Marilyn Forever

Prolog

Es ist die Nacht von 5. auf 6. August 1962. Marilyn Monroe stirbt. In Schlaglichtern zieht ihr Leben vorüber …

1. Szene

Auf einem Filmset warten ein Probenregisseur und die Kollegen auf Marilyn, die für ihr notorisches Zuspätkommen bekannt ist. Als Marilyn endlich erscheint, verliert sie sich zuerst in der Erinnerung an einen Stein, der, von der Abendsonne beleuchtet, wie etwas Lebendiges gewirkt hat. Es sei das Schönste gewesen, was sie jemals gesehen hat.

Marilyn beschreibt, wie sie sich selbst aus dem Waisenkind Norma Jean geschaffen hat: Sie hat ihr Haar auf­gehellt, ihr sexy Lächeln geübt. Dann kamen die Kameras; durch die Objektive hindurch kann sie das Begehren der Männer fühlen. Wenn Marilyn die Fotos anschaut, glaubt sie, ihr wahres Ich zu sehen – aber Norma Jean ist immer noch da, mit der brennenden Frage, ob jemand sie liebt.

2. Szene

Marilyn steht am Beginn ihrer Karriere: Sie sucht Jobs als Schauspielerin. Manche finden sie zu blond, manche halten sie für dumm. Und manchmal kommt ein großer Produzent, ein Mr. Big, und lädt die junge Frau zu sich nach Hause ein …

3. Szene

Ihre Arbeit hat Auswirkungen auf ihr Leben. Marilyn und ihr Mann entfremden sich voneinander. Ihre Wahrnehmung der Dinge ist völlig gegensätzlich: Sie fühlt sich als Mensch und Künstlerin nicht respektiert, er kommt mit dem Begehren der vielen fremden Männer nicht zurecht. Er lässt sie gehen.

Mehr und mehr wird sie zur Kunstfigur Marilyn. Doch ihr Leben scheint ihr nicht mehr zu gehören … Dabei möchte sie besser verstehen, weiterkommen.

4. Szene

In Arthur Miller scheint Marilyn einen echten Partner zu finden. Es gibt Momente, in denen sie zur Ruhe kommt. Sie bewundert seinen Intellekt, seinen freien Geist. Marilyn wird schwanger, sie verliert das Baby, wird wieder schwanger. Und wieder verliert sie das Kind … Ihre Beziehung zerbricht. Marilyn beginnt ein neues Leben, hat Affären, nimmt Tabletten.

5. Szene

Es bringt Unglück, an den Ort einer zerbrochenen Ehe zurückzukehren. Marilyn fühlt mehr und mehr die Präsenz eines schwarzen Engels, ihres Liebhabers.

6. Szene

Ihre Vergangenheit lässt sie nicht los. Die Mutter Gladys geistert immer noch durch Marilyns Leben. Marilyn verfällt immer mehr. Es ist fraglich, ob sie ihre Rolle noch weiter spielen kann: Ein Lichtkegel wird auf den Boden geworfen – schafft sie es, in das Scheinwerferlicht zu treten? Soll sie hinausgehen und dem Präsidenten ein Geburtstagsständchen singen? Marilyn fühlt, wie sie zugleich begehrt und missachtet wird.

Der Probenregisseur beschreibt ihre Faszination: Wenn er träumt, träumt er von Marilyn. Sie ist das Licht, die Männer sind wie die Motten. – Doch warum fühlt sich Marilyn dann so allein?

7. Szene

Marilyn baut ein neues Leben auf, sie kauft ein Haus im spanischen Stil, bezahlt ihre Rechnungen, und ihre Haushälterin passt auf, dass sie auch brav ihre Pillen nimmt. Doch das neue Leben gelingt nicht. Fremde Männer dringen in ihr Haus ein.

8. Szene (Epilog)

Wieder versucht der Probenregisseur, das Set vor­zubereiten, Marilyn für die Show fertig zu machen. Aber es ist zu spät: Sie ist zerbrochen. Niemand wollte ihren Schmerz sehen, ihren Schrei nach Liebe hören. Marilyn ist tot.