aus Sizilien“ am 12. Februar 2017

Ursula Pfitzner© Johannes Ifkovits, zum einmaligen Abdruck freigegeben.

Im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Burgtheater bespielt die Volksoper erstmals das Kasino am Schwarzenbergplatz – ein idealer Ort, um Musiktheater des 21. Jahrhunderts zu präsentieren. Für die erste Produktion in dem etwa 250 Zuschauer fassenden Theaterraum fiel die Wahl auf ein Werk des deutschen Komponisten Manfred Trojahn (Jahrgang 1949): Die Episoden-Oper „Limonen aus Sizilien“ basiert auf drei Kurzdramen von Luigi Pirandello („Der Schraubstock“ und „Limonen aus Sizilien“) und Eduardo de Filippo („Eine Freundschaft“). Trojahn und sein Librettist Wolfgang Willaschek haben die sehr unterschiedlichen Episoden als zufällige Ereignisse im Leben eines Mannes zusammengefasst: Micuccio Fabbri ist im ersten Teil ein Kind, im zweiten ein Mann in den Dreißigern, im letzten liegt er im Sterben. Durch kurze Orchesterzwischenspiele sind die Episoden, die in ihrer Dramatik und ihrer Themenwahl an Puccinis „Trittico“ erinnern, zu einer Einheit verbunden – dabei hat die gesamte Oper nur eine Spieldauer von etwa 70 Minuten.

„In der Oper haben mich solche Figuren interessiert, bei denen nicht gewiss ist, wer sie sind oder was sie vorgeben zu sein, oder wenn sie etwas vorgeben, es vielleicht in dem Moment sogar sind“, bekannte Manfred Trojahn einmal in einem Interview. Es geht also um verschiedene Identitäten, um die Suche nach den Wurzeln, letztlich auch um das Spiel von Schein und Sein. Dabei entwickeln die drei Geschichten eine ungeheuer kraftvolle Dramatik – einmal tragisch, einmal bitter, dann wieder grotesk und komisch. Die Musik ist sinnlich, macht die Situationen unmittelbar erlebbar, ohne sie platt zu illustrieren. Trojahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, „Stücke zu schreiben, an denen das Publikum Spaß haben könnte. Aber ich habe den Eindruck, dass das Publikum sich gar nicht erst ins Opernhaus begibt, weil es oft erfahren hat, dass Neue Musik eben keinen Spaß macht.“ Das ist freilich nicht die Schuld des Publikums, denn viele Komponisten seit 1945 haben ihre Rezipienten außer Acht gelassen, um nicht dem Vorwurf der Gefälligkeit und Massentauglichkeit ausgesetzt zu sein. Manfred Trojahn arbeitet dem bewusst entgegen.

Bühnenbildentwurf von Dietlind Konold.© Barbara Pálffy/Volksoper Wien, zum einmaligen Abdruck freigegeben.

„Limonen aus Sizilien“ wurde 2003 in Köln uraufgeführt und wird nun erstmals in Wien gezeigt. Die in Bonn geborene Regisseurin Mascha Pörzgen setzt das Stück mit der Ausstatterin Dietlind Konold in Szene. „Das Kasino eignet sich aufgrund seiner offenen Architektur und des sizilianisch anmutenden Ambientes wunderbar, um die Geschichte von Micuccio zur erzählen, die um 1910 beginnt“, so Mascha Pörzgen. Unter der Leitung von Gerrit Prießnitz singen ausschließlich Mitglieder des Volksopernensembles. Locker verbunden sind die drei Episoden durch das Motiv der Limonen aus Sizilien, Reminiszenzen an die Heimat und den eigenen Ursprung.

Limonen aus Sizilien

Drei italienische Geschichten von Manfred Trojahn nach Texten von Luigi Pirandello und Eduardo De Filippo
Libretto von Wolfgang Willaschek
In deutscher Sprache

Premiere am Sonntag, 12. Februar 2017

Weitere Vorstellungen am 14., 16., 19., 20., 24., 26., 27. Februar, 1. März 2017

Dirigent: Gerrit Prießnitz
Regie: Mascha Pörzgen
Bühnenbild und Kostüme: Dietlind Konold
Dramaturgie: Helene Sommer

Mit: Rebecca NelsenManuela LeonhartsbergerUrsula Pfitzner,
Birgit Steinberger/Martina Dorak, Carsten SüssMorten Frank LarsenDavid Sitka, Daniel Ohlenschläger