Das Gespenst von Canterville

1. Akt

Schloss Canterville liegt in einem schaurigen schottischen Wald. Und drinnen spukt es: Das Schlossgespenst Sir Simon, Graf von Canterville, treibt hier sein Unwesen.

Die neuen Besitzer des Schlosses werden von der Haushälterin, Mrs. Umney, empfangen: der Unternehmer Dr. Georg König und seine drei Kinder, die Tochter Virginia und die Brüder Leon und Noel. Die beiden Burschen finden den „alten Kasten“, ihr neues Heim, „voll krass“ und toben sofort durchs Haus.

Dass Dr. König auch seine Assistentin Frauke-Beeke Hansen mitgenommen hat, findet Virginia nicht in Ordnung. Ihre Mutter ist doch erst seit einem Jahr tot …

Mrs. Umney stellt ihren Sohn David vor, der Virginia auf eine Schlossführung mitnimmt. Frauke-Beeke bemerkt einen Blutfleck. Hier sei einstmals ein Verbrechen geschehen, erklärt Mrs. Umney. Der Fleck lässt sich nicht wegwischen, wer es versucht, reizt das Schlossgespenst. Als Frauke es probiert, gehen die Lichter aus … und als es wieder hell wird, ist der Blutfleck immer noch da!

Virginia fällt auf, dass David Umney dem Gemälde des Grafen von Canterville auffallend ähnlich sieht …

Als sich alle auf ihre Zimmer zurückgezogen haben, beginnt Sir Simon durchs Haus zu geistern. Georg König, überhaupt nicht beeindruckt, rät ihm, seine Ketten zu schmieren und Zahnpasta zu verwenden. Das Gespenst, empört über diese Respektlosigkeit, wird von Leon und Noel attackiert und verschwindet. Vorläufig …

Sir Simon erinnert sich seiner Heldentaten, als er die Menschen noch so richtig erschrecken konnte. Die Schar der Hausgeister applaudiert ihm.

Am nächsten Morgen erscheint Frauke-Beeke gut gelaunt. Der Blutfleck ist zwar immer noch da (und zwar in Grün), aber der Kaufvertrag ist bestätigt: Nun kann mit dem Umbau des Schlosses begonnen werden; Mrs. Umney und ihren Sohn will sie auch rausschmeißen. Virginia ist entsetzt, als sie das erfährt.

Sir Simon beschließt, nicht bis Mitternacht zu warten, sondern die unverschämten Neuankömmlinge tagsüber zu erschrecken. Frauke-Beeke bekommt daraufhin einen ihrer hysterischen Anfälle.

Sir Simon belauscht ein Gespräch von Dr. König und Virginia, der ihre Mutter fehlt. Und Virginia möchte verhindern, das Frauke-Beeke ihre Pläne mit dem Schloss durchführt.

In Gedanken hört Virginia die Stimme ihrer verstorbenen Mutter, die sie in den Schlaf singt.

2. Akt

Virginia schläft immer noch in einem Sessel in der Schlosshalle. Im Traum sieht sie, wie das Gespenst einst seine Frau umgebracht hat. Als sie erwacht, steht Sir Simon vor ihr und sie stellt ihn zur Rede: Wie konnte er diese Untat nur begehen?

Die beiden geraten in Streit, da erscheinen Leon und Noel wieder und misshandeln das Gespenst, bis es durch den Kamin flüchtet. Virginia findet das gemein.

David und Virginia kommen sich näher. Mrs. Umney ist außer sich; sie hat ein für Frauke-Beeke bestimmtes Telegramm geöffnet, das verrät, dass Canter­ville in ein Halloween-Event-Hotel umgebaut werden soll – mit echtem Schlossgespenst!

Sir Simon kehrt zurück und Virginia versöhnt sich mit ihm. Am nächsten Morgen reist Georg König zu einem Geschäftstermin ab; vorher lässt er sich von Frauke-­Beeke versprechen, dass sie die Hotelpläne sein lässt. Doch kaum ist er weg, empfängt sie Bauarbeiter für „die nötigen Vorbereitungen zum Abriss von Schloss Canterville“. Virginia, David und Mrs. Umney sind entsetzt, und auch Leon und Noel wollen, dass Canterville bestehen bleibt. Sie verschwören sich gegen Frauke-­Beeke, packen sie in eine Umzugskiste und lassen sie von den Arbeitern abtransportieren.

Sir Simon vertraut sich Virginia an: Er sehnt sich seit 400 Jahren nach Schlaf. Doch nur, wenn „ein Kind um Gnade fleht für den Sünder im Gebet“, löst sich sein Fluch. Die tapfere Virginia folgt ihm …

Georg König kehrt zurück und erfährt, dass man Frauke-Beeke „entsorgt“ hat und dass Virginia verschwunden ist. Eine fieberhafte Suche nach ihr geht los.

Virginia kehrt zurück: Sie hat das Gespenst erlöst. Nun will Georg König das Schloss rasch sanieren und verkaufen. Doch da verrät Mrs. Umney, dass die Grafen von Canterville gar nicht ausgestorben sind. Der Verkauf des Schlosses an König ist also null und nichtig …