Gypsy

1. Akt

Bei „Onkel Jocko’s Kindercontest“ in Seattle präsentieren sich auch June und Louise mit ihrer Nummer „May we entertain you“. Ihre Mutter, Rose Hovick, drängt sich auf die Szene, reißt die Kontrolle an sich und verursacht ein Chaos, in dem Jocko seinen Job kündigt.
Zu Hause versucht Rose ihrem Papa 90 Dollar heraus­zulocken: So viel braucht sie, um ihren Traum zu verwirklichen und ihre Töchter im Showbusiness ganz groß herauszubringen. Papa weist sie ab: Rose solle sich lieber einen Mann suchen, der sie erhält. Sie stiehlt ihm die goldene Erinnerungsplakette, die er für seinen Dienst bei der Eisenbahn erhalten hat.

Rose, die schüchterne Louise und die extrovertierte June ziehen weiter nach Los Angeles. Unterwegs schnappen sie vier Straßenjungen auf, die Rose in die Show einbaut. Sie versucht bei Weber, dem Leiter eines Vaudeville-Theaters, ein Engagement für ihre Kindertruppe zu erhalten. Weber ist mehr als skeptisch, da kommt Herbie, ein Vertreter, Rose zu Hilfe – und entpuppt sich als Onkel Jocko aus Seattle. Rose und Herbie fühlen sich auf Anhieb zu einander hingezogen.

Über Jahre ziehen Rose, ihre Mädchen und die Jungs – Tulsa, Kansas, Yonkers und L. A. – mit ihrer Nummer durch die Lande; aus den Kindern sind Jugendliche geworden. Herbie, der als Agent der Truppe arbeitet, platzt, begleitet von Mr. Goldstein, in eine Geburtstagsfeier für Louise. Goldstein wird von der Familie buchstäblich auf Händen getragen, denn er vertritt Mr. T. T. Grantzigers Tivoli Theater in New York, das Ziel von Roses Wünschen.
Die Audition bei Grantziger findet statt. Dessen gestrenge Sekretärin Miss Cratchitt bringt die Nachricht, dass ihr Chef nur an June interessiert ist: Er möchte ihr eine Broadway-Karriere ermöglichen. Doch Rose lehnt ab, denn sie glaubt nur an das gute alte Vaudeville und möchte „ihr Baby“ nicht verlieren, das längst kein Baby mehr ist …
Tulsa plant den Absprung aus der Truppe und arbeitet an seiner eigenen Nummer. Er merkt nicht, dass Louise ihn anhimmelt.

Auf einem Bahnsteig in Omaha bricht die Truppe auseinander: Die Jungs kündigen, June hat Kansas geheiratet und kehrt nicht zurück. Herbie beschwört Rose, mit ihm und Louise ein „normales“ Familienleben zu beginnen – doch sie will davon nichts hören. Sie ist fest entschlossen, nun aus Louise einen Star zu machen.

2. Akt

Mit Louise und vier Mädchen (Agnes, Maggie, Dolores und Thelma) probt Rose eine Nummer, die einfach nicht klappen will – Louise ist nicht ihre begabte Schwester. Rose, Louise und Herbie trösten sich damit, dass sie in jedem Fall zusammen bleiben.

Als „Rose Louise und ihre Hollywood-Blondettes“ (die Mädchen wurden zu Wasserstoff-Blondinen um­ge­modelt) heuern sie in einem weiteren Theater an. Als Mama Rose erkennt, dass es sich um ein verruchtes Burlesque-Etablissement handelt, will sie abreisen, doch sie erkennt, dass diese Auftritte ihre letzte Chance sind.

Cigar, der Leiter des Theaters, sucht verzweifelt eine Einspringerin für einen Sketch. Louise ist bereit. Sie erhält von Tessie Tura, Miss Mazeppa und Miss Electra, drei abgetakelten Stripperinnen, Nachhilfeunterricht in der Burlesque-Kunst: „Man braucht nur einen Gimmick …“

Als das Engagement ausläuft, wird Rose von Herbie an ihr Versprechen erinnert, ihn zu heiraten. Cigar und sein Assistent Pastey melden alarmiert, dass die große Striptease-Nummer auszufallen droht, weil die „Künstlerin“ wegen Prostitution verhaftet worden ist. Rose ist kurz entschlossen: „Meine Tochter kann das.“ Herbie, tief enttäuscht darüber, dass Rose nicht vom Theater lassen kann und nun Louise zu einem Auftritt als Stripperin drängen will, verlässt sie.

Louise, die sich nun „Gypsy Rose Lee“ nennt, absolviert ihren Auftritt und hat sofort Erfolg – sie mausert sich zum Star. Junes alter Song, „Let me entertain you“, und witzige Conferencen werden ihre Markenzeichen.

In der Garderobe von Minskys Burlesque-Theater in New York treffen Mutter und Tochter einige Jahre später zusammen. Rose fühlt sich aus dem Leben ihrer erfolgreichen Tochter ausgeschlossen. Sie muss zugeben, alles immer nur für sich gemacht zu haben. Plötzlich träumt Rose davon, selbst groß herauszukommen …