Making Of Die Zauberflöte
Bühnenbildner und Illustrator Christof Hetzer: „Unsere Zauberflöte basiert ja auf der Idee, dass ein Junge sein Tagebuch illustriert und wir sozusagen in dieses Buch eintauchen, die Bilder und die Charaktere lebendig werden und daraus Mozarts Zauberflöte entsteht. Ich habe alle Hintergründe mit Aquarellfarben gemalt und die werden dann sehr hochauflösend eingescannt, damit man eben von so einem kleinen Bild auf die ganz große Opernbühne vergrößern kann. Und dann sieht man all diese kleinen Details, die man so mag am Aquarell. Das hat etwas sehr, sehr Natürliches, Lebendiges, Poetisches. Bei so einem Prozess entstehen echt viele Zeichnungen von Christof. Wenn man da so schaut – es gibt unendlich viele Bausteine und dann baut man sich so Szene für Szene von einer Skizze zur nächsten, zu den ersten Landschaftsentwürfen etwas zusammen. Wir verwenden ja sehr stark einen Effekt, dass sich die Bilder alle aufbauen. So, als würden sie wirklich gerade eben gezeichnet werden. Und das können wir auch dadurch, dass die Elemente einzeln sind und man die dann so animiert übereinander, als würden sie in dem Moment gerade entstehen. Das sind die drei Damen, die habe ich alle gezeichnet, in Zusammenarbeit und nach den Entwürfen der Kostümbildnerin Jorine. Und die hat dann Roman und sein Team genommen, wieder auseinandergenommen und in Bewegung gesetzt. Hierfür haben wir uns dann dazu entschieden, dass wir einen Motion-Capture-Suit … … das ist quasi ein Anzug, den man trägt mit Sensoren drauf. Quasi werden über den Anzug die Körperbewegungen auf den Rechner übertragen. Und diese dreidimensionalen Bewegungen haben wir dann wieder hergenommen und mit einer anderen Software dann auf unsere 2D-Charaktere übertragen. Und was wir da draufgekommen sind, dass die menschliche Wahrnehmung so wahnsinnig gut darauf trainiert ist, menschliche Mimik zu lesen, dass man wirklich ganz wenige Bewegungen macht und schon eine Emotion erzeugt. Und da haben wir uns sehr lange damit beschäftigt, die richtige Sprache zu finden. Also gerade bei der Ouvertüre ging es uns darum, dass wir auf dem Takt funktionieren mit den Videos. Zum Beispiel hier wird gerade der Charakter gezeichnet und wenn er dann zum Ende kommt, weiß die Inspizienz, jetzt kommt der Auftrag, jetzt gebe ich den Queue und das nächste Video startet dann. Und hier in der Software haben wir das quasi getestet und vorprogrammiert, damit wir dann wissen, wie es im finalen in der Show nachher aussehen wird. Es sind vier Beamer, die wir einsetzen. Es sind zwei Rückprojektionsleinwände und sechs Elemente, die beweglich herumfahren auf der Frontprojektion, plus zusätzlich noch eine weitere Projektionsfläche, die über die gesamte Fläche geht, was im Endeffekt hier ein Gesamtbild ergibt.“