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Pressebüro der Volksoper Wien

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„Gehen wir ins Chambre séparée …“

Der Katerstimmung nach dem Faschingsende wirkt die Volksoper heuer mit der Neuproduktion von Richard Heubergers berühmtester Operette entgegen – und lädt Sie ein ins Chambre séparée. Das tut auch der bekannteste Schlager des Stücks. Dabei trifft das Wort „Schlager“ auf die edle, träumerische Musik gar nicht so ganz zu. Als „aristokratisch“ wurde diese bereits nach der Uraufführung 1898 bezeichnet, die feine Instrumentierung ausdrücklich lobend erwähnt. 

Der Opernball war Richard Heubergers einziger großer und bleibender Erfolg. Seine Zeit lag gleichsam zwischen der klassischen Wiener Operette von Strauß, Millöcker und Suppé in den 1870er und 1880er Jahren und den moderneren Ausprägungen des Genres à la Lehár oder Kálmán in den 1910er und 20er Jahren. Geboren 1850 in Graz, studierte Heuberger zuerst auf väterlichen Wunsch an der technischen Hochschule und arbeitete als Ingenieur beim Eisenbahnbau. Mit Mitte 20 zog er nach Wien, um Musiker zu werden; er bekam eine Stelle als Dirigent des Akademischen Gesangvereins, später wurde er Leiter der Singakademie (in dieser Position hatte auch für Johannes Brahms in Wien die Musiker-Laufbahn begonnen). Schließlich erwarb er sich einen gefürchteten Ruf als Musikkritiker und war unter anderem Nachfolger des legendären Eduard Hanslick bei der Neuen Freien Presse. Als er dann seine erste Operette dem Wiener Publikum präsentierte, hieß es: „Der gestrenge Kritiker Cato in der liederlichen Operettenwelt – das darf doch nicht wahr sein!“

Dabei hatte Heuberger ganz konkrete Vorstellungen, was eine Operette bieten sollte: „Heiter und graziös“ sollte sie sein statt „ordinär, dumm und lasciv“, die Handlung sollte gute komische Situationen bieten, und: „Ist diese Handlung dem modernen Leben entnommen, umso besser. Da ließe sich nebenbei auch noch das Polemische mit Glück verfolgen, die Satire auf politische und gesellschaftliche Schwächen und Mängel.“ Als Textdichter für Der Opernball standen Heuberger Heinrich von Waldberg und Victor León zur Seite. Letzterer war damals zwar schon ein renommierter Dramaturg und Librettist, seine größten Erfolge schrieb er aber später für andere Komponisten: Wiener Blut, Die lustige Witwe, Der fidele Bauer und Die gelbe Jacke (die „Urfassung“ von Das Land des Lächelns).

Versteckspiel mit rosa Domino Vorlage für Der Opernball wurde, wie sich das schon so oft bewährt hatte, ein französisches Lustspiel: Les dominos roses von Alfred-Charlemagne Delacour und Alfred Hennequin. Das Sujet mutet wie eine Mischung aus Jacques Offenbachs Pariser Leben und Johann Strauß’ Die Fledermaus an: Ein Ehepaar aus der Provinz besucht Freunde in der Hauptstadt.

Der Mann, Paul, stellt sich das Leben in der Stadt aufregend und frivol vor und möchte ein tolles (Liebes-)Abenteuer erleben. Seine Frau Angèle ahnt nichts Böses, bis ihre Gastgeberin, Marguérite, den Argwohn über die Treue ihres Mannes in ihr weckt. Also stellen die Frauen ihre Männer auf die Treueprobe: Jeder erhält eine Einladung zum Opernball, gezeichnet von einer geheimnisvollen Unbekannten. Erkennungszeichen: ein rosa Domino. Auf dem Ball, berauscht von Champagner und von der Lust am Verbotenen, jagen schließlich drei Männer drei rosa Dominos nach, und am nächsten Morgen weiß keiner, welche Frau ihm eigentlich in den Armen lag …

Ursprünglich spielt die Operette in Paris, da aber der Opernball heute nirgendwo sonst so sehr zum gesellschaftlichen Leben gehört wie in Wien, verlegt Regisseur Axel Köhler die Handlung hierher, in die heutige Zeit. Nur dass in diesem Jahr der Ball in der Staatsoper abgesagt ist; der Direktor der Volksoper erklärt sich kurzfristig bereit, als Gastgeber einzuspringen. Doch das Haus am Währinger Gürtel möchte dem Ball eine ganz unverwechselbare Note geben: So wird der Opernball zum Maskenball und steht ganz im Zeichen des Mottos: „Frei, ja frei sei die Liebe!“

Weitere Informationen und die Besetzung finden Sie hier.