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„Und wenn die Welt in Stücke fällt, ich liebe das Cabaret!“

Zur großen Eröffnungs-Premiere der Saison 2019/20: Kander und Ebbs „Cabaret”


Mit dem Musical Cabaret des Autorenduos Kander und Ebb eröffnen wir nicht nur die neue Saison, sondern wir heißen das Werk darüber hinaus das unglaubliche erste Mal an der Volksoper Wien willkommen. Die bittersüße Ode an das Berlin der frühen 1930er-Jahre ist ein sprichwörtlicher Tanz auf dem Vulkan, eine musikalische Komödie, die am Abgrund spielt … 

Clifford Bradshaw, ein junger amerikanischer Schriftsteller, ist nach Berlin gekommen, um sich für seinen neuen Roman inspirieren zu lassen. Aufgrund seines knappen Budgets quartiert er sich in der preisgünstigen Pension eines ergrauten Fräuleins mit Namen Schneider ein. Doch die Metropole hält nicht nur Not und Arbeit für ihn parat, trifft er doch im legendären Kit Kat Club auf das aufregendste Geschöpf des Berliner Nachtlebens: die englische Sängerin Sally Bowles. Laut eigener Aussage „einmalig himmlisch“ finden sie zueinander und erleben eine intensive Liebe im romantischen Fieber der Zwischenkriegs-Bohème. Doch zum Leben haben beide zu wenig, also gibt es für die zwei jungen Künstler keine gemeinsame Zukunft. Und nicht nur dieses Paar droht an den Herausforderungen einer sich verfinsternden Gegenwart zu scheitern: Fräulein Schneiders sich anbahnende Ehe mit dem jüdischen Obsthändler Schultz hält dem gesellschaftlichen Druck des aufkeimenden Nationalsozialismus nicht stand. Angesichts einer ungewissen Zukunft bleibt allen Beteiligten nichts Anderes übrig, als ab sofort ganz im Hier und Jetzt zu leben …

"Willkommen, Bienvenue, Welcome!“ an der Volksoper


Das Musical „Cabaret” wurde 1966 am Broadway uraufgeführt, erhielt gleich mehrere des begehrten Musicalpreises Tony Award und kam 1972 in der geradezu legendären Verfilmung mit Liza Minnelli als Sally in die Kinos. Ganz im Sinne der Musical-Tradition an der Volksoper wird auch bei dieser Premiere das klassische Repertoire vom Orchester des Hauses in voller Stärke begleitet. Die Musikalische Leitung des Abends liegt bei Kapellmeister Lorenz C. Aichner, der in den vergangenen Jahren am Haus regelrecht zum Musical-Experten avanciert ist und zuletzt etwa als Premierendirigent von „Gypsy” von sich reden machte. Die Inszenierung übernimmt der deutsche Regie-Allrounder Gil Mehmert, der mit dieser Arbeit sein Volksopern-Debüt feiert, Melissa King zeichnet wie zuletzt bei der rasant-schwungvollen Produktion „Wonderful Town” für die Choreographie verantwortlich und Bettina Mönch kehrt mit der Traumrolle für jede Sänger-Darstellerin als Sally Bowles an die Volksoper zurück. Ruth Brauer-Kvam wurde für ihre Sally in den Kammerspielen für den Nestroy nominiert und ist nun als Conférencier zu erleben. Jörn-Felix Alt gibt als Clifford Bradshaw sein Volksoperndebüt und Dagmar Hellberg als Fräulein Schneider und Robert Meyer als Herr Schultz ihr Rollendebüt.


Ein Berlin-Karoussell

Ein Blick auf das Bühnenbild-Modell lässt außerdem erahnen: Auf Heike Meixners Entwurf eines „Berlin-Karussells“ darf man gespannt sein. Die Inszenierung setzt sich den Namen der Metropole Berlin als Überschrift, denn immerhin ist „Cabaret” das Berlin-Musical, in welchem das Lebensgefühl dieser rauen, unangepassten und freien Stadt zuerst wiederauferstehen darf, schlussendlich aber – wie allgemein bekannt – der emporkommenden Willkürherrschaft weichen muss. Ein in seiner Widersprüchlichkeit seit der Uraufführung faszinierendes und anziehendes Werk, das als politische und gesellschaftliche Metapher ein hochaktuelles Thema aufgreift. „Drum geh’ ins Cabaret!“

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