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Meilenstein des Musiktheaters

Zur Premiere von Gershwins „Porgy and Bess"

George Gershwin neigte als erfolgsverwöhnter Liebling des Broadway-Publikums nicht zur Bescheidenheit: Sein neues Werk, basierend auf dem preisgekrönten Bühnenstück Porgy von DuBose und Dorothy Heyward, würde „eine Art ,Carmen’oder ,Boris Godunow’ werden, verkündete er. Die Uraufführung von „Porgy and Bess" war 1935 zunächst kein durchschlagender Erfolg und erzielte nur eine relativ kurze Broadway-Laufzeit. Nach des Komponisten Tod (1938) wurde eine höchst erfolgreiche vereinfachte Musical-Fassung erstellt, die den Intentionen der Schöpfer allerdings nicht entsprach. Erst nach und nach setzte sich „Porgy and Bess" als Meilenstein des Musiktheaters und erfolgreichste amerikanische Oper überhaupt durch.

Die bewegende Geschichte des Bettlers aus der Catfish Row und seiner Angebeteten Bess, des brutalen Mörders Crown und des gewissenlosen Drogenhändlers Sportin‘ Life wird in mitreißender Tonsprache (Gershwin orchestrierte nach intensiven Studien mittlerweile selbst), mit großen Chorszenen, aber auch mit unsterblichen Songs erzählt, darunter „I got plenty o’ nuttin“, „It ain’t necessarily so“ und „Summertime“. George Gershwin verwendete ja keine tradierten Spirituals, sondern schuf eigene; bei „Summertime“, das zum zahllose Male eingespielten Jazz-Standard werden sollte, hatte er sich wohl von „Sometimes I feel Like a Motherless Child“ inspirieren lassen, das am Ende der Schauspielversion Porgy erklungen war. Für Stephen Sondheim, selbst begnadeter Liedtexter, zählten DuBose Heywards Songtexte zu „Summertime“ und „My Man’s Gone Now“ übrigens zu „den besten des Musiktheaters“. 
 
Die Volksoper Wien hat mehrere Berührungspunkte mit Gershwins Meisterwerk. Nicht nur ist der Komponist ein Jahrgangskollege unseres Hauses (geboren im September 1898); eine US-amerikanische „Porgy and Bess“ Welttournee mit William Warfield und Leontyne Price wählte im September 1952 unser Haus als erste Station (die Zeitungen berichteten euphorisch, wenn auch fernab jeder heutigen politischen Korrektheit, von der „Negeroper“ um den „verkrüppelten“ Bettler Porgy); und 1965 brachte Marcel Prawy hier eine nicht minder erfolgreiche Eigenproduktion des Meisterwerkes mit William Warfield und Olive Moorefield heraus, die bis Anfang der 1970er Jahre lief.

Die konzertanten Aufführungen im Februar 2019 sind das nunmehr dritte Lebenszeichen der „Folk Opera“ an der Volksoper. Sie stehen unter der Leitung von Joseph R. Olefirowicz, der zuletzt in Moskau mit einer konzertanten Serie von Bernsteins Candide Triumphe gefeiert hat. Melba Ramos, Ray M. Wade Jr. sowie die Hausdebütanten Bongiwe Nakani, Morris Robinson und Lester Lynch sind in den Hauptrollen zu erleben.

Weitere Informationen, Termine und Besetzung finden Sie hier.