Der Kongress tanzt

1. Akt

Am Rande des Wiener Kongresses tagt ein von Kanzler Metternich berufenes Vergnügungskomitee, bestehend aus dem Bürgermeister, dem Finanzminister, einer nicht mehr ganz jungen Fürstin und einer sensationslüsternen Gräfin. Während sich der Bürgermeister über die bedeutende Rolle seiner Stadt freut, klagt der Finanzminister darüber, was das alles kostet. Und während die Nerven der Fürstin bereits angegriffen sind von der Marsch­musik und den Salutschüssen, blüht die Gräfin durch all den Tratsch über die gekrönten Häupter Europas auf.

Kanzler Metternich frühstückt im Bett und hört dabei die Gespräche in den Sitzungssälen und in der Gesinde­stube ab. Sein Sekretär Pepi legt ihm die Post der Kongressgäste vor, die Metternich mit einem Durchleuchtungsapparat ungeöffnet lesen kann. So erfährt er, dass der König von Württemberg von der Inhaberin eines Handschuhladens, Christine Antonia Weinzinger, mit einem Blumenstrauß begrüßt worden ist. Er ist bereits der sechste Monarch, der mit einem solchen Werbegeschenk beglückt wird.

Zufällig ist diese Christel Weinzinger Pepis Herzensdame, die sich aber nicht für ihn zu interessieren scheint. Sie kümmert sich lieber ums Geschäft: Der russische Zar Alexander I. kommt nach Wien, und auch er bekommt einen Blumenstrauß. Allerdings missglückt die Übergabe, man vermutet eine Bombe in den Blumen und hält Christel für eine Attentäterin. Sie wird zu 25 Rohrstockschlägen auf den nackten Hintern verurteilt. Aber der Zar höchstpersönlich begnadigt Christel. Die beiden kommen einander näher, ohne dass Christel weiß, mit wem sie es zu tun hat.

Zum Ball in der Hofburg hat der Zar indessen seinen Doppelgänger Uralsky geschickt. Metternich setzt seine Freundin, die Komtesse, darauf an, den vermeintlichen Zaren zu umgarnen, damit er von der Politik abgelenkt ist. In der Zwischenzeit sitzt der echte Zar mit Christel turtelnd beim Heurigen. An einer russischen Goldmünze erkennt sie endlich, wer ihr Kavalier ist.

2. Akt

Am nächsten Tag erfahren Metternich und Pepi aus einem Brief an den russischen Hofbankier, dass der Handschuhmacherin Christine Antonia Weinzinger fortan monatlich 1000 Gulden angewiesen werden sollen. Metternich triumphiert, Pepi versucht ihn davon zu überzeugen, dass die Komtesse eine geeignetere, weil standesgemäße Liebschaft für den Zaren wäre.

Christel erzählt den Mädchen in ihrem Laden, dass sie ein Rendezvous mit dem russischen Zaren hatte. Die glauben ihr kein Wort, bis der Adjutant des Zaren, Bibikoff, höchstpersönlich erscheint, um Christel in ihre Suite im Zaren-Flügel der Hofburg zu geleiten.

Indessen zerreißt sich bereits ganz Wien das Maul über die Liebschaften des Zaren. Und auch Metternich glaubt, dass der Zar abwechselnd mit Christel und der Komtesse beschäftigt ist. Er beraumt eine Kongresssitzung an, um eine wichtige Entscheidung ohne den Zaren zu erwirken. Doch er hat sich zu früh gefreut: Zar Alexander, dessen Doppelgänger die Rendezvous für heute übernimmt, erscheint pünktlich zur Abstimmung und macht Metternich einen Strich durch die Rechnung.

3. Akt

Christels Mädchentraum in der Hofburg wird allmählich zu einer Enttäuschung: Der Zar benimmt sich bei seinen seltenen Besuchen mitunter seltsam (wenn er von seinem Doppelgänger Uralsky vertreten wird) -- und oft wartet sie überhaupt vergeblich auf ihn. Stattdessen erscheint Pepi und versucht sie davon zu überzeugen, dass der Zar sich gar nicht für sie interessiert.

Auf dem großen Ball in der Hofburg ist Metternich abermals damit beschäftigt, den Zaren aus der nächsten wichtigen politischen Entscheidung herauszuhalten. Die Komtesse kommt ihm zu Hilfe: Sie verkündet der Ballgesellschaft, dass Zar Alexander I. für einen wohltätigen Zweck Küsse verkaufen wird. Der Zar hat gerade noch Zeit, seinen Doppelgänger einzuschalten.