La Wally

1. Akt

Der reiche Gutsherr Stromminger aus Hochstoff feiert seinen 70. Geburtstag. Walter, ein junger Freund von Strommingers Tochter Wally, singt ein Lied über ein Mädchen, das auf den Berg Murzoll steigt und dort, von einer Lawine verschüttet, zu einem Edelweiß wird.
Eine Gruppe von Jägern aus Sölden unterbricht die Feier. An ihrer Spitze ist Giuseppe Hagenbach, der stolz von einem erlegten Bären berichtet. Stromminger beschimpft Hagenbach als Großmaul und prahlt seinerseits, was für ein kühner Jäger er selbst einst gewesen sei. Es kommt zum Streit, Wally tritt dazwischen. Hagenbach ist fasziniert von ihr. Stromminger schickt die Söldener nach Hause.

Strommingers Verwalter Gellner hat erkannt, dass Wally in Hagenbach verliebt ist. Doch Gellner möchte Wally selbst haben. Stromminger verfügt über seine Tochter: Sie soll im nächsten Monat Gellner heiraten.

Wally bittet Gellner, nicht auf die Heirat zu bestehen, da sie ihn nicht liebt. Doch er gibt ihrer Bitte nicht nach, und Stromminger verstößt sie. Wally verlässt mit Walter ihr Elternhaus und geht in die Berge.

2. Akt

Volksfest in Sölden. Die Dorfjugend ist auf Brautschau. Der Infanterist stachelt den Ehrgeiz der jungen Männer an: Wally, die nach dem Tod ihres Vaters das Gut geerbt hat, gilt als gute Partie. Zum ersten Mal, seit Wally den Hof übernommen hat, trifft sie wieder mit Gellner zusammen. Er liebt sie noch immer, doch Wally quält ihn, da sie ihm die Schuld am Zerwürfnis mit dem Vater gibt. Im Gegen­zug macht Gellner ihr weis, dass Hagenbach mit Afra, einer Wirtin aus Sölden, verlobt ist.

Wally beleidigt daraufhin Afra vor der gesamten Dorfgemeinschaft. Um die Schmach zu rächen, wettet Hagenbach, beim Tanz einen Kuss von Wally zu er­zwingen. Doch beim Tanzen erliegt Hagenbach völlig der Faszination dieser Frau. Als es zum Kuss kommt, hat er die Wette völlig vergessen. Vom lauten Spott der Leute tödlich verletzt, verlangt Wally von Gellner, Hagenbach zu töten.

3. Akt

Hochstoff, in der Nacht nach dem Fest. Wally bereut, dass sie sich an Hagenbach rächen wollte. Gellner erfährt durch den Infanteristen, dass Hagenbach auf dem Weg nach Hochstoff ist. Er lauert ihm auf, Hagenbach stürzt den Abhang zur Ache hinunter.
Als Gellner Wally die vollzogene Rache meldet, eilt sie hinaus. Einige Bewohner von Hochstoff laufen am Unglücksort zusammen, ebenso eine Gruppe von Söldenern mit Afra, die nach Hagenbach gesucht haben. Er hat den Anschlag überlebt, Wally gelingt es, ihn zu bergen. Sie überlässt nun Afra ihren gesamten Besitz und zieht sich wieder zurück in die Berge.

4. Akt

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Walter versucht Wally zu überreden, mit ihm ins Tal abzusteigen. Doch Wally schickt den Freund allein hinunter. In ihrer Einsamkeit sieht sie Geister auf dem winterlichen Gletscher. Als sie Hagenbach ihren Namen rufen hört, erkennt sie zuerst seine Stimme nicht. Er ist gekommen, um Wally seine Liebe zu gestehen. Gemeinsam träumen sie von einem sorgenfreien Leben. Doch es kommt anders …