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„Ein Geist zu sein, ist nicht leicht …“


Zur Österreichischen Erstaufführung der Familienoper „Das Gespenst von Canterville”

Der Stoßseufzer des ehrwürdigen Sir Simon von Canterville ist berechtigt: Jahrhunderte lang hat er als Schlossgespenst die anderen zum Fürchten gebracht. Aber auf einmal kommt alles anders …

„Als Mr. Hiram B. Otis, der amerikanische Gesandte, Schloss Canterville kaufte, sagte ihm ein jeder, dass er sehr töricht daran täte, da dieses Schloss ohne Zweifel verwünscht sei.“ Mit diesen Zeilen beginnt Oscar Wildes berühmte Erzählung „The Canterville Ghost”. Die auf ihr basierende Familienoper von Marius Felix Lange gelangt nun an der Volksoper Wien zu ihrer Österreichischen Erstaufführung.

Aus dem US-Diplomaten ist hier ein nicht minder auf und abgeklärter Immobilien-Unternehmer namens Georg König (Martin Winkler) geworden, der mit seinen drei Kindern die Ruhe des Schlossgespenstes stört. Sir Simon (Morten Frank Larsen) ist nach Jahrhunderten des Spukens müde und würde sich am liebsten zur Ruhe setzen, doch die rotz näsigen Zwillinge Leon und Noel spielen ihm allerhand Streiche. Königs überspannte Assistentin (und Geliebte) Frauke-Beeke Hansen (Rebecca Nelsen) hat Schlimmes mit dem alten Schloss vor. Einzig die älteste Tochter Virginia (Anita Götz) hat ein Herz für Sir Simon, der nach dem Mord an seiner Frau zum Spuken verdammt ist. Doch kann sie das Schlossgespenst erlösen? 

Donnerblech, Ketten und Windmaschine

Oscar Wildes Gruselgeschichte aus dem Jahr 1887 wurde mehrfach für die Sprechtheater- und Opernbühne adaptiert und nicht weniger als 14mal verfilmt (zuletzt in einer französischen Produktion des Jahres 2017). Marius Felix Lange hat den Stoff ins Heute versetzt; seine abwechslungsreiche Oper für Jung und Alt wurde 2013 in Zürich uraufgeführt und für Berlin 2014 grundlegend überarbeitet. So wurde z. B. der Orchesterapparat erheblich vergrößert: Unter anderem sorgen Marimba, Donnerblech, Ketten und Windmaschine für akustische Gruselstimmung. Der in Berlin geborene Lange gehört zu den erfolgreichsten Kinder- und Jugendopern-Komponisten unserer Zeit. Im vergangenen Sommer wurde sein neuestes Werk „Der Gesang der Zauberinsel”, eine Neudeutung des u. a. von Händel vertonten „Alcina”-Stoffes, bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Zu Langes mehrfach preisgekrönten und weithin erfolgreichen Stücken gehören auch „Das Opernschiff oder Am Südpol, denkt man, ist es heiß” (2005), „Das Orchester zieht sich an” (2009), „Schneewittchen” (2011), „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte” (2014) sowie, auf eigene Libretti, „Die Schneekönigin” (2016) und „Momotaro, der Pfirsichjunge” (2019). „Das Gespenst von Canterville” basiert auf einem Libretto des deutschen Schauspielers, Kabarettisten, Regisseurs, Autors und Theaterleiters Michael Frowin. 


Anklänge an Dorian Gray 
Philipp M. Krenn (der zuletzt mit seiner Inszenierung der Kinderoper Pinocchio an unserem Hause erfolgreich war), lässt in seine Interpretation auch Motive eines anderen berühmten Werkes von Oscar Wilde einfließen: Das Schlossgespenst lebt nämlich, wenn es nicht gerade spukt, in seinem Porträt – ganz wie der Titelheld in Wildes einzigem Roman „Das Bildnis des Dorian Gray”. Der Musikalische Leiter Gerrit Prießnitz, mit einem umfassenden Repertoire von Mozart bis Kálmán vielfach bewährt, erweist sich in dieser Saison als „Moderne-Spezialist“: Nach der Gespenst-Erstaufführung wird er im kommenden April die Europäische Erstaufführung von „Schoenberg in Hollywood”, eine Produktion der Volksoper im Kasino am Schwarzenbergplatz, dirigieren. Und noch eine erfreuliche Wiederbegegnung ist zu vermelden: Der Tenor Paul Schweinester kehrt nach mehrjähriger Abwesenheit als David Umney an die Volksoper zurück.

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