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Kleines Püppchen,
großes Püppchen…

Zur Österreichischen Erstaufführung von Pierangelo Valtinonis Oper Pinocchio
Premiere am 19. November 2017

Juliette Khalil ist Pinocchio (Foto: Johannes Ifkovits)

Wer kennt sie nicht, Carlo Collodis Geschichte von der Holzpuppe, die zum Leben erwacht und deren Nase wächst, wenn sie lügt? Bevor der Ausreißer Pinocchio ein Bub aus Fleisch und Blut wird, muss er zahlreiche Abenteuer bestehen. Er befreit sich aus den Fängen eines grausamen Zirkusdirektors, wird von Fuchs und Kater überlistet und ausgeraubt, erfriert fast, weil ihn die langsame Schnecke so lange in der Kälte stehen lässt und trifft im Bauch des Wals seinen Vater Geppetto wieder.

Der vielseitige italienische Komponist Pierangelo Valtinoni schrieb zunächst eine einaktige Pinocchio-Oper für das Kinderopernfestival in Vicenza (2001). Die zweiaktige Version wurde 2006 in Berlin uraufgeführt und erwies sich mit zahlreichen Folgepremieren in Deutschland, Italien und Spanien als eine der erfolgreichsten Kinderopern der jüngeren Zeit.

Nun wird Pinocchio erstmals in Österreich gezeigt. Guido Mancusi dirigiert, Regie führt der Volksoperndebütant Philipp M. Krenn. Die junge Sopranistin Juliette Khalil singt die Titelpartie, die ihr wie auf den Leib geschrieben ist. Und da Pinocchio nicht nur für ein Kinderpublikum komponiert ist, sondern auch zahlreiche solistische Partien für Kinder enthält, werden 45 Buben und Mädchen des Kinderchors der Volksoper beschäftigt sein: als sprechende Grillen, Schnecken, Raben, Eulen, Hasen, Thunfische oder Puppen.

Gemeinsam mit Nikolaus Webern (Bühnenbild) und Andreas Ivancsics (Videos) hat Philipp M. Krenn für die Volksoper Bilder geschaffen, die sich bewusst von allen bisherigen Sehgewohnheiten unterscheiden sollen – vom Zirkus mit allerlei kuriosen Gestalten bis zum bunten Schlaraffenland, wo Pinocchio schließlich in eine Kanone gesetzt und ins Meer katapultiert wird.

In den Mittelpunkt seiner Inszenierung stellt Philipp M. Krenn den Weg des heranwachsenden und dabei reifenden Abenteurers. „Pinocchio ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Sein Vater Geppetto, die Fee und die Sprechende Grille können ihn tausendmal warnen, er muss selber draufkommen“. Die Moral von der Geschichte? „Mach deine eigenen Fehler und lerne draus“, so Krenn. „Die Trennlinie zwischen Kindsein und Erwachsensein ist ja nicht klar, es sind fließende Übergänge. Man reift immer weiter und bewahrt auch hoffentlich immer das Kind in sich“.

Bei den Anproben zu Pinocchio (Fotos: Jenni Koller)

Pinocchio

Oper in zwei Akten von Pierangelo Valtinoni (*1959)
Text von Paolo Madron nach Le avventure di Pinocchio von Carlo Collodi
Deutsche Fassung von Hanna Francesconi

Österreichische Erstaufführung am Sonntag, 19. November 2017

 Weitere Vorstellungen am 26., 27. November, 3., 6., 8., 10., 14., 18. Dezember 2017, 4., 13., 19. April 2018

Dirigent: Guido Mancusi
Regie: Philipp M. Krenn
Bühnenbild: Nikolaus Webern
Videos: Andreas Ivancsics
Kostüme: Julia Schnittger
Choreographie: Bohdana Szivacz
Leitung Kinderchor und Jugendchor: Lucio Golino, Brigitte Lehr
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz 

Besetzung

Pinocchio: Juliette Khalil
Geppetto: Daniel Ohlenschläger
Die Fee: Martina Dorak
Der Kater: Elvira Soukop
Der Fuchs: Jakob Semotan
Mangiafuoco: Maximilian Klakow
Kinderchor und Jugendchor der Volksoper Wien