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There is a dark angel

Zur europäischen Erstaufführung von Gavin Bryars Kammeroper Marilyn Forever im Kasino am Schwarzenbergplatz am 14. April 2018

Sexsymbol, Filmikone, Superblondine – mehr als 50 Jahre nach ihrem Tod gilt Marilyn Monroe immer noch als eine der schillerndsten Personen im Showbusiness. Über kaum jemanden wurde so viel geschrieben und gemutmaßt, wie über Marilyn Monroe.

Schon Zeit ihres Lebens ging eine unvergleichliche Faszination von ihr aus. Keine andere Frau wurde so oft fotografiert wie Marilyn Monroe. „Sie war erotisch und kindlich zugleich. Ich glaube, dass die Begierden und Bedürfnisse, die sie hier geweckt hat, ihre Faszination ausmachen“, sagt Regisseur Christoph Zauner. Er inszeniert die Kammeroper Marilyn Forever des englischen Komponisten Gavin Bryars im Kasino am Schwarzenbergplatz. Eine berührende Geschichte vom Aufstieg und Fall einer Ikone, die letztendlich an ihren eigenen Ansprüchen und ihrer eigenen Widersprüchlichkeit zerbricht.

Gemeinsam mit der kanadischen Poetin und Romanautorin Marilyn Bowering schuf Gavin Bryars eine psychologische Charakterstudie über einen Menschen im Showbusiness. „Das Stück beginnt und endet mit Marilyns Tod, dazwischen geht es in Flashbacks durch ihre ganze Lebensgeschichte: Kindheitserinnerungen, ihre Verwandlung von Brünett bis Blond, sie erschafft die Kunstfigur Marilyn, lernt Arthur Miller kennen, hat mehrere Fehlgeburten“, sagt Regisseur Christoph Zauner.

Marilyn Forever wurde 2013 in Victoria, Kanada, uraufgeführt und seither zwei weitere Male, im australischen Adelaide und in Kalifornien, nachgespielt. Die Volksoper produziert nun die europäische Erstaufführung des Stücks.

Ein Regisseur (Morten Frank Larsen) führt Marilyn (Rebecca Nelsen) in einer fingierten Probensituation durch ihr Leben und schlüpft in die Rollen all ihrer Männer und Geliebten: Die Grenzen zwischen Sein und Schein, zwischen Privatleben und Öffentlichkeit, zwischen Frau und Ikone verwischen und lösen sich auf. Ein kleiner Chor aus Tenor und Bass kommentiert das Geschehen. Das achtköpfige Kammerorchester, bestehend aus Musikern des Volksopernorchesters, wird ergänzt durch ein Jazztrio auf der Bühne.

Und wie gehen, Jörg Brombacher (Bühnenbild) und Mariele von Stritzky (Kostüm) mit dem Kasino am Schwarzenbergplatz als Spielort um? Christoph Zauner: „Der Raum strahlt so eine besondere Atmosphäre aus und hat außerdem eine hervorragende Akustik, da wäre es schade, ihn zuzubauen. Also haben wir uns gedacht, wir machen aus dem ganzen Raum ein Loft. Es soll ein großer, privater Raum sein, der aber jederzeit umschwenken kann in einen öffentlichen. Da steht zum Beispiel ein Riesenbett drin, das aber auch eine Showbühne werden kann. Und es gibt ein großes Fenster, das für die Sehnsucht steht nach etwas, das da draußen sein könnte, aber unerreichbar ist“.

In den frühen Morgenstunden des 5. August 1962 starb Marilyn Monroe mit nur 36 Jahren in ihrem Haus in Brentwood in Kalifornien an einer Überdosis Schlaftabletten. Seither ranken sich um ihren Tod viele Geschichten. Hat sie sich vergiftet, weil sie die eigene innere Zerrissenheit nicht mehr ertragen hat? Oder wurde sie doch ermordet? Die Frage wird auch in Gavin Bryars’ Oper nicht eindeutig behandelt. Sie ist keine Kriminalgeschichte, sondern zeigt die Zerbrechlichkeit und den Zwiespalt dieser Frau, die zwischen Selbstaufgabe als öffentliche Person und privaten Schicksalsschlägen hin- und hergerissen ist. Aber im tiefsten Inneren ist sie einsam und weiß letztlich nicht mehr, wo sie steht. „Ich wünschte, ich wäre tot - gar nicht vorhanden - fort von hier - von überall“, schrieb Marilyn Monroe nur wenige Monate vor ihrem Tod.

Die Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz

Marilyn Forever

Kammeroper in einem Akt von Gavin Bryars (*1943)
Text von Marilyn Bowering
Frei nach der letzten Nacht in Marilyn Monroes Leben
In englischer Sprache

Europäische Erstaufführung am 14. April 2018 im Kasino am Schwarzenbergplatz

Weitere Vorstellungen am 16., 18., 19., 22., 25., 28., 29. April, 2. Mai 2018

Besetzung:

Dirigent: Wolfram-Maria Märtig
Regie: Christoph Zauner
Bühnenbild: Jörg Brombacher
Kostüme: Mareile von Stritzky
Dramaturgie: Helene Sommer

Marilyn: Rebecca Nelsen
Rehearsal Director/Various Men: Morten Frank Larsen
Jugendchor der Volksoper Wien
Orchester der Volksoper Wien