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Figurinen von Hinrich Horstkotte

Zur Neuproduktion von Lortzings 

Zar und Zimmermann

 

Ein russischer Herrscher weilt als Handwerksgeselle anonym im europäischen Ausland: Was aus heutiger Sicht schier unmöglich scheint, hat sich 1698 tatsächlich so zugetragen! 1837 wählte Albert Lortzing – genauso wie mehrere seiner Zeitgenossen – diese historische Kuriosität als Sujet seiner neuen Opernkomposition. Nicht nur ihr Titel Zar und Zimmermann, sondern auch der Untertitel Die zwei Peter weist bereits auf den turbulent-komischen Inhalt von Lortzings bekanntestem und bis heute populärstem Werk hin:

Zar Peter I. hält sich inkognito im holländischen Saardam auf, um das Schiffsbauhandwerk zu erlernen, was seinem Zarenreich infolge den Aufbau einer mächtigen Handelsflotte ermöglichen soll. In der Schiffswerft trifft er auf einen jungen Landsmann: Peter Iwanow, ein Deserteur, der sich ebenso als Zimmermannsgeselle verdingt und dem die schöne Marie, die Nichte des Bürgermeisters van Bett, gehörig den Kopf verdreht hat. Der eigenwillige und sture Onkel hat von einem englischen Diplomaten 2000 Pfund in Aussicht gestellt bekommen, wenn er einen ausländischen Gesellen mit dem Namen Peter in der Werft ausfindig machen könne. Van Bett ist siegessicher: „Oh, ich bin klug und weise, und mich betrügt man nicht!“ – doch so einfach gelingt ihm die brisante Mission nicht, und es entspinnt sich eine heitere politische wie amouröse Intrige um Sein und Schein.

 „… unbestritten eine der brillantesten Buffopartien“

Mit geradezu einmaligem Instinkt für Humor und Komik kreierte Albert Lortzing eine Paraderolle für jeden spielfreudigen Bass: „Die Partie des Bürgermeisters ist unbestritten eine der brillantesten Buffopartien, die in neuester Zeit geschrieben wurden …“, äußerte sich der Komponist selbst über die Figur des van Bett. Es sind wahrlich keine klamaukigen Abziehbilder oder gar Faxenmacher, die uns in Zar und Zimmermann begegnen. Vielmehr sind wir zu einer genial gebauten Verwechslungskomödie geladen, auf deren Höhepunkt noch dazu ein verstohlenes Gipfeltreffen früher europäischer Diplomatie stattfindet, denn auch mit dem Gesandten-Trio Lefort, Syndham und Chateauneuf hat Lortzing Glanzrollen des komischen Musiktheaters geschaffen. Wenn nicht nur der Onkel, sondern auch die kecke Nichte Marie erst ihren Peter gefunden hat, wird das Inkognito gelüftet und das Geheimnis gelöst sein und ein Schiff wird aus dem Hafen von Saardam auslaufen …

Windmühlen, Holzschuhe und der Duft von weißen und blauen Tulpen 

1837 in Leipzig uraufgeführt, bildet Albert Lortzings Zar und Zimmermann einen Grundpfeiler der Deutschen Spieloper – jenem Genre, welches W. A. Mozart mit seinen Singspielen begründete und das Lortzing im Zeitalter der Romantik fortsetzte. Seit seiner Erstaufführung an der Volksoper im Jahr 1904 bildet Zar und Zimmermann einen wichtigen Bestandteil des Repertoires. Nach den letzten beiden Produktionen in den Jahren 1980 (Regie: Gregorij Ansimow) und 1996 (Heinz-Lukas Kindermann) nimmt sich bei der aktuellen Neuinszenierung ein Regisseur dieses Werkes an, der – ebenso wie der Komponist! – als echtes Allround-Talent beeindruckt. Hinrich Horstkotte zeichnet auch dieses Mal, wie 2013 bei Johann Strauß‘ Eine Nacht in Venedig und zuvor bei Leo Falls Madame Pompadour, gleichzeitig für Regie, Bühnenbild und Kostüme verantwortlich und entführt uns ins liebliche Holland: und so dürfen Windmühlen, Holzschuhe und der Duft von weißen und blauen Tulpen natürlich nicht fehlen …

Der Bariton Daniel Schmutzhard, ehemaliges Ensemblemitglied der Volksoper und der Oper Frankfurt, kehrte vergangene Saison als Billy Bigelow in Carousel an unser Haus zurück und singt nun den Zaren Peter I. Auch Lars Woldt war Ensemblemitglied der Volksoper und später der Wiener Staatsoper und ist in den zentralen Rollen des seriösen Bass-Fachs Gast u. a. an der Bayerischen Staatsoper, am Theater an der Wien und bei den Salzburger Festspielen. Als Van Bett wird er nun sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Seine Nichte Marie wird von Mara Mastalir verkörpert. Die musikalische Leitung liegt in Händen von Christof Prick, der zuletzt Chefdirigent des Beethoven Orchesters Bonn war.

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