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„Ja, die Liebe der Banditen ist das Gold, das Gold nur allein!“

Zur Neuproduktion von Carl Millöckers Gasparone in der Regie von Olivier Tambosi

Premiere am 2. Juni 2018

„Denk ich an dich, schwarze Ninetta“, so singt der schöne Fremde bei seinem ersten Erscheinen in Carl Millöckers Operette. Dabei wird diese Ninetta die ganze Operette hindurch nicht auftreten, denn kaum hat der Fremde die schöne Gräfin Carlotta gesehen, da ist es auch schon um ihn geschehen: Sie ist es, der er seine „dunkelroten Rosen“ schenkt. Überhaupt bringt der geheimnisvolle Unbekannte das beschauliche Leben der Bewohner von Trapani ganz schön durcheinander – zum Beispiel das des Bürgermeisters Nasoni, der gerade dabei ist, für seinen Sohn Sindulfo eine profitable Ehe mit der verwitweten Carlotta zu stiften. Oder jenes des Wirten Benozzo, der neben seinem Gasthaus ein blühendes Schmugglergeschäft betreibt. Er war es auch, der den wilden Räuberhauptmann Gasparone erfand, um in den Wäldern von Trapani unbehelligt schalten und walten zu können. Das lenkt ab und eignet sich hervorragend zur Geldbeschaffung, indem in Gasparones Namen Leute entführt und Lösegeld eingefordert werden. Aber warum, um alles in der Welt, kennt der Fremde das wilde Räuberlied „Nur Gold will ich haben und Edelgestein“? Haben die Bewohner von Trapani den Gasparone so lange an die Wand gemalt, bis er Wirklichkeit geworden ist?

Der Berliner Gasparone von 1931 

Als Carl Millöckers Gasparone am 26. Jänner 1884 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, geschah das ohne den größten Schlager dieser Operette: „Dunkelrote Rosen, bring’ ich, schöne Frau“. Diese Melodie lag damals noch im Dornröschenschlaf in Millöckers längst vergessener Operette Diana aus dem Jahr 1867. 1886 verwertete der Komponist das Lied noch einmal in Der Vice-Admiral. 1931 übernahmen es die Librettisten Ernst Steffan und Paul Knepler in ihre Bearbeitung für das Theater am Nollendorfplatz in Berlin, schrieben dazu den bekannten Text und machten das Lied damit zu dem Hit, der untrennbar zum Stück dazugehört.

Operette: flexibel, ironisch, sexy

Die Geschichte dieses Liedes beschreibt geradezu exemplarisch, wie das Genre Operette funktioniert: Im Gegensatz zur „hehren“ Oper darf die leichte Muse stets ein „work in progress“ sein, das Originalbuch – oder auch die späteren Fassungen – bilden die Grundlage für Adaptionen für die Zeit, in der gespielt wird. Nur angepasst darf sie nie sein: Zur Operette gehört ein ironischer, subversiver Geist, sie ist sexy und frivol. Auch musikalisch peppten Knepler und Steffan das Stück auf, neben Walzer und Tarantella sind jazzige Einflüsse und ein Tango zu hören.

Diese Fassung erklingt nun auch in der Neuproduktion der Volksoper, für die Olivier Tambosi verantwortlich zeichnet. Er hat hier so unterschiedliche Werke wie Franz Schrekers Irrelohe, die Künneke-Operette Der Vetter aus Dingsda und das Musical Der Mann von La Mancha inszeniert. Als Gasparone gibt der deutsche Bariton Sebastian Geyer sein Volksoperndebüt, an seiner Seite sind u.a. Mara Mastalir als Carlotta, Gerhard Ernst als Bürgermeister Nasoni und David Sitka als dessen Sohn Sindulfo zu erleben. Am Pult des Volksopernorchesters steht Andreas Schüller.

Gasparone

Operette in drei Akten 
Textfassung von Ernst Steffan und Paul Knepler
Musikalische Bearbeitung von Ernst Steffan 
Mit englischen Übertiteln

Öffentliche Generalprobe am 30. Mai 2018
Premiere am 2. Juni 2018
Weitere Vorstellungen am 4., 6., 10., 13., 15., 23., 26., 30. Juni
4., 6., 10., 14. September, 20. 23., 29. Oktober, 2. November 2018

Dirigent: Andreas Schüller
Regie: Olivier Tambosi
Bühnenbild: Andreas Wilkens
Kostüme: Carla Caminati
Choreographie: Stephan Brauer

Besetzung

Carlotta: Mara Mastalir/Julia Koci
Baboleno Nasoni: Gerhard Ernst
Sindulfo: David Sitka
Der Fremde: Sebastian Geyer/Günter Haumer
Luigi: Christian Graf
Benozzo: Marco Di Sapia
Sora: Johanna Arrouas
Massaccio: Wolfgang Gratschmaier
Petruccio: Josef Luftensteiner
Benito: Franz Suhrada
Calvazzi: Daniel Ohlenschläger