In einer neuen Kreation untersucht Eno Peci jene Momente vor einer Entscheidung, die geprägt sind von Zweifel, Druck und Zurückhaltung. Burden Loops erzählt nicht vom Finden des „richtigen Weges“, sondern vom Leben in einem Zustand, in dem die Entscheidung selbst zur Belastungsprobe wird. Die Tänzer:innen befinden sich dabei auch in ihrem Bewegungsvokabular in einem Moment des Innehaltens – zwischen Erwartung und Ungewissheit, Bewegungsdrang und fehlender Orientierung. Ihre Körper werden zum Ausdrucksmittel für das Spannungsfeld zwischen Handlungsaufforderung und ungewissem Ausgang.
„Manchmal dachte ich: Warum hat Bizet eine Oper geschrieben? Das muss doch Tanz sein!“, hat die legendäre Primaballerina Maja Plisetskaya über jenes Werk gesagt, das sie selbst einmal in einer Kreation des kubanischen Choreografen Alberto Alonso tanzen und wahre Triumphe damit feiern sollte.
Zu einem Arrangement von Rodion Schtschedrin, der Bizets Komposition durch seine perkussive und pointierte Instrumentierung, in neuem Temperament erklingen lässt, choreografierte Alonso eine wahrhaft expressionistische Choreografie. Angesiedelt in einer Stierkampfarena, dessen Tiersymbolik Alonso mit jener Stärke und Kraft, die Carmen ausmacht, verbindet, konzentriert sich der Choreograf ganz auf eine Frau, die unabhängig leben will. So wird die Bühne nicht nur zum Schauplatz eines Liebesdreiecks, sondern auch eines existenziellen Ringens um Freiheit, Leidenschaft und Selbstbestimmung.
Leading Team
Burden Loops
Choreografie Eno Peci
Musik Philip Glass
Bühnenbild und Kostüme Diego Rojas Ortiz
Licht Johannes Schadl
Carmen Suite
Choreografie Alberto Alonso
Musik Rodion Schtschedrin nach dem Original von Georges Bizet
Bühnenbild und Kostüme Salvador Fernández nach dem Original von Boris Messerer