Kurzeinführung Die Csárdásfürstin
Regisseur Johannes Erath: „‘Die Csárdásfürstin‘ gehört zu den melancholischsten Stücken des Operettengenres und das merkt man an vielen apokalyptischen Sätzen, die das Werk enthält. Schon allein die Frage: „Weißt Du, wie lange sich der Globus noch dreht?“, weist darauf hin, dass es die Ahnung gibt von einer versinkenden Welt. Und auch heute stehen wir mit ähnlichen Ängsten vor derselben Frage. „Wenn der Vorhang hochgeht, ist die Vorstellung soeben zu Ende.“ Das ist der erste Satz des Librettos und es ist kein Zufall, dass sich in der „Csárdásfürstin“ die Abschiede so überschlagen. Die berühmte Chansonette Sylva Varescu nimmt gleich zu Beginn Abschied von der Bühne des Budapester Orpheums und ihren Verehrern. Der rasend, nahezu obsessiv in sie verliebte Edwin muss Abschied nehmen, weil er zum Militär einberufen wird und so geht es weiter. Wir kennen dieses Gefühl des Abschieds selbst und begreifen vielleicht irgendwann, dass Ende und Anfang zusammengehören, und etwas zu Ende gehen muss, damit etwas Neues anfangen kann. Ich persönlich glaube nicht, dass Theater und insbesondere Musiktheater Orte des naturalistischen Erzählens sind. Vielmehr bietet es uns die Möglichkeit, Traum und Wirklichkeit in eine surreale Welt zu verwandeln. Das Stück ist einfach bittersüß und das möchte ich nicht in Frage stellen. „Unter Tränen lachen“, sagte Kalman einmal, und wenn man seine Musik hört, dann merkt man: er wusste Bescheid. Ich lade Sie ein mit den Augen zu hören und mit den Ohren zu sehen.“