Der Mantel

Michele ist der Besitzer eines Schleppkahns auf der Seine. Die Gefühle seiner wesentlich jüngeren Frau Giorgetta zu ihm sind erkaltet, seit das gemeinsame Kind verstorben ist. Heimlich hat sie eine leidenschaftliche Beziehung mit Luigi, einem von Micheles Arbeitern, begonnen. Gemeinsam mit ihm träumt Giorgetta vom Leben in dem Pariser Vorort Belleville, wo auch Luigi herstammt. Auch die Hamsterin, Frau des Hafenarbeiters Maulwurf, die als Lumpensammlerin ihr Dasein fristet, hat die Vision von einem beschaulichen Leben auf dem Lande.

Weil er es nicht mehr erträgt, dass Giorgetta die Frau eines anderen ist, will Luigi in Rouen das Schiff verlassen. Doch Michele überredet ihn, zu bleiben. Luigi und Giorgetta vereinbaren ihr nächstes Rendezvous – sie wird ihm mit dem Entzünden eines Streichholzes das Zeichen geben, dass er an Bord kommen kann.

Michele erinnert Giorgetta an die Stunden des gemeinsamen Glücks, doch sie weist ihn ab. Allein geblieben, grübelt Michele, wer der Liebhaber seiner Frau sein könnte. Er ist entschlossen, diesen zu töten. Als Michele sich vor dem Schlafengehen auf Deck noch eine Pfeife anzündet, missdeutet Luigi dies als Zeichen und läuft Michele in die Arme. Dieser bringt ihn um und versteckt ihn unter seinem Mantel. Giorgetta kommt in banger Erwartung ihres Liebhabers an Deck. Sie bittet Michele, sie zu wärmen. Dieser öffnet seinen Mantel, und die Leiche sinkt der entsetzten Giorgetta entgegen.

Gianni Schicchi

Nach dem Hinscheiden des reichen Buoso Donati weint die herbeigeeilte Verwandtschaft, welche sich eine große Erbschaft erwartet, falsche Tränen um den Toten. Da macht ein Gerücht die Runde: Buoso habe sein gesamtes Vermögen einem Kloster vermacht. Sofort wird fieberhaft nach dem Testament gesucht. Rinuccio findet es schließlich. Er schickt nach Gianni Schicchi und dessen Tochter Lauretta, die er liebt und gegen den Willen seiner Familie heiraten möchte.

Tatsächlich hat Buoso seine Verwandten enterbt. Nur widerwillig sind die Anwesenden bereit, bei Schicchi, einem Zugereisten, Rat einzuholen. Auch dieser will nichts mit den arroganten Florentinern zu tun haben, doch Lauretta bittet ihn herzerweichend, ihr die Hochzeit mit Rinuccio zu ermöglichen.

Da noch niemand vom Ableben Buosos erfahren hat, schlüpft Schicchi in die Rolle des Verstorbenen und führt mit verstellter Stimme den vorbeikommenden Arzt hinters Licht. Schicchi beschließt zur Freude aller, ein neues Testament aufzusetzen; zuvor erinnert er sie jedoch an die schrecklichen Strafen, die Testamentsfälschern drohen: Verlust der rechten Hand und ewige Verbannung.

Dem herbeigerufenen Notar diktiert er nun, als Buoso verkleidet, seinen letzten Willen. Wie zuvor abgesprochen, werden das Geld und die Landgüter zwischen den Verwandten verteilt. Doch der Hauptteil – die Mühlen von Signa, das Florentiner Stadthaus und das wertvolle Maultier – fällt Buosos „treu ergebenem Freunde Gianni Schicchi“ zu. Der neue Hauseigentümer jagt die geprellten Verwandten hinaus.

Lauretta und Rinuccio sind nun für immer vereint. Gianni Schicchi bittet das Publikum für seine Gaunerei um „mildernde Umstände“.